Hausratversicherung : Im schlimmsten Schadensfall geht es ums Ganze

Worauf es bei der Hausratversicherung ankommt – fünf nützliche Tipps.

Die Hausratversicherung sollte Schäden durch Einbruch, Diebstahl, Feuer und Sturm abdecken. Passende Policen müssen nicht teuer sein.
Die Hausratversicherung sollte Schäden durch Einbruch, Diebstahl, Feuer und Sturm abdecken. Passende Policen müssen nicht teuer...Foto: imago/suedraumfoto

Sinnvoll ist eine Hausratversicherung für fast jeden. „Je wertvoller die Einrichtung, desto wichtiger“, erklärt Martin Oetzmann vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Für Studenten oder Azubis, die ihre erste eigene Wohnung beziehen und keine teuren Möbel besitzen, ist sie nicht erforderlich. Bei der Überlegung, ob man eine Versicherung benötigt oder nicht, hilft folgende Faustregel: „Man sollte sich überlegen, welchen Schaden man finanziell verkraften kann und welcher einen in den Ruin treibt“, sagt Karin Roller, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Fünf Punkte, auf die es ankommt:

Preise vergleichen

Passende Policen müssen nicht teuer sein. Die Stiftung Warentest hat für die Zeitschrift „Finanztest“ 116 Tarife getestet. Dabei kam heraus: „Teure Verträge kosten dreimal so viel wie günstige.“ Das günstigste Angebot lag für den Modellfall einer Wohnung in Hannover bei 115 Euro jährlich. Das teuerste Angebot kam auf einen Jahresbeitrag von 531 Euro. Beim Preis kommt es aber stark darauf an, wo man wohnt.

Wie viel ist der Hausrat wert?

Diese Frage sollte möglichst genau beantwortet werden. „Ist der Wert zu hoch angesetzt, bin ich überversichert und zahle zu hohe Beiträge“, erklärt Oetzmann. „Setze ich den Wert zu niedrig an, bekomme ich im Schadensfall nicht alles ersetzt.“ Wer nicht jeden einzelnen Gegenstand seines Hausrats auflisten möchte, kann seinen Hausrat auch pauschal versichern lassen. Die Versicherer gehen hier häufig von einem Wert von 650 Euro pro Quadratmeter aus. „Aber besser ist es, die Versicherungssumme individuell zu berechnen“, sagt Oetzmann. Denn die Quadratmetervariante kann sich negativ auswirken. Falls man eine große Wohnung hat, kommt man auf eine hohe Versicherungssumme. Ist der Wert des Mobiliars niedriger, wird der Beitrag unnötig hoch. Ist die Wohnung klein, schrumpft auch der Beitrag. Übersteigt der Hausratwert die Versicherungssumme, ist man unterversichert.

Passenden Schutz wählen

Die Hausratversicherung sollte Schäden durch Einbruch, Diebstahl, Feuer und Sturm abdecken. „Darüber hinaus kann man sich überlegen, ob man sich auch gegen Schäden von Erdbeben oder Überschwemmungen versichern möchte. Das kommt aber auf den Wohnort an“, sagt Roller. Oetzmann empfiehlt, dass Überspannungsschäden bis zu 5000 Euro ersetzt werden sollten. Auch Schäden durch Wasser oder sonstige wärmetragende Flüssigkeiten etwa aus Solarheizungsanlagen sollten versichert sein. Wertsachen sollten mit mindestens 20 Prozent der Versicherungssumme versichert sein.

Auf günstige Bedingungen achten

Zu empfehlen sind Hausratversicherungen, bei denen der Versicherer im Schadensfall nicht überprüft, ob man grob fahrlässig gehandelt hat. Grob fahrlässig ist in den Augen der Versicherer, wenn man zum Beispiel ein Fenster im Erdgeschoss bei Abwesenheit nicht schließt. Nach dem neuen Versicherungsvertragsgesetz darf der Versicherer in solchen Fällen seine Leistungen kürzen. Lehrer oder Freiberufler sollten darüber hinaus darauf achten, dass das häusliche Arbeitszimmer mitversichert ist. Und wenn sich die Gefahrenlage ändert, sollte man seine Versicherung verständigen. „Wird ein Gerüst vor der Wohnung oder dem Haus aufgebaut oder ist man länger als 60 Tage nicht zu Hause, muss man dies der Versicherung melden.“

Pflichten beachten

Im Schadensfall müssen Kunden die Obliegenheitspflichten befolgen. Dazu gehört zum Beispiel, einen Einbruch, Vandalismus oder Brand sofort bei der Polizei anzuzeigen und eine Stehlgutliste anzufertigen. Danach sollte man alles detailliert der Versicherung melden. Hilfreich ist es, wenn man noch Nachweise über den Kauf vorlegen kann. „Es reicht aber auch, wenn man Fotos von seinen Möbeln und Wertgegenständen macht oder mit einer Videokamera den Hausrat filmt“, sagt Roller. Diese Nachweise sollte man zur Sicherheit bei Freunden, Verwandten oder im Bankschließfach aufheben. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar