Gewerbeimmobilien : Neues Leben in der Alten Post

Der Immobilienentwickler Commodus versucht sich erneut an einem historischen Gebäude in der Karl-Marx-Straße.

von
Seit mehr als zehn Jahren steht die alte Post an der Karl-Marx-Straße leer. Bald soll sie wieder geöffnet sein.
Seit mehr als zehn Jahren steht die alte Post an der Karl-Marx-Straße leer. Bald soll sie wieder geöffnet sein.Foto: Commodus

In seiner ganz speziellen Marktnische möchte der junge Immobilienentwickler Commodus jetzt expandieren. Drei Jahre lang hatte das in Berlin und München ansässige Unternehmen vor allem ältere, schwierige Gewerbeobjekte saniert, ohne damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Paradebeispiel für die Strategie ist das Alte Postamt am Tempelhofer Ufer nahe dem Halleschen Tor. Das Gebäude ist feinste Gründerzeitarchitektur. „So eine Qualität gab es sonst nur im römischen Reich“, schwärmt Commodus-Geschäftsführer Matthias Mittermeier.

Doch das Gebäude hatte auch seine Probleme: Ein Hauptmieter war in die Insolvenz gegangen und hinterließ Mietschulden, die Post mit ihrem Briefsortierzentrum im Hinterhof war mit dem Standort nicht glücklich. Inzwischen ist das Gebäude fast komplett saniert, Werbeagenturen sind eingezogen und das Hallesche Haus mit einem Mischkonzept aus Gastronomie, Laden und Eventlocation belebt das Erdgeschoss. Die Hoffnung, das brachliegende Wertschöpfungspotenzial zu heben, sei aufgegangen, sagt Matthias Mittermeier.

Alte Post an der Karl-Marx-Straße bekommt ein neues Gesicht

Hinter ihm stehen „zwei Handvoll Leute mit Spaß an unternehmerischen Immobilieninvestments“, die Commodus über einen geschlossenen Immobilienfonds mit Kapital versorgen. Deutschlandweit 25 Objekte hat die Gesellschaft inzwischen. Nun will sie „mehr von dem Gleichen machen“, kündigt Mittermeier an.

In Berlin hat sich Commodus dafür nun ein weiteres Qualitätsobjekt gesichert: die seit 2003 leerstehende Alte Post an der Karl-Marx-Straße. Nur sporadisch wurde sie für Kunstaktionen genutzt, Ende 2015 besetzte ein linkes Bündnis das Gebäude kurzzeitig, um dort ein Flüchtlingszentrum einzurichten.

Am Nutzungskonzept für das Wahrzeichen wird nun noch gefeilt. Ein Hotel ist im Gespräch, was aber starke Eingriffe in die Bausubstanz nach sich ziehen würde. So könnte es auch eine Mischung aus Gastronomie, Handel und Büros werden. Die Entscheidung soll Ende dieses Jahres fallen, der Baubeginn ist für Mitte 2017 angepeilt. Spätestens Ende 2018 will Commodus dann ein „vollständiges Produkt anbieten“, kündigt der Geschäftsführer an.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben