Halbinsel Stralau : Eiland in Kieznähe

Bauprojekte schaffen neuen Wohnraum am Wasser.

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Noch braucht man eine lebhafte Fantasie, um sich vorzustellen, dass hier schon in eineinhalb Jahren moderne Wohnhäuser nach Entwürfen des bekannten Architekten Eike Becker stehen sollen. Denn heute erstreckt sich an der Kreuzung Krachtstraße/Am Fischzug und damit dort, wo das Wohnensemble „Am Fischzug“ mit insgesamt 125 Eigentumswohnungen entstehen soll, eine Brache. Doch Silvana Eva Ott, Marketingleiterin bei Eike Becker Architekten, ficht das nicht an: „Das hier ist ein ganz charmanter Ort, und die Halbinsel Stralau ist einfach bezaubernd“, sagt sie. „Man kann hier ruhig wohnen, ist aber trotzdem ganz nah am Ostkreuz und am Simon-Dach-Kiez.“

Ganz nah ist man aber auch am Wasser. Nur einen Steinwurf ist es vom Baugrundstück aus bis zur Spree auf der einen und dem Rummelsburger See auf der anderen Seite. „Stralau ist ein Glücksfall“, findet Nikolaus Ziegert, Geschäftsführer des Maklerhauses Ziegert Bank- und Immobilienconsulting, der die Vermarktung der Wohnungen Am Fischzug übernommen hat. „Mitten in Berlin gibt es einen grünen Stadtteil, der fast vollständig von Wasser umgeben ist.“ Mittlerweile scheinen immer mehr Menschen diese Lagequalität zu schätzen. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten hat sich die Halbinsel Stralau von einem heruntergekommenen Industrieareal zu einem beliebten Wohnort entwickelt. Nach Angaben des Maklerhauses Ziegert sind allein in den letzten vier Jahren 21 Neubau- und Sanierungsprojekte abgeschlossen worden. Und jetzt gibt es gerade wieder einen neuen Schub: Gleich mehrere Vorhaben schaffen weitere Wohnungen in Wassernähe.

„Idyllische Ausblicke auf die nahe Spree“ versprechen zum Beispiel die Entwickler des „Riverside Berlin“ in der Tunnelstraße, dessen Eigentumswohnungen mehrheitlich um die 4000 Euro pro Quadratmeter kosten. „Heritage Garden“ heißt ein weiteres Projekt mit 106 Eigentumswohnungen in der Straße Alt-Stralau, für das die Sanus AG im Mai dieses Jahres mit den Bauarbeiten begonnen hat. Die Wasserlage hat allerdings ihren Preis: Wer eine der 28 Wohnungen in den Seevillen direkt an der Spree erwerben will, muss bereit sein, bis zu 6500 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen.

Noch teurer sind allerdings die Penthousewohnungen im „Spreegold“, einem gigantischen ehemaligen Verwaltungsgebäude, das nach jahrelangem Leerstand in ein Wohnhaus umgewandelt wird: Bis zu 8500 Euro pro Quadratmeter werden hier verlangt – eine 217 Quadratmeter große Penthousewohnung kostet somit die Kleinigkeit von 1,85 Millionen Euro. Die 86 Wohnungen im ersten Bauabschnitt des Projekts „Am Fischzug“ bezeichnet Makler Ziegert hingegen als „Angebot im mittleren Preissegment“. 2950 bis 3950 Euro pro Quadratmeter heißt das konkret. Angesprochen werden sollen damit vor allem Berliner, und zwar sowohl Familien als auch Alleinlebende. Zwischen 60 und 160 Quadratmeter groß sind die Wohnungen, so dass das günstigste Appartement für knapp 190 000 Euro zu haben ist.

Dafür gibt es einen grünen Innenhof und eine Terrasse oder einen Balkon für jede Wohnung, aber keine direkte Wasserlage. Um trotzdem einen Bezug zum Wasser zu schaffen, haben sich Makler und Architekt etwas Besonderes einfallen lassen: Die Eingangsbereiche der 13 Häuser werden mit Motiven wie Uferpflanzen, Wellen, Fischen oder Vögeln versehen. „Vor Glasfassaden sorgen jeweils anders gestaltete Metallpaneele für eine unverwechselbare Adresse“, schildert Architekt Eike Becker das Prinzip.

Etwas allerdings fehlt den zukünftigen Bewohnern auf der Halbinsel Stralau noch: eine Infrastruktur mit Läden und Restaurants. Auch hier könnte sich nun aber etwas tun: Ein Investor hat angekündigt, eine ehemalige Fabrikantenvilla im Eingangsbereich der Halbinsel sanieren zu wollen – und darin möglicherweise auch Platz für Restaurants und Cafés zu schaffen.

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