Immobilien : Hübsche Häuser "jot we de"

DETLEF POHL

Wohnpark Ahrensdorf: Für Pendler zu weit weg/Seit Preiskorrekturen als Anlage erwägenswertVON DETLEF POHL Die Firma Bovis Homes Grundstücksgesellschaft errichtet rund 15 Kilometer südlich Berlins 250 von ursprünglich 315 geplanten Wohnungen in der Gemeinde Ahrensdorf.Sie liegt zwischen Ludwigsfelde und Saarmund, unweit vom Autobahnabzweig Drewitz, an der neuen Autobahnabfahrt Ludwigsfelde-West.Ein wichtiger Hinweis,denn ohne Auto ist die "Gartenstadt Ahrensdorf" derzeit nur schlecht erreichbar. Der Britische Investor - er baute auch den Freizeitpark EuroDisney bei Paris - verspricht englische Noblesse mitten im Märkischen.Die prekäre Verkehrsanbindung wird mit der neu geschaffenen Buslinie zwischen Potsdam und Ludwigsfelde etwas entspannt.Allerdings sind die auf dem Lande üblichenFahrzeiten abschreckend: Im Berufsverkehr fährt der Bus jede Stunde, aber nur bis 18 Uhr - am Wochenende fährt er überhaupt nicht.Besserung könnte die S-Bahn bringen, wenn sie von Lichterfelde-Ost noch gut 7 Kilometer bis nach Lichterfelde-Süd verlängert wird - von dort ist die Regionalbahn zu erreichen, die von Teltow nach Ludwigsfelde verlängert wird."Beides soll Ende 1997 fertig sein", weiß Claudia Ruttmann von der Deutschen Bahn Projekt. Von den fertiggestellten 115 Wohnungen im ersten Bauabschnitt sind laut Vertriebsleiter Winfried Barthel gut 50 Prozent verkauft und knapp50 Prozent vermietet.Schleppend verläuft der Verkauf von Eigentumswohnungen - zwei oder drei Zimmer, 58 oder 74 Quadratmeter groß.Kein Wunder, so Barthel: "Wer aufs Land zieht, will auch ein bißchen Land haben" - also eher ein Eigenheim als eine Wohnung.Selbstnutzer unter den Käufernfinden je nach Geldbeutel und individuellen Wünschen eine Bleibe, die vom Preis her durch die Lage "janz weit draußen" relativ günstig ist: Rund 4900 DM pro Quadratmeter kostet das Einfamilienhaus, 4500 DM dieDoppelhaushälfte, etwa 3600 DM das Reihenhaus, etwa 4400 DM die Eigentumswohnung.Bei den Häusern erklärt die Grundstücksgröße den Preisunterschied:Bei einer Doppelhaushälfte ist es 235 bis 591 Quadratmeter groß, bei Reihenhäusern zwischen 187 und 279 Quadratmetern, bei freistehenden Eigenheimen zwischen383 und 706 Quadratmetern. Kapitalanleger sind im Schnitt mit einem Kaufpreis von 4400 DM pro Quadratmeter dabei.Wer nicht nur auf Steuervorteile schielt, sondern auf eine wertbeständige Immobilie aus ist, kann mit 4 Prozent Mietrendite brutto rechnen.Dies gilt zumindest für die sehr schöne 58-Quadratmeter-Wohnung im Dachgeschoß: Die kostet 265900 DM plus 6900 DM für den Pkw-Stellplatz und müßte dann für 14,90 DM pro Quadratmeter netto kalt vermietet werden,plus 35 DM im Monat für den Pkw-Stellplatz. In dieser Rechnung ist allerdings die Instandhaltungsrücklage mit 0,10 DM pro Quadratmeter im Monat äußerst knapp bemessen; außerdem müssen rund 540 DM für Verwaltung im Jahr abgezogen werden - so bleiben dem Anleger 10250 DM als jährlicher Ertrag, besagte vier Prozent.Allerdings kommen zum Kaufpreis von 272800 DM noch mal 3,5 Prozent Notar- und Grundbuchkosten hinzu, das erhöht die Anschaffungskostenauf 282000 DM.Dadurch schmilzt die Netto-Rendite - also vor Steuern - auf 3,63 Prozent.Lohnende Investments sollten nach einer Faustregel aber bei deutlich über 4 Prozent liegen. Kein Wunder, daß bereits das Magazin für Architektur, Immobilien und Städtebau, SKYLINE zu Obacht riet: "alsKapitalanlage angesichts der Kaufpreise zweifelhaft".Immerhin ist der Bauträger lernfähig: Er senkte den Mietpreis seit dem Frühjahr um 1,35 DM pro Quadratmeter nach unten und offeriert im zweiten Bauabschnitt ein Bonbon: Bei der Hälfte der 37 Reihenhäuser im Angebot wird gegen einenAufpreis von 25000 DM ein ausgebauter Dachboden von rund 45 Quadratmetern "mitgeliefert".Das senkt den durchschnittlichen Kaufpreis pro Quadratmeter auf rund 2960 DM - ein wirklich günstiges Angebot. Niedriger wurde auch die "Schwelle" für die Mieter gelegt: Die neuen Reihenhäusern sind nicht mehr 13,10 DM pro Quadratmeter teuer, der monatlich Mietpreis wurde um eine DM gesenkt.Damit erfüllen sie die Kriterien von Walter Bosch, Sprecher des Landesverbandes Brandenburg im Verband Deutscher Makler, derauf dem Lande höchstens 13,50 DM pro Quadratmeter für durchsetzbar hält: "zumal die meisten Brandenburger mit ihren Mieten in bestehenden Alt-Verträgen bei 6 bis 7 DM pro Quadratmeter liegen".Wer die Miete bezahlt, erhältsolide Bauqualität in wirklich grüner Umgebung.Zur Ausstattung gehören Kiefern-Holztreppen zwischen den Etagen innerhalb der Wohnung, Wasserleitungen aus Kupfer sowie eine praktische Einbauküche.Ein Kabel-Fernsehanschlußist da, die Telefonanmeldung führt schnell zum Anschluß.Neben dem Eltern-Schlafzimmer befindet sich ein, in England sehr verbreitetes, kleines Ankleidezimmer, das alternativ auch als zweites Bad eingerichtet werden kann - Anschlüsse in der Wand sind vorhanden.Zu wünschen läßt die Größe der Räume, die nur im Wohnzimmer 20 Quadratmeter übersteigt, Kinder haben oft nur 11 Quadratmeter Platz.Beim Einfamilienhaus des Typs "Buche" ist das Bad ganze 5 Quadratmeter klein, und die Küche mißt nicht eben üppige 10 Quadratmeter. Kurz, die Gartenstadt Ahrensdorf bietet gute regionale Wohnqualität, jedoch weit von Berlin und Potsdam entfernt.Die Verkehrsanbindung ist für Selbstnutzer problematisch, die Werbung "nur 10 Autominuten von Potsdam" ein schlechter Witz.Als Mietangebot geht der Standortnoch etwas an der Kaufkraft der Umgebung vorbei.Auch dies läßt eine langfristige Kapitalanlage bei den jetzigen Preisen wagemutig erscheinen.Zumindest für die Reihenhäuser des zweiten Bauabschnitts vom Typ "Erle" mit ausgebautem Dach und 151 Quadratmetern Wohnfläche ist mit nunmehr fast 5 Prozent Nettorendite bei Mietansätzen von 12,80 DM pro Quadratmeter ein überlegenswertes Investment im Angebot. Informationen zu Vermietung und Verkauf liefert Bovis vor Ort: Alte Potsdamer Straße, 14974 Ahrensdorf,Telefon 03378/879872, in Berlin unter 030/254 49 90.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben