Immobilien : Holzhäuser sind besser als ihr Ruf

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Der moderne Holzhausbau steht in Sachen Haltbarkeit und Wertbeständigkeit anderen Bauweisen in nichts nach. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Leipzig aus dem Jahr 2002 ( www.uni-leipzig.de /~holzbau/). Deren Verfasser, Stefan Winter und Daniel Kehl vom Lehrstuhl für Stahl- und Holzbau, untersuchten die Entwicklung der Holztafel- und Holzrahmenbauweise seit 1965. In Deutschland werden zirka 85 Prozent aller Holzhäuser in diesen Bauweisen errichtet. Laut Studie verbesserten sich in dem Untersuchungszeitraum die Werkstoffqualitäten, die industriellen Fertigungsmethoden, die freiwillige Fremd- und Selbstüberwachung der Hersteller sowie die Regelungsdichte stetig. Nach 1985 errichtete Holzhäuser unterscheiden sich qualitativ nicht von Massivbauten. Die Vorurteile gegen die Bauweise – schlechter Schallschutz, geringe Lebensdauer und hohe Brandgefahr – seien überholt. Nach 1985 gebaute Holzhäuser genügen den gültigen Anforderungen des Wärme-, Feuchte-, Brand- und Schallschutzes oder übertreffen diese. Die Gesamtnutzungsdauer dieser Häuser liege genau wie bei Massivbauten bei 80 bis 100 Jahren. Die technische Lebensdauer könne bei ordnungsgemäßer Wartung und Instandhaltung sogar mehrere hundert Jahre betragen. Mittelalterliche Fachwerkhäuser zeigen dies eindrucksvoll. Eine schwedische Studie von 1994 räumt ebenfalls mit dem Vorurteil auf, Holzhäuser seien im Brandfalle stärker gefährdet als Steinhäuser. Auch in Deutschland verzichten Versicherer daher oft auf Risikozuschläge für Feuerversicherungen von Fertighäusern in Holztafel- und Holzrahmenbauweise. Anders bei Blockhäusern oder Bauten, die überwiegend aus Holz bestehen. Hier verlangt etwa die Allianz einen Risikozuschlag von 50 Prozent. jp

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