Gewerbeimmobilien : Ein Fest für Investoren

Studie der TLG sieht große Chancen in Berliner und Potsdamer Gewerbeimmobilien.

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Ganz oben. Potsdam zählt zu den aufstrebenden deutschen Einzelhandelsstandorten (im Bild das Sterncenter). Bei den Büromieten liegt es laut TLG-Studie zusammen mit Rostock an der Spitze der ostdeutschen Großstädte.
Ganz oben. Potsdam zählt zu den aufstrebenden deutschen Einzelhandelsstandorten (im Bild das Sterncenter). Bei den Büromieten...Foto: Bernd Settnik/dpa

Die positive Entwicklung auf dem Berliner und Potsdamer Markt für Gewerbeimmobilien hält an. Dies geht aus der Studie „Immobilienmärkte Berlin und Ostdeutschland 2014“ hervor, den die börsennotierte TLG Immobilien AG diese Woche vorgestellt hat. „Berlin steht im Mittelpunkt der Nachfrage von nationalen und zunehmend auch internationalen Investoren“, sagt Niclas Karoff, Mitglied des Vorstands der TLG. „Die nachhaltige Nachfrage seitens der Investoren führt dazu, dass die Preise weiter steigen.“

Karoff bestätigt damit die Einschätzung führender Maklerhäuser. Nach Angaben von BNP Paribas Real Estate erwarben Investoren in den ersten drei Quartalen dieses Jahres in Berlin Bürohäuser, Einkaufszentren, Hotels und andere gewerblich genutzte Immobilien für 2,7 Milliarden Euro, was einer Zunahme um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Weil die Preise weiter gestiegen sind, müssen sich die Investoren mit niedrigeren Renditen zufrieden geben. Für Bürogebäude in bester Lage betragen diese mittlerweile nur noch 4,6 Prozent.

Neben der Top-Lage um den Gendarmenmarkt sieht TLG-Chef Karoff auch die City-West im Aufschwung – und zwar nicht nur die Gegend um den Breitscheidplatz mit den bekannten Großprojekten (Bikini Berlin, Waldorf-Astoria und Upper West): „Ich glaube, dass wir eine Entwicklung hin zum Ernst-Reuter-Platz sehen werden“, sagt Karoff. Ebenfalls an Bedeutung gewinne die Gegend um den Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße, die sich in Bezug auf den Büromarkt zu einer „etablierte Zweitlage“ entwickele. Großes Potenzial attestiert er zudem der Europa-City rund um den Hauptbahnhof.

Der Hotelmarkt hat zwei Seiten

„Insgesamt hat sich der Berliner Büromarkt sehr positiv entwickelt, nicht nur in den Top-Lagen, sondern auch in den etablierten B-Lagen“, sagt Karoff. So zeichne sich etwa der Alexanderplatz durch eine zunehmende Attraktivität für Büronutzer aus. Dort hat die TLG Immobilien vor kurzem rund tausend Quadratmeter Bürofläche in ihrem Bürokomplex „1 Alex“ an den Telekommunikationsanbieter 1&1 Internet vermietet. Grundsätzlich wird der Aufschwung in der Hauptstadt laut Karoff von der wachsenden Zahl an Arbeitskräften getragen. Als Folge davon sei der Büroleerstand auf 5,5 Prozent (Stand Ende 2013) zurückgegangen, während die durchschnittliche Büromiete innerhalb eines Jahres um 1,8 Prozent gestiegen sei.

Ebenfalls unter die Lupe genommen hat die TLG den Hotelmarkt der Hauptstadt. Das Ergebnis ist zwiespältig: Auf der einen Seite boomt das Hotelgewerbe, wovon die Rekordzahl von fast 27 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr zeugt. Auf der anderen Seite müssen sich die Betreiber mit einem vergleichsweise niedrigen Erlös von knapp 64 Euro pro Zimmer zufrieden geben. „Berlin ist für Hotelgäste immer noch eine günstige Stadt“, betont Karoff. In der Tat können laut der TLG-Studie die Hoteliers sogar in Rostock höhere Zimmerpreise durchsetzen als ihre Berliner Kollegen.

Dem Einzelhandel in Berlin und Potsdam geht es gut

Potenzial hat nach Überzeugung Karoffs auch der Berliner Einzelhandelsmarkt. So meldete sein Unternehmen gerade erst den Ankauf eines Fachmarktzentrums am Adlergestell in Berlin-Adlershof für gut 30 Millionen Euro. Berlin profitiere von der wachsenden Kaufkraft und der hohen Flächennachfrage durch internationale Handelsketten, sagt Niclas Karoff.

Ebenfalls lobend äußern sich die TLG-Experten in Bezug auf Potsdam: Eine niedrige Arbeitslosigkeit und eine hohe Einzelhandelskaufkraft zeichnen demnach die brandenburgische Landeshauptstadt aus. Bei den Büromieten liegt laut TLG-Studie Potsdam zusammen mit Rostock mit einer Spitzenmiete von zwölf Euro pro Quadratmeter und Monat an der Spitze aller ostdeutschen Großstädte (ohne Berlin).

Die TLG Immobilien ist ausschließlich in Berlin und den neuen Bundesländern als Immobilieninvestor aktiv. Ende 2012 war der Gewerbeimmobilienbereich der bis dahin bundeseigenen Gesellschaft an den Finanzinvestor Lone Star verkauft worden, der die Gesellschaft im Oktober an die Frankfurter Börse brachte. Die gut 11 000 Wohnungen der TLG hatte der Bund ebenfalls 2012 an den börsennotierten Wohnungskonzern TAG veräußert.

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