Immobilien : Für Querdenker: Heizen per Infrarot

Öl, Gas, Fernwärme – oder vielleicht Infrarot? Die Heizsysteme arbeiten mit Paneelen, die an Wänden oder Decke montiert werden können und Wärmestrahlung im langwelligen Infrarot-Bereich abgeben. „Das ist wie Sonnenlicht ohne ultraviolette Strahlung", erklärt Andreas Fritsche. Er arbeitet für die Lexin Deutschland GmbH, die solche Heizmodule produziert, weitere Anbieter der Technik sind Firmen wie Carbowell oder Infraswiss.

Für einen 25 Quadratmeter großen Raum braucht man nach Fritsches Angaben ein Infrarot-Paneel mit 1100 Watt Anschlussleistung. Betrieben werden die Bauteile mit elektrischem Strom. Sparen lässt sich so trotzdem, so Fritsche: „Nach heutigem Stand mit Öl und Gas liegen wir mit unseren Heizkosten circa 40 Prozent niedriger als mit einer herkömmlichen Heizung“, verspricht er. Die Anschaffungskosten für die Ausstattung einer 100-Quadratmeter-Altbauwohnung liegen laut Fritsche bei ungefähr 7000 Euro plus noch einmal etwa 1500 Euro Installationskosten.

Hinzu kommt, dass die Anlagen nach den Angaben der Hersteller die Wärme rein durch Strahlung abgeben und dadurch keinen Staub in Bewegung setzen, was Allergiker freuen würde. Allerdings ist gerade um diese Argumentation ein regelrechter Kulturkampf entbrannt, in Internetforen finden sich diverse Diskussionen zum Thema.

Lexin ist seit rund drei Jahren auf dem Markt und liefert monatlich rund 3000 Paneele aus, vor allem an Kunden aus dem gewerblichen und landwirtschaftlichen Bereich. Private Wohnungen hat man bisher etwa 150 bis 160 mit Wärme-Paneelen ausgestattet, vor allem in Süd- und Westdeutschland.

Im Moment spielt sich das Thema Infrarot-Heizung damit noch in der Nische ab, wie sich die Idee entwickelt, muss die Zukunft zeigen. Aber: Vorsichtige könnten es ja erst mal mit einem mobilen Heizpaneel als Zusatzheizung probieren – als Ersatz für den Elektro-Radiator. uh

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