Immobilienpreise : Geheimtipp Wedding

Die Immobilienpreise sind stark gestiegen. Dennoch können Privatanleger mit vermieteten Eigentumswohnungen in einigen Teilen Berlins noch attraktive Renditen erzielen.

Richard Haimann
Durch die steigende Einwohnerzahl der Stadt wird neuer Wohnraum auch in Zukunft benötigt. Kreative Lösungen sind gefragt.
Durch die steigende Einwohnerzahl der Stadt wird neuer Wohnraum auch in Zukunft benötigt. Kreative Lösungen sind gefragt.Foto: imago/Chromorange

Berliner Wohnimmobilien stehen bei gewerblichen Investoren so hoch im Kurs wie nie zuvor – und auch immer mehr Privatanleger versuchen durch den Kauf von Eigentumswohnungen ihr Vermögen zu mehren.
Für 4,7 Milliarden Euro haben Altersvorsorgeeinrichtungen, Fonds, Versicherungen und Wohnungsgesellschaften im vorvergangenen Jahr Miethäuser in der Hauptstadt erworben, eine enorme Steigerung von 14,6 Prozent gegenüber 2012.

Das zeigt der neue Zinshausmarktbericht des Immobilienverbands Deutschland (IVD), der auf den Daten der Gutachterausschüsse basiert. „Damit entfielen 2013 rund 34 Prozent des Gesamtumsatzes in den 50 größten deutschen Städten auf die Spreemetropole“, konstatiert Jürgen Michael Schick, Berliner Makler und Vizepräsident des IVD.

Dieses Jahr dürfte das Transaktionsvolumen noch höher ausfallen. Denn immer mehr internationale Investoren suchen in Zeiten fallender Renditen von Staatsanleihen und kräftiger Kursschwankungen an den Aktienmärkten die Sicherheit von Wohnimmobilien. Die deutsche Hauptstadt steht dabei besonders im Fokus. Das liegt nicht nur daran, dass die Konjunktur hierzulande den Krisen im restlichen Europa trotzt.

„Auch die sozioökonomischen Rahmenbedingungen sind in Berlin äußerst positiv“, erläutert Jacopo Mingazzini, Geschäftsführer des Berliner Immobiliendienstleisters Accentro. „Durch die steigende Einwohnerzahl wird Wohnraum auch in den kommenden Jahren sehr gefragt sein.“ Dies gelte insbesondere für Zwei-Zimmer-Wohnungen. „Der wachsende Anteil der Single-Haushalte macht diese bei Mietern immer begehrter“, sagt Thomas Beyerle, Chefresearcher der Immobilienberatungsgesellschaft Catella.

Immer mehr Privatanleger eifern inzwischen den Profis nach und erwerben Eigentumswohnungen, um mit deren Vermietung eine Rendite zu erzielen. 976 000 Einträge listet inzwischen Google für den Satz „Reich werden mit Immobilien“.

Ein Investment sollte gut geplant sein

Triebfeder des Trends sind die niedrigen Zinsen. Einerseits werfen Tages- und Festgeldkonten kaum noch Erträge ab, andererseits sind auch die Zinssätze für Hypothekenkredite so niedrig wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Der durchschnittliche Zinssatz für zehnjährige Annuitätendarlehen beträgt nur noch 1,34Prozent, hat das Verbraucherfinanzportal Biallo ermittelt. Zwar sind die Preise von Eigentumswohnungen in Berlin seit 2007 um mehr als 60 Prozent gestiegen, aber „durch die niedrigen Zinsen sind Immobilien jedoch erschwinglicher als je zuvor“, sagt Schick.

Sind die Preise für Eigentumswohnungen in Berlin 2012 noch um 14 Prozent gestiegen, waren es 2013 nur noch 11 Prozent und im vergangenen Jahr noch 9 Prozent, das zeigt der aktuelle Immobilienindex IMX von Immoscout. Damit liegen die Preise in den deutschen Metropolen allerdings immer noch über dem Bundesdurchschnitt. Gefragt sind vor allem die Innenstädte.

Allerdings sollte ein Investment gut geplant sein. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin fahren 8,5 Prozent der rund sieben Millionen privaten Vermieter in Deutschland mit ihren Wohnungen Verluste ein, weitere 24,6 Prozent schreiben nur eine schwarze Null. 20,7Prozent erzielen Erträge zwischen 0,1 und zwei Prozent pro Jahr. Nur 46,2 Prozent kommen mit ihren Mietwohnungen auf eine Rendite von 2,1 Prozent oder mehr.

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