Immobilien : Immo-Schlussverkauf bei Hertie

Britische Eigentümer haben zunächst elf Häuser der insolventen Kaufhauskette abgestoßen

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Ladenschluss. Herties neuer Schriftzug hat wenig geholfen: Die Zukunft der Kette ist ungewiss. Der Insolvenzverwalter hat...

Im Streit um die Immobilien der insolventen Warenhauskette Hertie stößt der britische Eigentümer demnächst 11 seiner ursprünglich 63 Häuser ab. Sechs weitere Häuser wurden in den vergangenen Wochen bereits verkauft. Dabei handelt es sich um jeweils zwei Häuser in Hamburg und München sowie jeweils ein Gebäude in Mettmann und Wesseling (beide Nordrhein-Westfalen). Bei Hertie arbeiten rund 2800 Beschäftigte.

Die Investoren hatten bereits im vergangenen Sommer zwei Immobilien in Berlin verkauft, nachdem Hertie Insolvenz angemeldet hatte. Seitdem tobt zwischen MABV, die das Hertie-Geschäft und die Hertie-Immobilien in getrennten Tochterfirmen besitzt, und dem Insolvenzverwalter Biner Bähr ein Streit um die Zukunft der Warenhauskette. Bähr warf den Investoren vor, eine zu hohe Pacht zu verlangen. MABV bestritt dies; die Höhe sei marktüblich.

Anfang Februar hatten sich beide Seiten zu einem Sondierungsgespräch in London getroffen. Dabei wurde ein Schweizer Investor als möglicher Retter für die Mehrzahl der Filialen ins Spiel gebracht. Er sollte mit Hilfe staatlicher Garantien das Waren- Geschäft fortführen. Zwei Wochen später erklärte MABV dieses Gespräch für gescheitert. Seither habe Herties Insolvenzverwalter keine konkreten Vorschläge des Schweizers vorgelegt, sagte der MABV-Vertreter. „Von der Seite kommt auch nichts mehr.“ Für elf Hertie-Häuser seien nun neue Investoren gefunden worden, sagte der Vertreter weiter. Sie hätten eine feste Zusage gegeben. Die Vertragsabschlüsse stünden bevor. Die betreffenden Immobilien sind in Dinslaken, Dortmund-Aplerbeck, Duisburg-Walsum, Erkrath, Herdecke, Köln-Chorweiler, Köln-Porz, Langenfeld und Lemgo (alle Nordrhein- Westfalen) sowie Elmshorn und Schleswig (beide Schleswig-Holstein).

Die ankündigten Vertragsabschlüsse sind vor allem als Schuss vor den Bug des Insolvenzverwalters zu werten. Insolvenzverwalter Bähr hatte MABV seit Dezember wiederholt Investoren für die Immobilien versprochen. Hertie hatte MABV seit Insolvenzbeginn Ende August keine Miete gezahlt. Erst sieben Monate danach, vor einem Monat, hatte das Amtsgericht Essen das Insolvenzverfahren eröffnet und den Weg für die Gläubigerforderungen freigemacht. Bähr dringt nach eigenen Angaben nun auf eine Entscheidung für die Häuser bis Ende März.

Abgeschlossen ist demzufolge bereits der Verkauf der Immobilien in den Hamburger Stadtteilen Bramfeld und Langenhorn an Herties Konkurrenten Kaufland; die Geschäfte sollen im kommenden Jahr eröffnet werden. Die Düsseldorfer Agentur Development Partner kaufte die Häuser in den Münchener Stadtteilen Laim und Giesing. Die Immobilienfirma Phoenix development übernimmt die zwei Gebäude in Nordrhein-Westfalen. dpa

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