Hausbau : Händchen mit Köpfchen

Die meisten Bauherren sind auf Eigenleistung angewiesen. Aber welche rechtlichen Gefahren birgt das?

WAS STEHT INS HAUS?


In Kürze werden wir einen Bauvertrag mit einer Hausbaufirma abschließen. Wir wollen einzelne Bauleistungen, wie etwa Fliesen-, Bodenbelags- und Malerarbeiten selbst durchführen, um Kosten zu sparen. Wir sind zwar keine Fachleute, haben aber handwerkliches Geschick und trauen uns diese Arbeiten zu. Ein befreundeter Bauingenieur hat uns nun davon abgeraten, unsere Eigenleistungen mit den in Auftrag gegebenen Leistungen zu vermischen. Finanziell können wir uns den Hausbau ansonsten jedoch nicht leisten. Welche Risiken bestehen denn bei unserer Vorgehensweise?

WAS STEHT IM GESETZ?
Ein Bauherr hat das Recht, einzelne Leistungen an andere Baufirmen zu vergeben oder sie selbst auszuführen. Er muss dies in dem mit der Hausbaufirma abzuschließenden Vertrag aber vereinbaren. Entsprechend verringert sich dann auch der Preis. Sie sollten allerdings das Verhältnis zwischen Ersparnis und Eigenarbeit gut vergleichen. Die durch die Hausbaufirma zu erbringenden Vorleistungen sollten außerdem erst durch einen Fachmann überprüft werden, bevor Sie Eigenleistungen durchführen. Sie können ansonsten nicht mehr nachweisen, ob die Hausbaufirma auch ordentlich gearbeitet hat. Gerade bei Vorarbeiten für den Fußboden gibt es hohe Ebenheitstoleranzen. Auch ist es bei bestimmten Wand- und Bodenbelägen notwendig, am Fußboden einen Ausgleich vorzunehmen. Welches Produkt dabei verwendet werden kann und wie ein Fußboden geebnet wird, ist von einem technischen Laien nur schwer zu überschauen. Schon wenn Ausgleichsschichten auf dem Estrich aufgebracht werden, kann man viele Fehler machen. Dies führt dazu, dass die Bodenplatten nicht mehr dauerhaft halten. Fehlt Ihnen insofern die handwerkliche Routine, kann selbst das Verlegen einfacher Bodenfliesen zum Albtraum werden. Durch die von Ihnen verursachten Fehler können auch die Vorleistungen der Hausbaufirma mangelhaft werden. Dann haben Sie noch höhere Kosten, können aber Gewährleistungsansprüche gegen die Hausbaufirma nicht mehr geltend machen.

UND WIE STEHEN SIE DAZU?
Es droht der Verlust von Ansprüchen. Prekär wird es zum Beispiel, wenn die Vorleistung der Baufirma die Abdichtung war. Dann nämlich können Sie später nicht mehr nachweisen, ob die Schäden bei deren Herstellung oder durch die Folgearbeit, nämlich Ihre Eigenleistung, entstanden sind. Je mehr Eigenleistungen übernommen werden, um so mehr wächst das Risiko, dass Gewährleistungsansprüche aus der vertraglich geschuldeten Bauleistung verloren gehen oder es schwierig wird, Fehler der Hausbaufirma nachzuweisen. Bevor Sie daher selbst Hand anlegen, sollten Sie gut überlegen, ob und wieviel Sie einsparen und ob dies einen möglichen Garantieverlust aufwiegt. Da die meisten Eigenleistungen (auch Malerarbeiten) nicht in der routinemäßigen Geschwindigkeit von Handwerkern möglich sind, sollten Sie auch die verlängerte Bauzeit berücksichtigen.

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