Immobilien : Gemüse aus Großmutters Küche

Mangold lässt sich je nach Sorte wie Spinat oder Spargel verarbeiten

Peter Busch

Da frisches Gemüse auch in der kalten Jahreszeit stark gefragt ist, kommt der Mangold wieder in Mode. Im Gegensatz zu Brokkoli oder Zucchini war er hier bereits in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts bekannt.

Beim Mangold wird hauptsächlich zwischen zwei Sorten unterschieden: der Blattmangold, beispielsweise die Sorte ,Lukullus‘, wird wie Spinat verarbeitet während beim Rippenmangold (,Glatter Silber‘) die Stiele wie Spargel gedünstet werden. Beliebt sind inzwischen rotstielige Mangoldsorten, wie ,Feurio‘ und ,Vulkan‘, die Abwechslung auf den Tisch bringen und von denen Stiele sowie Blätter gut zu verwenden sind.

Mangold wird ab Ende März mit Folgesaaten bis in den Juli direkt ins Freiland gesät. Blattmangold erhält einen Reihenabstand von 30 Zentimetern und in der Reihe einen Abstand von 15 Zentimetern. Der Rippenmangold braucht etwas mehr Platz: Der Reihenabstand sowie der Abstand in der Reihe beträgt 40 Zentimeter. Es wird nie zu viel auf einmal ausgesät, da schon ein Quadratmeter Schnittmangold oder 1,5 bis zwei Quadratmeter Rippenmangold für einen vierköpfigen Haushalt genügend Ernte liefern.

Nicht nur im Bauerngarten sieht man die farbigen Mangoldsorten auch immer häufiger neben Blumen wachsen, wo sie zusammen für bunte Beete sorgen. An Saatgut rechnet man etwa zwei Gramm pro Quadratmeter. Die Saatkörner legt man zu dritt oder viert alle 20 Zentimeter circa zwei Zentimeter tief in den Boden. Nach zwei bis drei Wochen keimt die Saat auf. Nach dem Auflaufen der Jungpflanzen lässt man die kräftigste Pflanze pro Horst stehen.

Ab Juni/Juli können die ersten Blätter und Stiele der Frühjahrsaussaat geerntet werden. Dabei schneidet man immer nur die äußeren Stängel ab, die inneren bleiben stehen und wachsen neu nach. Der im Juli ausgesäte Mangold ist zur Ernte im Herbst und Frühjahr bestimmt.

Lässt man Mangold im zweiten Jahr stehen, schießt er in Blüte und eignet sich gut dazu, selbst Samen zu gewinnen. Um sortenechtes Saatgut zu erhalten, darf aber nur eine Sorte Mangold zur Zeit blühen und gleichzeitig auch keine Rote Bete oder Rüben, da diese Pflanzen sich miteinander kreuzen. Blühende Pflanzen, die bis zu 1,50 Meter hoch werden, bindet man an einen Pfahl an. Zur Reife wird der Samenträger über dem Boden abgeschnitten und kopfüber zum Trocknen aufgehängt.

In sehr milden Klimabereichen kann Mangold den ganzen Winter über frisch geerntet werden. In Mitteleuropa mit seinen kälteren Wintern ist eine Ernte bis Dezember und dann wieder vom zeitigen Frühjahr an möglich. Auch späte Sommeraussaaten lassen sich, besonders wenn sie gegen starke Nachtfröste mit Folie geschützt sind, noch bis in den November hinein ernten. Dann schneidet man den Mangold etwa zehn Zentimeter über dem Boden ab, ohne das Herzblatt dabei zu verletzen. Von allen Seiten werden die Pflanzen dick mit Laub eingepackt, so dass nur noch die Spitzen herausschauen. Zeitig im Frühling bildet der Mangold dann frische Blätter, das erste zarte Grün im Garten.

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