Immobilien : Für Anfänger keine leichte Tischleraufgabe

Innentüren von Wohnräumen ohne spätere Beanstandungen zu erneuern, setzt Können und Geschick voraus

-

Verzogene, zerkratzte oder einfach nicht mehr zum Stil des Hauses passende Innentüren wecken bei vielen Heimwerkern Schaffensdrang. Denn ein Austausch in Eigenregie mit vorgefertigten Innentüren und Türzargen aus Holz scheint relativ leicht zu sein. Diesen Eindruck jedenfalls können manche in Heimwerkermärkten ausliegende Anleitungen erwecken. Doch so leicht, wie es auf den ersten Blick scheint, ist die Arbeit nicht. „Heimwerker sollten sich gut überlegen, ob sie sich den Einbau einer neuen Tür zutrauen“, sagt Klaus Mettler, Tischler und Kursleiter bei der Deutschen Heimwerker Akademie in Leonberg. Denn diese Tischlerarbeit setze Können und Geschick voraus. Ansonsten funktioniert die Tür später nicht ohne Beanstandung und klemmt beispielsweise.

Bei vorgefertigten Systemen muss der Türrahmen, in den die Innentür später eingehängt wird, meist aus sechs Teilen zusammengesetzt werden. „Als ersten Schritt gilt es hierbei die beiden langen Futterteile und das Querfutter auf dem Boden – meist mit Hilfe von Weißleim oder Schrauben – zusammenzufügen“, erklärt Mettler. Hier müsse unbedingt die Anleitung des Herstellers beachtet werden. Das vom Heimwerker zusammengesetzte Türfutter muss ein bis zwei Stunden ruhen, bis der Weißleim gebunden hat, ansonsten besteht die Gefahr, dass der Rahmen wieder auseinander fällt. In der Zwischenzeit kann die Zierverblendung aus den restlichen drei Teilen mit Weißleim und Schrauben fertig gestellt werden. Ist das Türfutter trocken, wird es in der Türöffnung angebracht. Mit einer möglichst langen Wasserwaage wird die Türzarge zunächst horizontal und vertikal ausgerichtet und mit Keilen in der Montageposition fixiert. Der Zwischenraum zwischen Wand und Zarge muss mindestens einen Zentimeter breit sein.

Nachdem die Tür justiert ist, schlagen viele Anleitungen vor, das Türblatt nun probeweise einzuhängen. „Ein solcher Test ist nicht ganz unproblematisch, da die Gefahr besteht, dass sich das Futter bewegt und aus dem Lot kommt", warnt Fachmann Mettler. Besser sei ein ordentliches Ausrichten durch Vermessen.

Nach dem Ausrichten wird die Zarge mit Montageschaum am Mauerwerk befestigt. Vor dem Verkleben muss die Zarge jedoch mit so genannten Türfutter-Spreizen oder -Montagestreben – sie werden in den Türrahmen geklemmt – stabilisiert werden. Solche Streben, von denen zwei oder besser drei notwendig sind, kosten etwa 15 bis 20 Euro. Zur zusätzlichen Sicherung der Türbekleidung können auch Türfutter-Richtzwingen dienen.

Als Montageschaum, der nur an sechs Punkten – oberer Eckbereich, die Höhe links und rechts beim unteren Band (Scharnier) sowie rechts und links in Höhe des Schließblechs – in den Hohlraum zwischen Maueröffnung und Türbekleidung gespritzt wird, ist ein Zwei-Komponenten-Schaumsystem zu empfehlen. Wenn der Schaum gebunden hat, kann der Überstand mit einem Messer abgeschnitten werden. Anschließend wird die vordere Zierbekleidung aufgesetzt und das Türblatt mit Drückergarnitur befestigt. dpa/Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben