Immobilien : Häuser sind in Deutschland vergleichsweise günstig

In vielen europäischen Nachbarländern werden höhere Preise für das Wohneigentum bezahlt

-

Im europäischen Vergleich sind Einfamilienhäuser in Luxemburg mit Durchschnittspreisen von 275000 Euro am teuersten. Auch in Großbritannien müssen die Verbraucher mehr für Eigenheime bezahlen als in Deutschland. Dasselbe gilt für die Preise dieser Art von Immobilien in den Niederlanden. Nach einer Studie von TNS Infratest im Auftrag der Wohnungsbauminister der Europäischen Union liegt der Westen Deutschlands mit einem Durchschnittspreis von 224000 Euro erst an vierter Stelle des Preisvergleichs.

Damit haben sich die Verhältnisse grundlegend verändert. Denn noch vor einigen Jahren war Deutschland aufgrund der hohen Baupreise noch Spitze im europäischen Preisvergleich. Zu den Gründen für diese Veränderungen könnten auch das stärkere Wirtschaftswachstum und die höhere Beschäftigungsquote in den Nachbarländern zählen. Denn die Immobilienpreise steigen und fallen mit den Haushaltseinkommen sowie den Erwartungen der Verbraucher an deren Entwicklung. In Deutschland stagnieren die Löhne, und die Furcht vor Arbeitslosigkeit dämpft die Nachfrage nach Eigenheimen, deren Erwerb meistens mit einer hohen und dauerhaften Verschuldung verbunden ist.

Nach Angaben der Marktforscher der Landesbausparkassen spiegelt auch der Markt an der deutsch-niederländischen Grenze die Ergebnisse der europäischen Studie: Die Nachbarn aus dem Westen Europas zieht es verstärkt nach Deutschland, weil die Immobilienpreise in den Niederlanden seit Mitte der 90er Jahre um bis zu 150 Prozent gestiegen sind. Eine Studie des Forschungsinstituts Euregio prognostiziert deshalb, dass sich in den Grenzregionen des südlichen Niedersachsen, des Münsterlandes und des Niederrheins der Anteil niederländischer Einwohner bis 2008 sogar noch verdoppeln wird.

Die Preise für Einfamilienhäuser betragen in Großbritannien 269000 Euro. Günstiger als im Westen Deutschlands sind Eigenheime dagegen in Irland (221000 Euro) und in Frankreich (172000 Euro). Etwas darüber liegen die Durchschnittspreise im Osten Deutschlands, wo sich die Wirtschaft zu weiten Teilen noch nicht von dem Strukturwandel nach der Wende erholt hat. Hier sind rund 183000 Euro nach Angaben der Studie aufzubringen. Die Bevölkerung in vielen Regionen im Osten des Landes nimmt ab, weil die jungen Menschen auf der Suche nach Arbeit abwandern. Deshalb sinken die Preise. ball

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben