Immobilien : Exotische Schönheiten für Anfänger

Die zarten Phalaenopsis-Hybriden eignen sich gut für die Kultur auf dem Fensterbrett

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Gartencenter und Blumengeschäfte bieten fast das ganze Jahr über ein reiches Sortiment blühender Nachtfalterorchideen (Phalaenopsis-Hybriden) an. Sie gehören zu den Orchideen, die sich ausgezeichnet für die Zimmerkultur eignen und auch als Schnittblumen geschätzt werden. Vorwiegend dominieren das Angebot Pflanzen mit weißen oder rosafarbenen Blüten. Gelbe Blüten mit schöner Zeichnung oder rein gelbe Blüten sind dagegen seltener. Sie sind das Ergebnis erfolgreicher Züchtungen und erst seit Ende des 20. Jahrhunderts in größerer Zahl im Sortiment vertreten.

Es war ein langer Weg, bis die Züchter intensiv gefärbte und schön gezeichnete Sorten auf den Markt bringen konnten. Als besonders herausragende Eigenschaften haben die Hybriden weitere Vorzüge: eine lange Blütezeit der Einzelblüte von mehr als drei Monaten, gleichzeitig geöffnete Blüten, zahlreiche Blütenstände und eine lang anhaltende Nachblüte. Die Pflanzen eignen sich auch wegen ihres kompakten Wuchses gut fürs Fensterbrett.

Ausgangspunkt der Züchtungen waren vor allem gelb blühende Arten aus Südostasien. Eine sehr frühe Kreuzung entstand aus P. amboinensis mit P. mannii, die als Phalaenopsis Mambo bekannt wurde. Sie entstand 1965 und entfaltete an jedem Blütenstand bis zu acht gelbe, fast sternförmige Blüten mit guter Zeichnung. Eine weitere Züchtung aus diesen Anfängen entstand zwischen P. lueddemanniana mit der schön gefleckten P. mariae: die braunrot gefleckte Sorte mit gelbem Grund, die als Phalaenopsis Tigrette registriert wurde. Die Kreuzung der leicht gestreiften P. lindenii mit der gelben P. fasciata ergab eine schöne Hybride mit gelbem Grund und feiner Punktierung. Schließlich gilt Phalaenopsis Orchid World, die 1984 in Miami vorgestellt wurde, als eine herausragende Kreuzung. Sie hat intensiv gelb gefärbte Blüten mit roten Punkten und gehört heute noch zu den wertvollsten Züchtungen dieser Kategorie.

Rein gelbe Phalaenopsis sind immer noch selten. Eine sehr beliebte Hybride entstand 1982 aus der oben erwähnten P. Mambo mit P. Snow Daffodil. In der Folgezeit kamen zahlreiche Züchtungen mit unterschiedlich gelb gefärbten und gezeichneten Blüten in den Handel. Im Gartencenter werden sie in den meisten Fällen blühend ohne Sortennamen angeboten. Wer Wert auf bestimmte Sorten legt, wird in speziellen Orchideengärtnereien fündig.

Am besten kultiviert man Phalaenopsis an einem hellen, aber halbschattigen Standort. Ideal ist ein Platz am Nordfenster, wo sie keine direkte Sonneneinstrahlung erhält. Während zur sicheren Blütenbildung bei herkömmlichen Sorten die Nachttemperaturen für drei bis vier Wochen auf Werte um 15 Grad Celsius abzusenken sind, gilt das bei gelben und farbig gezeichneten Züchtungen nicht. Sie vertragen keine Temperaturen unter 18 Grad Celsius. Im Sommerhalbjahr dürfen die Temperaturen bis auf 28 Grad Celsius ansteigen. Obwohl ein regelmäßiges Übersprühen der Pflanzen nicht unbedingt erforderlich ist, bekommt den Pflanzen das Besprühen mit kalkfreiem Wasser bei hohen Temperaturen gut. Die Blüten sollten dabei aber nicht benetzt werden, um Flecken zu vermeiden.

Ganzjährig ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit des Wurzelballens wichtig. Allerdings sollte man erst dann gießen, wenn das Substrat ausreichend abgetrocknet ist, denn stauende Nässe bekommt den Pflanzen nicht. Am besten taucht man sie für einige Minuten in einen Eimer mit kalkfreiem Wasser und lässt sie eine Weile abtropfen. Staunässe im Wurzelbereich lässt sich auch vermeiden, wenn man Pflanzen in einen Übertopf stellt, der mit einer zwei bis drei Zentimeter dicken Schicht aus grobem Kies oder Blähton gefüllt ist. Dort sammelt sich das abgelaufene Wasser, ohne für die Phalaenopsis schädlich zu sein. Im Gegenteil: Die Verdunstung sorgt für eine höhere Luftfeuchtigkeit und ein günstiges Mikroklima.

An die Versorgung mit Nährstoffen stellen Phalaenopsis keine großen Ansprüche. Dennoch kann man in der Zeit deutlichen Wachstums vom Frühjahr bis zum Herbst alle zwei Wochen eine schwache Gabe (etwa die Hälfte der angegebenen Menge) eines organischen Düngers mit dem Gießwasser verabreichen. Auch getrockneter Kuhdung auf das Substrat gekrümelt, wirken sich positiv auf die Entwicklung der Pflanze aus.

Verpflanzt wird etwa alle zwei Jahre im Frühjahr beziehungsweise gleich nach der Blüte. Abgeblühte Blütenstiele sollte man nicht abschneiden. Sie enthalten schlafende Augen, aus denen sich neue Blüten entwickeln. Erst wenn der Stängel vollkommen vertrocknet ist, kann man ihn entfernen. Vor dem Verpflanzen werden alle vertrockneten oder faulen Wurzeln abgeschnitten. Gesunde Wurzeln erkennt man an der silbernen Farbe und der grünen Wurzelspitze. Als Substrat empfiehlt sich eine lockere Mischung aus schwer verrottbaren Bestandteilen wie grober Kiefernrinde, Korkschrot, Blähton oder Styromull. Solche geeigneten Mischungen bieten in den meisten Fällen nur Orchideengärtnereien oder der spezielle Fachhandel an. Die früher als Substrat verwendeten Wurzeln des Baumfarns (Osmunda) sind kaum noch erhältlich, weil diese Pflanzen geschützt sind.

Bezugsquellen: Cramer Orchideen, Zum Steiner 9, 83489 Berchtesgaden-Strub, Telefon: 086 52 / 94 49 03; Franz Glanz, Wössener Orchideen, Hauptstraße 28, 83246 Unterwössen/Obb., Telefon: 086 41 / 83 50.

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