Immobilien : Grazile Schönheit voller Gift Wer die Gefahr kennt, sollte auf Fingerhüte nicht verzichten

Peter Busch

Schon unsere Vorfahren im Mittelalter wussten um die Giftigkeit des Fingerhuts. Er fand daher in der Volksmedizin keine Verwendung. Erst im 19. Jahrhundert fand die Wissenschaft heraus, dass die im Fingerhut enthaltenen Digitalis-Glykoside in geringsten Mengen gut zur Herztherapie verwendet werden können. Von einer Eigenverwendung sollte man allerdings absehen.

Bei allen Vorsichtsmaßnahmen wäre es aber schade, den Fingerhut ganz aus den Gärten zu verbannen und auf den Anblick zu verzichten, wenn im Juni die imposanten Blütenkerzen aufleuchten. Auffallend sind die vielen röhrig glockigen Blütenkronen, die sich von unten nach oben öffnen und sich alle einer Seite zuwenden. Die charakteristische Form der einzelnen Blüten hat dieser Pflanze auch ihren Namen gegeben.

Neben den hier heimischen zweijährigen Arten des roten, gelben und großblütigen Fingerhutes mit den typischen getigerten Flecken auf der Blüteninnenseite gibt es im Gartenhandel inzwischen Fingerhüte in fast allen Farben und sogar als mehrjährige Stauden. Mit etwas Glück können aber auch die zweijährigen Arten mehrere Sommer zum Blühen gebracht werden, wenn man die Blütenstiele zum Ende der Blütezeit abschneidet. Allerdings bedeutet das, auf die Samenbildung zu verzichten, durch die sich die Fingerhüte im Garten von alleine rasch ausbreiten würden.

Die Pflanzen lieben halbschattige und feuchte Lagen und einen nahrhaften, humosen Boden; gut ist ein Standort am Gehölzrand. Entweder pflanzt man die Fingerhüte gleich zu Trupps zusammen oder gibt ihnen einen herausragenden Platz, wo die grazile Schönheit einzelner, bis zu 180 Zentimeter hoch werdender Pflanzen besonders auffällig wirkt.

Eine Besonderheit des blühenden Fingerhutes ist noch hervorzuheben, da sie jedes Jahr wieder auf Erstaunen stößt: An der Stängelspitze bildet sich mitunter eine große schalenartige Blüte. Diese so genannten Pelorien (griech. Pelor = Wunder) sind mehrere Einzelblüten, die miteinander verwachsen sind.

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