Hochhäuser : Effizient in der Erschließung

Deutschland ist von Hochhaus-Skylines wie in New York oder Dubai noch weit entfernt. Dennoch kommt der Markt langsam in Bewegung.

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Neues Hochhaus Upper West in der Kantstraße am Breitscheidplatz. Links das Luxushotel Waldorf Astoria.
Neues Hochhaus Upper West in der Kantstraße am Breitscheidplatz. Links das Luxushotel Waldorf Astoria.Foto: imago

Der Markt für Hochhäuser ist deutschlandweit in Bewegung gekommen, mit den „Tanzenden Türmen“ des Architekten Stephan Braunfels hat das zunächst gar nichts zu tun: Nach einem Marktreport, den das Analysehaus bulwiengesa (Berlin) für das inhabergeführte Immobilienunternehmen Pandion erstellte, entstehen – bzw. entstanden – in den Jahren 2012 bis 2018 exakt 79 Wohnhochhäuser bundesweit mit knapp 10 000 Wohnungen. Die höchsten Wohntürme werden voraussichtlich in Frankfurt am Main (Tower 2) und in Berlin (Alexander Tower) entstehen.

Deutschland ist von Hochhaus-Skylines wie in New York, Dubai, London oder Moskau – mit Luxuswohnhochhäusern über 150 Meter – noch weit entfernt. 19 neue Wohnhochhäuser sollen in der Hauptstadt bis 2018 entstehen, sechs Projekte wurden laut bulwiengesa bereits bis 2015 fertiggestellt. Der Hochhausmarkt in Berlin wird derzeit von kleineren Hochhäusern mit Gebäudehöhen bis maximal fünfzig Meter dominiert.

Mehrere Großprojekte stehen jedoch in den Startlöchern – wie beispielsweise der Umbau der ehemaligen Postbank-Zentrale am Halleschen Ufer zum XBerg Tower durch die CG Gruppe. Ein weiteres Hochhaus am Alexanderplatz ist mit dem Hines Tower nach einem Entwurf des Star-Architekten Frank Gehry geplant.

Hochhäuser haben häufig ein Negativimage

Reinhold Knodel, Vorstand und Alleinaktionär der Pandion AG, sagte am Donnerstag auf der Veranstaltung „Wohn-Dialog“ in Berlin: „Um günstigen Wohnraum zu schaffen, sind die neuen Wohnhochhäuser aufgrund der hohen Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche nicht geeignet.“ Gleichwohl seien sie fester Bestandteil einer Stadt und idealerweise in einer guten Lage zu finden: „Früher entstanden mehrgeschossige Wohnbauten meist in der Peripherie – das Ergebnis waren abgeschiedene Viertel ohne Bezug zur Stadt, wie in Köln-Chorweiler.“ Baukosten und Auflagen, Anonymität, soziale Brennpunkte – Hochhäuser haben häufig ein Negativimage. Positiv stehen sie für eine Effizienz in der Erschließung, oft sind sie repräsentativ, bieten Ausblicke, verbrauchen nur wenig Grundstücke und lösen Probleme eines raschen Städtewachstums.

Bei jüngeren Projektentwicklungen werde meist darauf geachtet, so Knodel weiter, dass „Entrée“ und Service (Concierge) für einen persönlichen Empfang stimmen. Hinzu komme der Faktor „Sicherheit statt Anonymität“.

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