Immobilien : Große Häuser liegen hoch im Kurs

Im Jahr 2002 sind in Berlin 20 Prozent weniger Einfamilienhäuser auf den Markt gekommen als 2001, hat der Verband Deutscher Makler beobachtet. Die Preise haben sich unterschiedlich entwickelt

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Wie der Verband Deutscher Makler Berlin dem Tagesspiegel mitteilt, blieb die Nachfrage nach Einfamilienhäusern in den westlichen Bezirken im Jahr 2002 konstant. Demnach sind im Jahresverlauf rund 20 Prozent weniger Einfamilienhäuser als im Vorjahr auf den Markt gekommen. Die Preise in den Stadtrandlagen sind mit 15 Prozent stärker gefallen, als in den guten innerstädtischen Lagen, wo Abschläge zwischen fünf und zehn Prozent verzeichnet werden.

Im Norden Berlins, zum Beispiel in Frohnau, seien Einfamilienhäuser mit einer Wohnfläche ab rund 150 Quadratmetern zuzüglich Vollkeller und Spitzboden, Garage oder Carport sowie einem Grundstück mit 700 Quadratmetern in gutem Zustand für 400000 bis 550000 Euro zu haben. Schwer zu verkaufen seien kleine Häuser sowie Doppel oder Reihenhäuser mit einer Wohnfläche von 90 bis 120 Quadratmetern. Höchstpreis: 300000 Euro. Gefragt seien Eigentumswohnungen mit vier Zimmern und mehr als 110 Quadratmetern. Schwer verkäuflich sind dagegen kleine Wohnungen: Sie seien ab 1500 Euro je Quadratmeter zu haben.

In Heiligensee und Konradshöhe seien ähnlich wie in Frohnau kleine Häuser oder Wohnungen kaum gefragt. In Heiligensee seien schon ab rund 250000 Euro frei stehende Einfamilienhäuser am Markt, 20 Prozent günstiger als in Frohnau. In Konradshöhe würden Wasserlagen gesucht und teuer bezahlt. Alte, aber modernisierte Villen mit über 1000 Quadratmeter großen Parkgrundstücken würden mit mehr als 500000 Euro gehandelt.

S-Bahn-Nähe im Osten gefragt

Im Osten, zum Beispiel Karow-Buch, seien 450 bis 600 Quadratmeter große Baugrundstücke sehr gefragt. Die Preise von rund 140 Euro pro Quadratmeter seien aber nur zu erzielen, wenn der Baugrund in der Nähe von S-Bahn und Geschäften gelegen sei. Grundstücke in Siedlungsgebieten ohne Abwasser und mit unbefestigten Straßen seien für diesen Preis kaum abzusetzen. Bei Häusern beobachtet der VDM im Osten der Stadt eine gute Nachfrage nach dem Baujahr 1990 und jünger mit Grundstücken ab 500 Quadratmetern. Hier könnten in der Regel 180000 bis 190000 Euro erzielt werden, wenn die Lage grün und ruhig sei.

In Mahlsdorf seien 500 Quadratmeter große Baugrundstücke in ruhigen grünen Lagen mit Kanalisationsanschluss bis zu 60000 Euro teuer. Einfamilienhäuser mit mehr als vier Zimmern und 100 Quadratmetern Wohnfläche seien zu Preisen von 150000 bis 200000 Euro sehr gefragt. Wenig gefragt: Doppel- und Reihenhäuser trotz Preisen zwischen 100000 und 130000 Euro.

Im Süden Berlins, Lankwitz und Lichtenrade, würden Reihenhäuser und Doppelhaushälften für 150000 bis 170000 Euro verkauft, fast die Hälfte der Preise von Anfang der 90er Jahre. Hoch im Kurs der Kaufinteressenten seien „große“ Einfamilienhäuser mit mindestens 160 Quadratmetern Wohnfläche, Keller und Dachboden. Die Grundstücksgröße betrage hier meistens etwa 600 Quadratmeter. In Zehlendorf, Dahlem und Grunewald würden für große Villen mit großen Grundstücken (ab 1000 Quadratmeter) bis zu eine Million Euro gezahlt. „Normale Einfamilienhäuser“ brächten hier bis zu 700000 Euro. Dagegen seien in Zehlendorf Süd für ein identisches Haus nur noch 400000 Euro zu erzielen. Die Preisunterschiede zwischen den Toplagen Dahlem, Grunewald, Zehlendorf, Lichterfelde-West und Wilmersdorf zu den guten bis mittleren Lagen von Steglitz, Lankwitz und Marienfelde seien groß.

Als alternativer Standort habe sich das an Zehlendorf grenzende brandenburgische Kleinmachnow etabliert. Dort kosten Häuser zwischen 200000 und 350000 Euro. Sehr attraktiv sei auch der Süden Berlins, die Ortsteile Tempelhof, Mariendorf, und Lichtenrade, weil dort renovierte Einfamilienhäuser schon für 200000 Euro den Eigentümer wechseln.

In der City seien großzügige, modernisierte Altbauwohnungen zwischen 140 und 200 Quadratmetern mit Parkett, Stuck, Marmorbad und Luxusküche sehr gefragt. Hierfür würden Kaufpreise um 3000 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Schwierig zu verkaufen seien dagegen kleine Wohnungen sowie Wohnungen in der vierten Etage ohne Aufzug. Und in einen Neubau möchte kaum jemand ziehen. ball

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