Hotelinvestment : Griff nach den Sternen

Hotelbetreiber setzen weiter auf Berlin: Rund 30 neue Häuser sollen 2013 an den Start gehen.

Valerie Schönian
Luxus als Schlüssel zum Glück. Simon Vincent, Präsident bei Hilton Worldwide, Patrice Brunet, Manager des Astoria-Investors Swan Operations, und Generaldirektor Friedrich Niemann (von links) bei der Eröffnung des Waldorf-Astoria-Hotels.
Luxus als Schlüssel zum Glück. Simon Vincent, Präsident bei Hilton Worldwide, Patrice Brunet, Manager des Astoria-Investors Swan...Foto: Schroewig

Mit den Touristen kommen die Geldgeber: Berlin war 2012 der wichtigste Hotelinvestmentstandort in Deutschland. Das Investitionsvolumen lag bei mehr als 500 Millionen Euro. Das entspricht nach Angaben des Immobiliendienstleistungsunternehmens Head of CBRE Hotels Deutschland 40 Prozent des 1,36 Milliarden Euro schweren Gesamtinvestitionsvolumens in der Bundesrepublik. Der Hintergrund: Berlin hatte 2012 mit 24,9 Millionen Übernachtungen und 10, 8 Millionen Gästen alle bisherigen Rekordwerte gebrochen.

„Als Hauptstadt liegt Berlin im Fokus der Hotelbetreiber“, sagt Ursula Kriegl, Leiterin Jones Lang LaSalle Hotels Deutschland. Ihr Investmentmanagementunternehmen hat 2012 insgesamt elf Hotelverkäufe in Berlin registriert, fast ein Viertel aller gesamtdeutsch verzeichneten Deals.

Neben dem Verkauf von etablierten Hotels gab es 2012 auch viele Neueröffnungen zu verzeichnen. Und so soll es weitergehen: „2013 sollen etwa 25 neue Hotels und Hostels mit 5500 Betten in Betrieb gehen“, sagt Katharina Dreger, Pressesprecherin des Fremdenverkehrsbüros Visit Berlin. Im Dezember 2012 zählte sie insgesamt rund 126 000 Betten. Damit habe sich das Angebot der Schlafmöglichkeiten in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. „Das zeigt, dass Berlin eine Stadt im Wandel ist“, so Dreger.

Doch mit dem Angebot wächst auch die Konkurrenz. Vor allem im Luxussegment tobt ein Preiskampf – wo sonst kann man sich so günstig und gleichzeitig so luxuriös zur Nachtruhe begeben wie in der Hauptstadt? „Wenn ich nach Renditen streben würde, sollte ich als Investor die Finger von Fünf-Sterne-Hotels in Berlin lassen“, sagt Ulf Templin, Geschäftsführer bei der Wirtschaftsprüfungsorganisation PKF hotelexperts. Schließlich gebe es auch in der Drei-Sterne-Kategorie noch Nachfrage. „Im Luxussegment müssen Hoteliers aber mit Angebotszuwächsen, Kapazitätsüberhängen und Preisnachlässen kämpfen.“ Es ist in Berlin kein Problem, für eine Nacht im Luxushotel weniger als 200 Euro zu bezahlen – in anderen europäischen Metropolen undenkbar.

Investoren sehen das ähnlich. „Berlin ist für die Luxushotellerie kein ganz einfaches Umfeld“, bestätigt Kai Winkler, General Manager bei Kempinski. Deshalb will die Hotelmanagementgesellschaft in absehbarer Zeit neben dem Hotel Bristol am Kurfürstendamm und dem Adlon erst einmal kein weiteres Haus in Berlin eröffnen.

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