Immobilien : Ganzjährig schön

Berberitzen bieten eine reiche Blüte im Frühjahr und Fruchtschmuck oder attraktives Laub im Herbst

Waltraud Hennig-Krebs,Tassilo Wengel

Viele Gehölze in Parkanlagen und Gärten zieren im Herbst dekorative Früchte in unterschiedlichen Farben und Formen. Besonders schöne Ziersträucher mit einem attraktiven Fruchtschmuck bietet die artenreiche Gattung der Berberitzen (Berberis) aus der Familie der Sauerdorngewächse. Die immer- oder sommergrünen, dornigen, meist sehr dicht verzweigten Berberitzenarten eignen sich als Solitäre oder auch als Hecken. Sie werden selten höher als drei Meter. Obwohl die reinen Arten nur gelb oder orangegelb blühen und vergleichsweise kleine Blüten haben, sind sie dennoch aufgrund ihrer großen Blütenfülle im Mai und Juni ein bezaubernder Anblick.

Bei den immergrünen Arten steht die dunkelgrüne Laubfärbung ganzjährig im Mittelpunkt, denn die Früchte sind eher unscheinbar blau oder blauschwarz gefärbt. Bei den sommergrünen Berberitzen dagegen bringen die leuchtenden Beeren in verschiedenen Rottönen frische Farbe in den Garten – oft bis in den Winter hinein. Sie können einzeln an den Zweigen aufgereiht oder in Büscheln, Rispen oder Trauben vereint sein. Die Früchte sind Nahrung für die Vögel und bieten den Menschen Heilsames. Denn die Beeren enthalten Zucker, Mineralstoffe, Vitamin C und Fruchtsäuren. Gemischt mit anderen Früchten werden sie zur Herstellung von Gelees, Marmeladen oder teeähnlichen Getränken verwendet. Getrocknet eignen sich die Beeren als Gewürze für Saucen. Dabei spielt das toxische Alkaloid Berberin, das sich vor allem in der Rinde und in den Blättern der Pflanze befindet, keine Rolle, denn das Fruchtfleisch ist frei davon.

Von den rund 200 Arten, die zur Gattung gehören, zeigt die sommergrüne Gemeine Berberitze (Berberis vulgaris) einen besonders schönen Fruchtschmuck. Sie kommt von Europa bis zum Kaukasus wild vor und wächst in Deutschland vor allem im Alpenvorland und einigen Mittelgebirgen. Die Art wird etwa zwei Meter hoch und entfaltet im Mai lange hängende Trauben mit duftenden gelben Blüten, aus denen sich die dunkelroten, länglichen Beeren entwickeln. Gut geeignet sind die Pflanzen für frei wachsende Hecken, aber auch als Füllstrauch zwischen anderen Blütengehölzen.

Häufig in Gärten zu sehen, ist Thunbergs Berberitze (Berberis thunbergii) aus den sommergrünen Laubwäldern Japans. Sie wächst als zwei Meter hoher Strauch mit überhängenden Zweigen und sehr variablen Blättern. Die gelben Blüten erscheinen einzeln oder in kurzen Dolden im Mai und sind außen oft leicht gerötet. Besonders dekorativ ist der Strauch im Herbst, wenn sich das Laub prachtvoll scharlachrot bis gelb färbt und er sich mit leuchtend roten Beeren schmückt. Sie bleiben bis in den Winter hinein erhalten und können sehr wirkungsvoll sein.

Bis weit in den Herbst behält auch die Knäuelfrüchtige Berberitze (Berberis aggregata) ihre Früchte. Die Pflanze stammt aus den chinesischen Provinzen Gansu und Sichuan und ist mit 50 bis 70 Zentimetern Höhe relativ klein. Im Juni erscheinen die hellgelben Blüten sehr zahlreich in kurzen, dichten, fast kugeligen Rispen, aus denen sich ovale Früchte bilden. Sie sind anfangs gelblich, färben sich später zinnoberrot und sind leicht blauweiß bereift. Sehr schmückend ist auch die prächtige gelbe bis rote Laubfärbung.

Auch die Wilsons Berberitze (Berberis wilsoniae) aus Westchina gehört zu den attraktiven sommergrünen Arten. Sie wird etwa einen Meter hoch. Die Blüten erscheinen in kleinen Büscheln von Mai bis Juni. Im Herbst schmückt sie sich mit glasig wirkenden, in der Farbe veränderlichen Früchten von gelblich-rosa bis korallerot, die in klumpigen Fruchtständen entlang der Zweige sitzen. Aus dieser variablen Art wurden einige Sorten ausgelesen, die sich im Wuchs, aber auch in der Farbe der Früchte unterscheiden. So sind beispielsweise die Früchte der Sorte ,Marianne‘ lachsfarben bis orange

Julianes Berberitze (Berberis julianae) aus den Bergwäldern der chinesischen Provinzen Hubei und Sichuan wird vor allem wegen der schönen, immergrünen Blätter kultiviert, von denen sich ein Teil im Herbst kräftig rot färbt. Die Pflanze wird zwei bis drei Meter hoch und entfaltet im April und Mai rein gelbe, in Büscheln zusammensitzende Blüten. Aus ihnen bilden sich längliche blauschwarze, stark bereifte Beeren. Man verwendet diese Art als Solitärstrauch, aber auch als Heckenpflanze.

Immergrün ist auch Berberis gagnepainii var. lanceifolia aus der chinesischen Provinz Sichuan. Sie hat einen malerischen, lockeren Wuchs bis eineinhalb Meter Höhe. Die bis zu zehn Zentimeter langen Blätter sind elliptisch geformt und haben einen leicht gewellten Rand. Die goldgelben Blüten entfalten sich von Mai bis Juni in kleinen Büscheln, aus denen sich die blauschwarzen, stark bereiften Beeren bilden. Die Früchte sind mit etwa einem Zentimeter Länge recht groß und kommen durch den lockeren Wuchs gut zur Geltung.

Die meisten sommergrünen Arten und ihre Sorten sind in unseren Gefilden ausreichend winterhart. Auch bezüglich der Ansprüche im Garten sind sie anpassungsfähig und genügsam. Ideal ist ein vollsonniger bis leicht schattiger Standort und ein mäßig trockener bis frischer Gartenboden mit einem schwach sauren bis neutralen pH-Wert.

Dagegen benötigen die immergrünen Arten und Sorten in rauen Klimagebieten einen geschützten Standort, wenn auch Arten wie die oben genannten Berberis gagnepainii var. lanceifolia oder Berberis julianae gut winterhart sind. Alle immergrünen Arten bevorzugen leicht lehmige, humose Böden und sollten Sonne und Wind nicht zu sehr ausgesetzt sein.

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