Immobilien : Fruchtlieferant mit prachtvollem Laub

Ebereschen sind schöne Gehölze. Für den Garten eignen sich besonders die niedrigen Sorten.

Tassilo Wengel

Mit attraktiven Früchten und einer prachtvollen Laubfärbung gehören die Ebereschen (Sorbus) im Herbst zu den auffälligen Gehölzen unserer Landschaft. Vor allem in den Mittelgebirgen von Europa bis Asien zu Hause, ist die Gewöhnliche Eberesche (Sorbus aucuparia) eine der häufigsten heimischen Arten. Man nennt sie auch Vogelbeere, denn die farbenfrohen Früchte von Rot oder Gelb bis Braun und Grün in zahlreichen Schattierungen sind nicht nur eine Zierde, sondern auch eine sehr begehrte Vogelnahrung. Daneben sind in Mitteleuropa auch noch andere Arten wie Mehlbeere (Sorbus aria), Zwerg-Mehlbeere (Sorbus chamaemespilus), Speierling (Sorbus domestica), Schwedische Mehlbeere (Sorbus intermedia) oder Breitblättrige Elsbeere (Sorbus latifolia) heimisch.

Insgesamt zählt die Gattung Sorbus etwa 80 Arten, die auf der nördlichen Halbkugel verbreitet sind und zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehören. Es handelt sich um sommergrüne Bäume oder Sträucher mit wechselständigen, entweder unpaarig gefiederten oder einfachen Blättern. Die Blüten sind bei allen Arten gelblich weiß und stehen in rispenartigen Doldentrauben zusammen.

Obwohl sich viele Arten als vorzügliche Schmuckgehölze anbieten würden, findet man sie in den Gärten selten. Der Grund ist vor allem die zu erwartende Größe, denn viele schöne Arten entwickeln sich zu Bäumen von zehn bis 20 Metern Höhe.

Dennoch stehen für den Garten auch kleiner bleibende Arten und Auslesen zur Verfügung, die entweder zu Sträuchern oder kleinen Bäumen heranwachsen. Einige wurden erst im letzten Jahrhundert entdeckt und kultiviert. So führte zum Beispiel der Pflanzensammler E. H. Wilson (1876 - 1930) zwischen 1903 und 1910 aus den Bergwäldern Chinas die Weißfrüchtige Eberesche (Sorbus koehneana) und die Sargents Eberesche (Sorbus sargentiana) ein. Später brachte der englische Botaniker und Pflanzensammler G. Forrest (1873 - 1932) aus China unter anderem die kleinstrauchige Sorbus reducta mit.

Mit einer Höhe von zwei bis drei Metern bleibt die Weißfrüchtige Eberesche (Sorbus koehneana) recht klein. Es handelt sich hierbei um eine schöne Art mit strauchförmigem Wuchs. Die porzellanweißen Früchte sind in lockeren Trauben vereinigt und hängen an den roten Fruchtstielen herab.

Auch die Zwerg-Mehlbeere (Sorbus chamaemespilus) aus den Gebirgen Mittel- und Südeuropas bleibt niedrig. Sie erreicht höchstens drei Meter Höhe, meistens wird sie in Kultur auf weniger optimalen Böden nur zwei Meter. Dieser buschige, sparsam verzweigte Strauch schmückt sich ab Ende August mit scharlachroten, eiförmigen bis kugeligen Früchten, die auch essbar sind.

Daneben eignen sich für die Kultur im Garten vor allem Sorten. Große Bedeutung haben Hybriden aus der Kreuzung von Sorbus aucuparia mit Sorbus discolor. Sie werden als Sorbus x arnoldiana angeboten und auch als „Lombarts-Hybriden“ bezeichnet, weil sie Mitte des letzten Jahrhunderts größtenteils in der ehemaligen Baumschule von Pierre Lombarts in Zundert, Holland entstanden. Sie haben gefiederte Blätter mit einer prachtvollen Herbstfärbung. Sorbus x arnoldiana ,Apricot Queen‘ ist ein kleiner Baum mit einer schmal eiförmigen Krone. Zierend sind die rundlichen, aprikosenfarbigen Früchte, die sich durch einen geringen Gehalt an Bitterstoffen auszeichnen. Deshalb, aber auch wegen ihres hohen Gehalts an Vitamin C lassen sie sich gut zu Marmeladen und Gelees verarbeiten.

Sorbus x arnoldiana ,Golden Wonder‘ bildet kleine Bäume von maximal zehn Metern Höhe mit einer breit kegelförmigen Krone. Die Früchte reifen bereits ab August, werden goldgelb und sind in großen, hängenden Ständen vereint. Auch sie sind essbar. Kleiner bleibt Sorbus x arnoldiana ,Kirsten Pink‘. Diese schwach wachsende Sorte wird höchstens fünf Meter hoch und bildet entweder kleine Bäume oder große Sträucher. Das Laub ist zierlicher und fällt durch einen roten Blattstiel auf, die Früchte sind anfangs rosa und werden zum Winter hin blasser. Auch Sorbus x arnoldiana ,Red Tip‘ bleibt mit einer Wuchshöhe von fünf bis sieben Metern klein und bildet Bäume mit einer kegelförmigen Krone. Sehr interessant ist die Farbe der Früchte, die weiß bis zartrosa gefärbt sind und von auffällig roten Punkten geziert werden.

Auch Auslesen der Gemeinen Eberesche (Sorbus aucuparia) haben sich als brauchbar für kleine Gärten erwiesen. Besonders dafür eignet sich die Sorte ,Dörings Findling‘. Sie bleibt mit zwei bis drei Metern Höhe recht niedrig und bildet einen dicht verzweigten Busch, der sich auch gut in Hecken einfügen lässt. Vom August an schmückt sich die Sorte reich mit roten Früchten, die lange an der Pflanze erhalten bleiben. Wer schmale Säulenformen sucht, findet sie in der Sorte ,Fastigiata‘. Das gilt auch für die Thüringer Mehlbeere (Sorbus x thuringiaca ,Fastigiata‘). Sie entwickelt sich zu kleinen, etwa fünf Meter hohen Bäumen mit schlanker Krone in der Jugend. Später breiten sich die Äste mehr seitlich aus und die Krone wird breiter. Sehr wirkungsvoll sind die leuchtend roten Früchte an den Zweigenden, die bis weit in den Winter hinein haften.

Die Ansprüche der Sorbus-Arten sind unterschiedlich. Ebereschen (Sorbus aucuparia) sind sehr anspruchslos und gedeihen in voller Sonne und im Schatten. Sie wachsen auf tiefgründigen, nährstoffreichen Böden, auf leichten Sandböden und auf Ödland und rekultivierten Flächen. Dagegen bevorzugen die Speierlinge, Mehl- und Elsbeeren viel Sonne und tiefgründigen, nährstoffreichen Boden. Ein Schnitt ist bei allen Sorbus-Arten nicht erforderlich.

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