Immobilien : Exoten für das Fensterbrett

Für die Pflege von Gardenien und Ixoren braucht man Fingerspitzengefühl

Waltraud Hennig-Krebs,Tassilo Wengel

Tropische Blütenschönheiten auf dem Fensterbrett sind der Wunsch vieler Pflanzenliebhaber. Doch optimale Kulturbedingungen herzustellen, ist meist nicht ganz einfach. Denn die schönen Exoten benötigen zum Gedeihen meist eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ideale Standorte sind daher ausgebaute Blumenfenster oder ein Wintergarten, wo man diese Bedingungen herstellen kann. Zur Not hilft auch ein mit Wasser bedecktes Kiesbett in einem großen Übertopf, in den man den Pflanzentopf stellt, um die notwendige Luftfeuchtigkeit herzustellen. Auch wenn die Pflege einiges Fingerspitzengefühl verlangt, ist die Anschaffung einer tropischen Zimmerpflanze einen Versuch wert. Zwei anspruchsvolle, aber besonders schöne Arten aus der Familie der Krappgewächse (Rubiaceae) sind die Gardenie (Gardenia) und die Ixore (Ixora). Sie benötigen das ganze Jahr über einen hellen, warmen, luftigen und vor direkter Sonne geschützten Platz.

Geradezu festlich auf dem satten, lackartigen Blattgrün wirken die weißen, angenehm duftenden Blüten der Gardenie (Gardenia augusta). Früher kultivierte man sie vorwiegend als Schnittpflanze. Wer im 19. Jahrhundert etwas auf sich hielt, trug zu feierlichen Anlässen Gardenien im Knopfloch. Inzwischen ist die Blume, die ihren Namen nach dem amerikanischen Botaniker Alexander Garden (1730 bis 1791) erhielt, eine beliebte Topfpflanze geworden. Bei manchen Sorten erinnern die Blüten an Rosen, weshalb sie auch Jasminrose (Gardenia jasminoides) genannt wird. Bekannte Sorten sind ,Fortunei‘, ,Plena‘ oder ,Veitchii‘ – alle mit großen, weißen Blüten.

Die Gardenie stammt aus den feucht-kühlen Wäldern Japans und Chinas, wo sie sich zu zwei Meter hohen Sträuchern entwickelt. Die kleinen Kulturpflanzen stehen daher am besten an einem Ost- oder Westfenster bei normaler Raumtemperatur. Die Erde wird leicht feucht gehalten. Gegossen wird mit entkalktem, zimmerwarmem Wasser.

Vom Frühjahr bis zum Sommer verträgt die Gardenie gut Temperaturen über 20 Grad Celsius, allerdings keine Zugluft. In der warmen Jahreszeit sollte die Pflanze häufig übersprüht werden, so dass die optimale Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent erreicht wird. Bilden sich Knospen – das geschieht je nach Pflanze im Sommer oder im Winter – ist Vorsicht beim Sprühen geboten. Knospen und auch Blüten dürfen keinesfalls feucht werden, sonst fallen sie ab. Als Dünger empfiehlt sich vom Frühjahr bis zum Herbst ein sauer wirkendes Produkt, das im Abstand von zwei Wochen verabreicht wird. Im Herbst und Winter steht die Gardenie am besten bei Temperaturen zwischen zehn und 16 Grad Celsius. Das Gießen wird etwas eingeschränkt, damit sich keine Staunässe bildet. Im Spätwinter sollte die Pflanze zurückgeschnitten werden.

Auch die Ixore (Ixora coccinea) wird häufig als Zimmerpflanze angeboten. Diese Gattung ist mit etwa 200 Arten im Tropengürtel der Erde verbreitet, wobei besonders viele Arten in Südostasien vorkommen. Es sind immergrüne Sträucher oder Bäume mit glänzenden Blättern und zahlreichen Einzelblüten. Sie stehen in dichten Doldentrauben zusammen, die einen Durchmesser von zehn Zentimetern erreichen können. Die Blüten entfalten sich ab März und erscheinen den ganzen Sommer über. Im Handel werden vor allem Pflanzen mit scharlachroten oder gelben Blüten angeboten. Sie stammen von Ixora coccinea ab und werden als Ixora coccinea-Hybriden bezeichnet.

Ähnliche Blüten hat auch die Langblättrige Ixore (Ixora longifolia), auch Königsixore genannt. Sie stammt von den Molukken und entwickelt sich dort zu drei Meter hohen Sträuchern mit 20 bis 30 Zentimeter langen Blättern. Die Blüten stehen in großen roten Büscheln zusammen und gehen beim Verblühen in Karminrot über.

Die Ixora coccinea-Hybriden benötigen einen hellen, jedoch vor direkter Sonne geschützten Standort und vom Frühjahr bis zum Herbst Temperaturen von 18 bis 20 Grad Celsius. In dieser Zeit erhält die Pflanze regelmäßig entkalktes Wasser, damit der Wurzelballen gleichmäßig feucht bleibt. Während der Wachstumszeit vom Frühjahr bis zum Herbst verabreicht man jede Woche eine Gabe Volldünger. Dann beginnt für die Ixora coccinea-Hybriden eine leicht angedeutete Ruhezeit: Das Düngen wird eingestellt, die Wassergaben verringert. Der Wurzelballen darf jedoch nicht austrocknen. Die Temperaturen sollten in dieser Zeit zwischen 14 und 18 Grad Celsius liegen, vor allem muss der Standort auch während dieser Zeit hell sein, damit die Pflanze bald wieder Knospen ansetzt. Mit steigenden Temperaturen im Frühjahr neigt sich auch die Ruhezeit dem Ende zu: Die Pflanze erhält wieder mehr Wasser und im März die erste Gabe Volldünger. Unter guten Kulturbedingungen entwickelt sich die Ixore zu einer kräftigen, buschigen Pflanze, die gewöhnlich in der Mitte des Sommers blüht. Ältere Pflanzen können sogar mehre Male im Jahr duftende Blüten tragen.

Generell benötigt die Ixore nur kleine Töpfe oder Kübel, weil ihr Wurzelwerk nicht allzu groß ist und der Wuchs der Pflanze geschwächt wird, wenn sie die Möglichkeit hat, sich ausdehnen zu können. Auf einen regelmäßigen Rückschnitt sollte man verzichten, es sei denn, die Ixore gerät aus der Form. Der beste Zeitpunkt für den Schnitt liegt nach der Vegetationszeit im Herbst.

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