Immobilien : Getupft, gewickelt oder verputzt

Wände lassen sich auf unterschiedliche Weise kreativ gestalten

Stephanie Hoenig/dpa

Wem Blümchenmuster oder eine weiße Raufasertapete zu hausbacken sind, kann seine Wände mit Streichtechniken oder Dekorputzen kreativ gestalten. Diese Maltechniken und Zierputze erfordern mehr Geschick als einfaches Tapezieren und Streichen. Erfahrene Heimwerker können sie jedoch leicht selbst anwenden.

„Mit Maltechniken lassen sich Zimmerwände mit Farbe besonders originell gestalten“, sagt Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institute in Frankfurt. Allerdings sollte nicht das ganze Zimmer, sondern immer nur eine Wand bearbeitet werden. Sonst komme es leicht zu einer optischen Reizüberflutung.

Unregelmäßige, marmorierte Effekte lassen sich mit Hilfe eines Schwamms erzeugen. Hierbei wird auf eine im gewünschten Farbton gestrichene Wand eine weitere Farbschicht mit einem Schwamm aufgetupft. Je nach der Porenstruktur des Schwamms sind die Maserungen feiner oder gröber.

Mit Hilfe der Wickeltechnik bekommen Wände Struktur. Im ersten Schritt wird die Wand gestrichen. Nachdem dieser Grundanstrich getrocknet ist, folgt ein zweiter Anstrich. Direkt danach wird ein Baumwollstoffwickel über die Wand gerollt, der die Farbe teilweise aufnimmt. „Stoffwickel sind besser als das oft empfohlene Ledertuch“, erklärt Küper. Ein frisch aufgetragener Anstrich kann auch sofort mit einem Stoffwickel bearbeitet werden. Bei dieser Arbeitsweise sind allerdings zwei Personen notwendig: Eine trägt die Farbe auf, die andere bearbeitet sie mit dem Wickel.

Durch Ornamente bekommen einfarbig gestrichene Wände individuellen Charakter. „Heimwerker benötigen für diese Technik eine Schablone, die es vorgefertigt in Fachgeschäften gibt“, empfiehlt Fachmann Küper. Schablonen mit eigenen Motiven lassen sich aber auch relativ einfach selbst herstellen. Nachdem die Untergrundfarbe aufgetragen und getrocknet ist, wird die Schablone aufgelegt und an den Ecken fixiert. Damit die Ornament-Farbe nicht verschmiert, sollte sie mit einem kurzhaarigen Schablonier-Pinsel gleichmäßig aufgetupft werden. „Auf keinen Fall dürfen die Zwischenräume ausgestrichen werden, da die Farbe sonst leicht hinter die Schablone geraten kann.“

Auch mit fertigem Zierputz aus dem Eimer lassen sich Wände fantasievoll gestalten. Damit Zierputz hält, muss der Untergrund sauber und tragfähig sein. Vor dem Auftragen sollte der gebrauchsfertige Putz aufgerührt werden. Für farbigen Putz können der weißen Masse schon im Eimer spezielle Abtönpasten zugemischt werden. Zierputz wird mit der Kelle direkt aus dem Eimer auf die Wand aufgetragen. Für die Strukturierung eignen sich Pinsel, Strukturroller oder Kellen. Doch auch grobzinkige Kämme, Bürsten, Pfannenwender, Schnapsgläser oder Flaschen können verwendet werden.

Heimwerker sollten sich jedoch vorher gut überlegen, wie sie die Wände gestalten wollen. Denn nicht jeder Zierputz lässt sich entfernen. In diesen Fällen muss die Wand überputzt werden, wenn das Design nicht mehr gefällt.

Eine Putzoptik entsteht auch, indem Farbe mit Quarzsand verstrichen wird. Die Farbe kann auf glatte Wände, Vliestapeten oder Raufaser aufgerollt werden. Wer sich nicht langfristig festlegen will, sollte die Farbe auf die Tapeten aufstreichen. Denn diese lassen sich später ohne große Mühe wieder abziehen.

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