Grundschuld im Grundbuch : Sparen mit Schulden

Wer in Sachen Grundbuch an den nächsten Kredit denkt, kommt billiger weg.

WAS STEHT INS HAUS?


Meine Frau und ich haben vor langer Zeit ein Einfamilienhaus gekauft. Einen Teil des Kaufpreises von 200 000 Euro haben wir bei zwei Banken finanziert. Für die Darlehen wurden zwei Grundschulden über je 100 000 Euro ins Grundbuch eingetragen. Das erste Darlehen haben wir jetzt zurückbezahlt. Es steht aber noch eine Grundschuld im Grundbuch. Sollen wir diese löschen lassen? Beim zweiten Darlehen läuft demnächst die Zinsbindungsfrist aus. Wir möchten hier das Darlehen bei einer anderen Bank weiterführen. Müssen wir dazu eine neue Grundschuld bestellen lassen?

WAS STEHT IM GESETZ?
Banken finanzieren den Kaufpreis einer Immobilie grundsätzlich nur dann, wenn eine Grundschuld in das Grundbuch der Immobilie eingetragen wird. Zahlt der Kunde nicht mehr, so kann die Bank sofort das Darlehen kündigen und aus der Grundschuld die Zwangsversteigerung betreiben. Diese Sicherheit führt dazu, dass Immobilienkredite in der Regel weniger Zinsen kosten, als zum Beispiel Allzweckdarlehen, bei denen als Sicherheit nur das Arbeitseinkommen zur Verfügung steht. Grundschulden werden vom Notar meist als Buchgrundschulden, seltener als Briefgrundschulden, bestellt. Beide Grundschulden werden im Grundbuch eingetragen. Bei der Briefgrundschuld wird noch ein Grundschuldbrief erteilt. Um die erste Grundschuld löschen zu lassen, muss eine Löschungsbewilligung der Bank erteilt werden und Sie müssen einen Löschungsantrag stellen. Es fallen im Regelfall Notargebühren von insgesamt 155,25 Euro an, dazu kommen Auslagen und Umsatzsteuer. Das Grundbuchamt verlangt Kosten in Höhe von 103,50 Euro. Zur Löschung der Briefgrundschuld muss unbedingt der Grundschuldbrief vorgelegt werden. Ist dieser nicht auffindbar, ist ein gerichtliches Verfahren, das sogenannte Aufgebotsverfahren, erforderlich. Wenn Sie die zweite Grundschuld löschen lassen und für die neue Bank eine Grundschuld in selber Höhe bestellen, so fallen alleine für die neue Grundschuld Notarkosten in Höhe von 207 Euro plus Auslagen und Umsatzsteuer an.

UND WIE STEHEN SIE DAZU?
Bevor Sie die Grundschuld löschen lassen, bedenken Sie Folgendes: Wenn Sie irgendwann wieder einmal ein Darlehen benötigen, so können Sie die alte Grundschuld stattdessen auch wiederverwenden. Dies gilt selbst dann, wenn Sie das neue Darlehen von einer anderen Bank erhalten wollen. Die Grundschuld wird dann einfach an die neue Bank abgetreten. Denn im Gegensatz zur Hypothek ist die Grundschuld nicht an eine bestimmte Forderung gebunden, so dass das Darlehen einfach ausgetauscht werden kann. Die Notarkosten für diese Abtretung belaufen sich im Regelfall auf 207 Euro, dazu kommen wieder Auslagen und Umsatzsteuer. Diese Kosten werden derzeit sogar von vielen Banken übernommen. Und selbst wenn Sie diesen Service von ihrem Finanzierer nicht erhalten, dürfte in der Regel die Abtretung günstiger sein als die Löschung und spätere Neubestellung einer Grundschuld.

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