Ferienimmobilien an der Ostsee : Der besondere Tipp: Nachbar Polen lockt mit niedrigen Preisen

Ein Thema für sich sind Ferienimmobilien in Polen: in Kaschuben, Masuren, den Mittelgebirgslagen der Beskiden – oder eben an der Ostsee. Die Quadratmeterpreise an der polnischen Küste sind auf jeden Fall verlockend. Man sollte allerdings wissen, dass es dort deutlich lebhafter zugeht als in deutschen Badeorten, wo Familien mit kleinen Kindern oder Herrschaften im ruhigeren Alter überwiegen. In Misdroy,

Kolberg oder Leba ist dagegen um

Mitternacht noch lange nicht Schluss.

Dafür ist man mittendrin. In Misdroy, gleich östlich von Swinemünde (heute Miedzyzdroje), werden 30-Quadratmeter-Appartements in luxuriös sanierten Strandvillen aus der Zeit als Kaiserbad für 50 000 bis 60 000 Euro offeriert. Wohnungen mit 95 Quadratmetern Wohnfläche und Blick auf die Ostsee

liegen um die 130 000 Euro. Ausgeführt sind die Bauten in akzeptabler handwerklicher Qualität. Von Berlin aus sind die meisten Ostseebäder in zwei bis drei Stunden mit dem Wagen zu

erreichen, über die Autobahn A 11

und inzwischen gut ausgebaute Fernstraßen.

Potenzielle Käufer sollten allerdings Zeit mitbringen. Zwar sind nach dem EU-Beitritt Polens durch die Gesetzesnovellen von 2004 und mit dem Ablauf der fünfjährigen Sperrzeit 2009 die größten Hindernisse beim Immobilien-Kauf östlich der Oder entfallen. Doch noch immer gibt es besondere Vorschriften für Zweitwohnsitze. Die Regierung in Warschau will den Ausverkauf von besonders gesuchten Lagen an zahlungskräftige Ausländer zumindest steuern.

Der Erwerb einer reinen Zweitwohnung muss durch das Innenministerium

genehmigt werden.

Frei von Genehmigungen ist der Kauf, wenn in die Immobilie der Förderung des Tourismus dient, also (wenigstens gelegentlich) vermietet wird. Den Unterschied zwischen einer touristisch bewirtschafteten Immobilie und einer Zweitwohnung klärt am besten einer der deutsch sprechenden Rechtsanwälte vor Ort. Die Versprechungen der Makler sind oft etwas „zu engagiert“. Anwälte klären auch über die Nebenkosten eines Kaufs auf und über den Umstand, dass das Grundbuch in Polen nur

deklaratorischen Charakter hat, also nicht wie bei uns die Eigentumsurkunde schlechthin ist. Auch nach einer Eintragung kann der Kauf noch platzen, wenn man sich auf leichtfertige Zusagen

verlassen hat. Klaus D. Voss

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