Immobilien : Hier lauern die Fallen für angehende Immobilienbesitzer

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Die Auftragsbücher von Bauträgern und Fertighausanbietern sind gut gefüllt. Viele Verbraucher wollen noch vor der Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr bauen oder kaufen. Denn wer sein Häuschen für 300 000 Euro mit jetzt 16 statt dann 19 Prozent Mehrwertsteuer fertig stellt, vermeidet Zusatzkosten von 9000 Euro. Doch dabei müssen Immobilienbesitzer in spe auf Fallstricke achten:

VORGEZOGENE

PREISERHÖHUNG

Viele Anbieter werden ihren Kunden bereits jetzt tiefer in die Tasche greifen, schätzt Gabriele Heinrich, Geschäftsführerin des Verbandes Wohnen im Eigentum. Für Interessenten sei das aber schwer zu durchschauen: „Angesichts der intransparenten Festpreise ist eine Preiserhöhung nicht feststellbar und ein Preisvergleich nur schwer möglich.“

KAUF VOM BAUTRÄGER

ODER FERTIGHAUSANBIETER Wer sein Haus oder eine Wohnung zum Festpreis kauft, die Immobilie aber in diesem Jahr nicht mehr fertig wird, muss aufpassen: Denn entscheidend ist nicht, wann der Vertrag geschlossen wurde, sondern wann die Leistung erbracht wird, heißt es bei der Industrie- und Handelskammer Berlin. Der höhere Steuersatz wird aber nur fällig, wenn entsprechende Preisanpassungsklauseln im Vertrag vereinbart sind, ergänzt Heinrich. Ist solch eine Regelung vereinbart, gilt die Preiserhöhung für die Gesamtsumme, auch wenn in diesem Jahr schon Abschlagszahlungen geleistet wurden. Der höhere Steuersatz wird nach der Endabnahme mit der Schlussrechnung draufgeschlagen.

VORSICHT BEI VORKASSE

Verbraucherschützer warnen Bauherren, wegen der vermeintlichen Steuerersparnis noch in diesem Jahr Vorauszahlungen zu leisten. Abgesehen davon, dass sich die höhere Mehrwertsteuer auf diese Art nicht umgehen lässt, wenn die Leistung nicht noch in diesem Jahr erbracht wird: Das Geld ist dahin, wenn der Bauunternehmer Pleite geht.

SEPARATE BAULEISTUNGEN ODER TEILABNAHMEN

Werden Bauleistungen separat an unterschiedliche Unternehmen vergeben oder Teilabnahmen für die einzelnen Abschnitte mit dem Fertighausanbieter vereinbart, gilt für die in diesem Jahr erbrachten und abgerechneten Leistungen noch der alte Steuersatz. Teilabnahmen können jedoch nur bei in sich geschlossenen Bauleistungen erfolgen. Der Haken für Häuslebauer: Mit jeder Abnahme beginnt die Verjährungsfrist für Baumängel, aber nur für den jeweiligen Bauabschnitt. Da viele Mängel aber erst bemerkt werden, wenn man im Haus wohnt, geht wertvolle Zeit verloren.

HAUSKAUF

OHNE MEHRWERTSTEUER

Wer seine eigenen vier Wände erwerben möchte, aber noch kein konkretes Objekt im Auge hat, sollte sich von der Mehrwertsteuererhöhung nicht unter Druck setzen lassen, raten Verbraucherschützer. Zumal es auch ohne geht: Wer ein Haus oder eine Wohnung von einer Privatperson kauft, zahlt keine Mehrwertsteuer.AFP

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