Immobilienkredite : Gute Rate ist nicht mehr teuer

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie billig Immobilienkredite heute sind.

Die aktuelle Niedrigzinsphase bietet Immobilienkäufern die besten Finanzierungsbedingungen.
Die aktuelle Niedrigzinsphase bietet Immobilienkäufern die besten Finanzierungsbedingungen.Foto: imago

Immobilienkäufer, die ein Darlehen aufnehmen, zahlen heute im historischen Vergleich nur einen Bruchteil für ihre Kreditraten. Wie niedrig die Konditionen sind, zeigt ein Blick auf die zehnjährigen Pfandbriefrenditen der vergangenen dreißig Jahre. „Die Zinsen für Immobilienkredite lagen über Jahrzehnte hinweg ein Vielfaches über dem jetzigen Niveau. Selbst der Durchschnittszins ist mit rund 6,5 Prozent knapp dreimal so hoch wie die jetzigen Zinsen von 2,2 Prozent“, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG, die private Baufinanzierungen vermittelt. Hypotheken sind historisch günstig.

1980: Zinsen rutschen unter zehn Prozent

Im Juni 1980 lagen die Zinsen für Immobilienkredite bei rund 9,5 Prozent, so dass eine Finanzierung über 200 000 Euro mit zehnjähriger Zinsbindung, einem Beleihungsauslauf von 60 Prozent und einer Tilgung von einem Prozent monatlich umgerechnet 1750 Euro kostete. Die Belastung für ein solches Darlehen summierte sich damit binnen zehn Jahren auf rund 178 000 Euro.

1990: Hochzinsphase nach dem Mauerfall

Die Zeit der Wiedervereinigung war aus Kreditsicht alles andere als ein preiswertes Vergnügen. Mitte der Achtziger waren die Zinsen zwar auf rund 7,5 Prozent gefallen, Anfang der Neunziger verlangten die Banken für ein Immobiliendarlehen jedoch wieder neun Prozent und mehr. Pro Monat mussten Darlehensnehmer dementsprechend erneut rund 1700 Euro für den besagten 200 000-Euro-Kredit aufbringen.

2000: Beginn der Niedrigzinsära

Zur Jahrtausendwende sind die Zinsen für Immobilienkredite und Kredite überhaupt Achterbahn gefahren. Die Internetblase hatte die Konditionen binnen kurzer Zeit extrem steigen lassen. Konnten Kreditnehmer Ende der neunziger Jahre bereits zu vier Prozent finanzieren, hatte der Aktienboom die Kreditzinsen Anfang 2000 wieder auf über sechs Prozent getrieben. Im Vergleich zu den vorangegangen Jahren waren Darlehen dennoch billig wie nie zuvor. Ein 200 000-Euro-Kredit konnte im Juni 2000 daher bereits mit einer Monatsrate von rund 1200 Euro bedient werden. Die Kosten dafür lagen auf zehn Jahre gerechnet bei 113 000 Euro.

2010: Willkommen im Zinstief

Die Bankenkrise und die weltweite Erlahmung der Konjunktur haben die Konditionen weiter sinken lassen. Die Zinsen bewegten sich im Juni 2010 bei rund 3,6 Prozent. Im Vergleich zu 2000 halbierte sich die Monatsrate für den beispielhaften 200 000-Euro-Kredit damit fast auf rund 770 Euro. Die Kosten über zehn Jahre hinweg beliefen sich 2010 auf nur noch rund 68 000 Euro.

2014: Kredit 136 000 Euro billiger als 1980

Während Sparer unter der aktuellen Niedrigzinsphase leiden, dürfen sich Immobilienkäufer über beste Finanzierungsbedingungen freuen. Die Zinsen für das Immobiliendarlehen über 200 000 Euro mit der Laufzeit von zehn Jahren und einer 60-prozentigen Beleihung liegen im Juni 2014 bei rund 2,2 Prozent. Die monatliche Kreditrate kostet derzeit mit 533 Euro weniger als ein Drittel der Rate vom Juni 1980 – als rund 1750 Euro für dasselbe Darlehen fällig waren. (Tsp)

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