Immobilien : Existenzängste verhindern Hauserwerb

Haushalte scheuen vor Immobilienkauf zurück wegen hoher Belastung und unsicherem Arbeitsmarkt

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Die große finanzielle Belastung bei gleichzeitigem Mangel an Eigenkapital sowie die Furcht vor Erwerbslosigkeit lassen die Deutschen vor dem Erwerb eigener vier Wände zurück schrecken. Dagegen wird ein Viertel aller Haushalte, die bereits Immobilien besitzen, in den nächsten Jahren ihr Haus oder ihre Wohnung modernisieren und dabei beträchtliche Summen investieren. Dies sind einige Ergebnisse aus zwei repräsentativen Umfragen des Marktforschungsinstituts TNS Infratest sowie des Meinungsforschungsinstituts Forsa.

Der InfratestUmfrage zufolge wünscht sich fast jeder Zweite, der noch keine Immobilie besitzt, ein Eigenheim. Doch den Wunsch werden auf absehbare Zeit nur wenige Wirklichkeit werden lassen. Zwar würde die Mehrheit der Befragten auch höhere monatliche Kosten dafür in Kauf nehmen, dass sie in den eigenen vier Wänden wohnen können. Dennoch werden neun von zehn Interessenten keine Immobilie erwerben. Der Grund: 70 Prozent aller Befragten fürchten sich vor einer zu hohen finanziellen Belastung durch die mit dem Hauskauf verbundene Kreditaufnahme. Diese Furcht spielt vor der Hintergrund des schwierigen Arbeitsmarktes: Denn fast genauso viele der Befragten (62 Prozent) sind in Sorge, sei könnten ihren Arbeitsplatz verlieren – und dann die Raten für das Eigenheim nicht mehr zahlen.

Dennoch ist das schöne Wohnen offenbar für die meisten Bundesbürger von großer Bedeutung: Fast zehn Millionen Grundeigentümer und Mieter wollen sich das Leben zu Hause in den kommenden Jahren durch die Investition von mindestens 2500 Euro in die eigenen vier Wände verschönern. Ergänzend zur Forsa-Umfrage hat die Bausparkasse Wüstenrot ermittelt, dass sich aus dem vergleichsweise kleinen Betrag eine Gesamtinvestition in Höhe von 150 Milliarden Euro in Deutschland errechne.

Die geplanten Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten von Mietern und Eigentümern betreffe alle Teile der Immobilien. Maler- und Tapezierarbeiten, die Erneuerung der Fußbodenbeläge und die Modernisierung der Bäder würden allerdings besonders häufig genannt.

Zur Finanzierung dieser Arbeiten wollen die meisten Haushalte der Umfrage zufolge in erster Linie eigenes Geld einsetzen. Über den Einsatz von Fremdmitteln würden vor allem bei größeren Investitionen nachgedacht. Dabei wollen rund 30 Prozent der Haushalte auf Bausparmittel zurückgreifen; 15 Prozent wollen Hypothekarkredite aufnehmen. ball

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