Immobilien : Im Einsatz für die Wohnsubvention

Der Verband privater Bausparkassen zieht für den Erhalt der Eigenheimförderung alle Register

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Die Eigenheimzulage sei besser als ihr Ruf – für diese Ansicht versucht der Verband der Privaten Bausparkassen im Augenblick neue Anhänger zu finden. Damit antwortet der Verband auf die Pläne der Bundesregierung, die Unterstützung für private Bauherren zu streichen, die den Steuerzahler fast zehn Milliarden Euro jährlich kostet.

Nach Auffassung des Verbandes treffen die in der Debatte gegen die Eigenheimzulage aufgeführten Argumente nicht zu. Der Vorwurf, wonach die Eigenheimzulage zur Zersiedelung von Landschaft führe, sei unbegründet. Die Eigenheimzulage sei erst 1996 eingeführt worden, als der Höhepunkt der Abwanderungswelle aus den Innenstädten bereits überschritten war. In den vergangenen Jahren seien die Wanderungsverluste der Städte im Verhältnis zu den Umlandgemeinden auf das niedrige Niveau der späten 80er Jahre zurück gegangen.

Völlig unhaltbar sei zudem die Auffassung, wonach die Eigenheimzulage die Preise für Wohneigentum in die Höhe trieben. Seit 1995 seien die Preise für den Neubau von Wohneigentum nominal um 1,4 Prozent gesunken – im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern, wo starke Preissteigerungen in dieser Zeit festzustellen seien.

Nach Überzeugung des Verbandes ist Wohneigentum als vierte Säule der privaten Altersvorsorge unerlässlich. Laut Allensbach sähen 64 Prozent der Bundesbürger die Immobilie als ideale Altersvorsorge an – dagegen nur 13 Prozent die RiesterRente. Außerdem wollten 85 Prozent der Bundesbürger in eigenen vier Wänden leben.

Zudem sei unter Experten umstritten, ob überhaupt noch ein Wohnungsüberschuss herrsche und nicht schon wieder Wohnungsmangel. Die Bevölkerungszahl stieg 2002 im Vergleich zum Vorjahr leicht. Außerdem wachse der Bedarf an Wohnraum von privaten Haushalten ständig. Der zunehmenden Nachfrage steht eine abnehmende Zahl neu errichteter Wohnungen gegenüber: Der Verband rechnet für 2003 mit der Fertigstellung von 250000 Wohnungen, 40000 weniger als im Vorjahr. Zur Deckung des Wohnungsbedarfs müssten jedoch rund 400000 Wohnungen jährlich neu gebaut werden.

Der Leerstand von 1,3 Millionen Wohnungen in den neuen Ländern sei nicht nur auf ein Überangebot zurückzuführen, sondern auch auf die mangelhafte Ausstattung dieser Immobilien. Hierfür gibt es auch aus Berlin gute Beispiele: Der Leerstand von Wohnungen im Ostberliner Randbezirk Hellersdorf konzentriert sich laut Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land auf nicht sanierte Plattenbauten. Dagegen bestehen nach Angaben der Gesellschaft keine großen Schwierigkeiten, Nutzer für sanierte Wohnungen in Plattenbauten zu finden.

Die Kritik des Verbandes an der wiederholt beabsichtigten Streichung der Eigenheimzulage steht auch vor dem Hintergrund der unverändert hohen steuerlichen Förderung von Käufern nicht selbst genutzter Immobilien. Díese profitieren von einer erhöhten „degressiven Abschreibung“ in den ersten Jahren nach Fertigstellung der Wohnung. Diese indirekte Subvention gerät jedoch nur selten in die Diskussion, weil unklar ist, wie hoch die zusätzlichen steuerlichen Einnahmen im Falle einer Streichung dieser Vergünstigung wären. ball

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