Immobilien : Fast jede Rose hat ihren speziellen Duft Er kann sich aus 200 verschiedenen Substanzen zusammensetzen

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Der Duft einer Rose kann manchmal kleine Wunder bewirken. Nur eine Nase voll davon und schon bessert sich die Stimmung. Doch nüchtern betrachtet, besteht dieser flüchtige Hauch, so vermuten Fachleute, aus rund 200 verschiedenen Substanzen, unter anderem aus Rhodinol, Zitronellol und Geraniol. Als ätherisches Öl ruhen sie in den Blütenblättern in winzigen Drüsen. Besonders konzentriert, findet man die Dufstoffe in der Nähe des Fruchtknotens. Denn dorthin, in die Tiefe der Blüte, sollen sie die Insekten locken, damit diese die Befruchtung vollziehen. Je mehr die Blüten sich öffnen, um die goldgelben Staubgefäße freizugeben, desto intensiver wird der Duft. Besonders stark entwickelt er sich bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit.

Jede Rosensorte hat ihren speziellen Duft, der sich aus immer wieder anderen Komponenten zusammensetzt. So beschreibt der englische Rosenzüchter David Austin den Duft seiner Sorte „Golden Celebration“ als „wundervolle Kombination von Dessertwein und Erdbeeren“. Bei „Heritage“ lässt sich ein Duft erschnuppern, „bei dem Früchte, Honig und Nelken dominieren“, und „Cottage Rose“ verströmt den „feinen Duft alter Rosen mit einer Andeutung von Mandeln und Flieder“. Der französische Rosenzüchter Meilland dagegen unterteilt seine Duftrosen in Abstimmung mit den Parfümeuren aus der Dufthochburg Grasse in vier Gruppen: Die erste umfasst fruchtige Duftnoten wie bei „Elle“, die nach Limonen und Pfirsich duftet. In der zweiten Gruppe finden sich die nach Gewürzen riechenden Rosen wie „Paul Ricard“, die ein kräftiger Anisduft umweht. Zur dritten Gruppe werden alle schweren Düfte gezählt, mit denen die Nachkommen der alten DamascenerRosen sich umgeben – so wie „Duftfestival“. Die vierte und letzte Gruppe umfasst die frischen Düfte wie Farn, Moos oder frischer Waldboden, mit dem die „Queen Elisabeth-Rose“ beglückt.

Manche Rosensorten scheren sich allerdings überhaupt nicht um diese Einteilung. „The McCartney Rose“ beispielsweise, einer der Duftstars aus dem Hause Meilland, vereint den schweren Duft alter Rosen mit frischer Zitronennote und repräsentiert damit mühelos gleich zwei der Duftgruppen.

Doch nicht nur Edelrosen, die klassischen Parfümrosen, duften, sondern auch Wild-, Kletter-, Beet-, Strauch- und sogar einige Flächenrosen, wie „Lavender Dream“ oder „Immensee“. Nicht zu vergessen die robuste, frostharte und pflegeleichte „Rosa rugosa“, auch als Kartoffelrose bekannt. Doch wenn schon so einfache Rosen unwiderstehlich duften, warum dann viele edle Sorten nicht? Der Duft ist im Laufe der Jahrzehnte durch lange Züchtungen verloren gegangen. Die Problematik bei der Züchtung besteht darin, dass Duftgene rezessiv vererbt werden, das heißt andere Gene, die beispielsweise für die Farbe oder die Widerstandsfähigkeit zuständig sind, sie überlagern.

Auch ist es nicht richtig, dass „früher“ alle Rosensorten geduftet hätten. Der Katalog der renommierten Berliner Baumschule Späth aus dem Jahr 1930 zum Beispiel führt unter mehr als 400 Rosensorten 114 mit Duft auf. Heute liegt der Anteil der Duftrosen bei etwa einem Viertel des Sortiments. Der Grund für die geringere Zahl sind die züchterischen Bemühungen um reichblütige und widerstandsfähige Rosen. dpa / Tsp

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