Immobilien : Filigrane Schmuckstücke

Einige Ahorn-Sorten eignen sich durch den niedrigen Wuchs auch für kleine Hausgärten

Tassilo Wengel

Ahorne gehören mit ihrer wundervollen Laubfärbung im Herbst zu den prachtvollsten Bäumen. Für den Hausgarten sind die meisten Arten jedoch zu groß. Doch es gibt auch sehr dekorative klein bleibende Formen. Mit ihrem malerischen Wuchs, der Farbe und Formenvielfalt der Bätter können sie schmückende Elemente im Garten sein.

Die Gattung der Ahorne (Acer) umfasst etwa 110 Arten, die in Europa, Asien und Amerika zu Hause sind. Von den klein bleibenden Vertretern der Gattung haben sich vor allem die asiatischen Ahorne mit ihren zahlreichen Sorten einen festen Platz im Garten erobert.

Allgemein bekannt und häufig angepflanzt, gehört der Echte FächerAhorn (Acer palmatum), der sich zu einem kleinen Baum oder Strauch entwickelt, zu den Empfehlungen für kleine Gärten. Er wächst mit Ausnahme von Nordjapan auf allen japanischen Inseln und ist auch in Korea und China zu Hause. Seine tiefgelappten, handförmig geteilten Blätter sind im Austrieb grün und verfärben sich zum Herbst hin leuchtend rot. Da die Wildform im Wuchs sehr variabel ist, konnten sehr schöne Sorten selektiert werden. Sie zeichnen sich durch eine Vielfalt der Blattformen und -farben aus, wodurch sich ein besonderer Zierwert ergibt. So ist Acer palmatum ,Atropurpureum‘ bereits im Austrieb rot und bringt damit den ganzen Sommer über Farbe in den Garten. Im Herbst verwandelt sich die Farbe der Blätter in ein glühendes Orangerot. Die Sorte ,Bloodgood‘ zeigt bis zum Herbst dunkelrot gefärbtes Laub.

Die Sorten der so genannten Dissectum-Gruppe zeichnen sich durch besonders tief geschlitzte Blätter aus. Diese Pflanzen entwickeln sich zu pilzartigen Sträuchern bis reichlich zwei Meter Höhe und gehören zu den zierlichsten Ahornen. Ihre filigranen Blätter sind allein schon ein Kunstwerk, hinzu kommt der leicht überhängende Wuchs der Zweige. Auch hier gibt es neben der grünblättrigen Sorte Acer palmatum ,Dissectum‘, die erst im Herbst eine orangerote Färbung annimmt, rotblättrige Sorten wie ,Dissectum Atropurpureum‘, ,Dissectum Garnet‘ oder ,Crimson Queen‘, die bereits im Austrieb dunkelrot sind, sich zum Ende des Sommers grünlich verfärben, um im Herbst ein orangefarbenes Feuerwerk zu veranstalten.

Eine andere Gruppe bilden Sorten mit linealischen Blättern, bei denen die Blattspreiten sehr schmal sind. Dazu gehören schöne Sorten wie ,Red Pygmy‘ mit weinrotem Laub oder ,Villa Taranto‘, die im Austrieb heller ist und sich durch eine gelbe Herbstfärbung auszeichnet. Durch eine außergewöhnliche Blattfärbung besticht die schöne und wertvolle Sorte ,Butterfly‘, deren grüne Blätter von einem rötlich-weißen Rand umgeben sind. Ausgesprochen bunt ist das Laub bei der Sorte ,Ukigumo‘, das durch grelle rosa-weiß-creme-grüne Panaschierung auffällt.

Ebenfalls zu den Fächerahornen gehört der Goldahorn (Acer shirasawanum ,Aureum‘). Er war früher unter dem Namen Acer japonicum ,Aureum‘ bekannt und ist heute teilweise noch unter diesem Namen im Handel. Er trägt vom Austrieb an den ganzen Sommer über gelbe Blätter, zwischen denen im Frühsommer rote Blüten und Früchte für zusätzlichen Zierwert sorgen. Im Herbst nimmt das Laub eine warme braunrote Färbung an.

Aus Nord- und Mitteljapan stammt der Japanische Ahorn (Acer japonicum), der vorwiegend in botanischen Sammlungen vorhanden ist. Für den Garten empfiehlt sich vor allem die Sorte ,Aconitifolium‘, die sehr dekorative Blätter hat und schon über 100 Jahre bekannt ist. Der Name bezieht sich auf die Form der Blätter, die an das Laub des Eisenhuts erinnern. Im Sommer grün, verfärben sich die Blätter im Herbst in ein außergewöhnlich leuchtendes Karminrot. Deshalb nennt man ihn auch gelegentlich Feuerahorn. Allerdings darf man ihn nicht mit dem „echten“ Feuerahorn (Acer ginnala) verwechseln. Diese Art ist von China bis Japan und Korea zu Hause und hat kleine dreilappige, schwach herzförmige Blätter, die sich im Herbst leuchtend orange bis karminrot verfärben.

Wegen seiner moderaten Größe gehört auch der Eschenahorn (Acer negundo) zu den empfehlenswerten Pflanzen für kleine Gärten. Vor allem die buntlaubigen Sorten haben einen hohen Zierwert. Zu den schönsten Sorten mit gelbem Laub gehört ,Auratum‘. Das Blatt ist anfangs gelb und verfärbt sich im Herbst noch intensiver. Ein besonders wirkungsvoller Kontrast dazu sind die roten Blattstiele. Durch dunkelgrüne, goldgelb gefleckte Blätter zeichnet sich Acer negundo ,Aureovariegatum‘ aus, ein kleinkroniger Baum oder Strauch. Einer der bekanntesten buntblättrigen Eschenahorne ist Acer negundo ,Variegatum‘. Die jungen Blätter sind anfangs rosa und verfärben sich im Laufe der Zeit dunkelgrün mit einem weißen Rand. Es kann auch vorkommen, dass vollkommen weiße Blätter erscheinen. Auch Zweige mit vollkommen grünen Blättern entstehen gelegentlich, die sich leicht entfernen lassen.

Die Palette der klein bleibenden Ahorne ist damit noch lange nicht erschöpft, wenn man die Größe relativ betrachtet. Selten, aber ungewöhnlich schön sind die Schlangenhautahorne, die fünf bis acht Meter Höhe erreichen und sich von den anderen Ahornen vor allem durch die attraktive Rinde unterscheiden. Die schmalen, milch- bis kreideweißen unterbrochenen Längsstreifen sind vor allem im Winter ein besonderer Schmuck.

Ahorne benötigen im Garten durchlässige, leicht saure Böden und schätzen keine ausgesprochen heiße Standorte. Wenigstens einen Teil des Tages sollten die Pflanzen lichten Schatten erhalten. Ideal sind Plätze am Wasser, weshalb man sie besonders gern an den Uferrand von Wasserbecken pflanzt. Neben der optischen Wirkung sorgt die aufsteigende Feuchtigkeit für Wohlergehen der Pflanze und eine optimale Entwicklung. In der Regel wird man in kleinen Gärten Ahorne einzeln pflanzen. Wer genügend Platz hat, kann auch mehrere Sorten mit unterschiedlicher Blattstruktur und Laubfärbung zusammenfügen, wodurch sich ein sehr malerisches Bild ergeben kann.

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