Immowelt-Studie : Arbeiten in Berlin – Wohnen in Brandenburg

Eine Umfrage des Internetportals Immowelt zeigt: Der Speckgürtel wächst binnen fünf Jahren um 318 Prozent.

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Immer mehr Berliner ziehen nach Potsdam. Vor allem bei jungen Familien steigt dort die Nachfrage nach Bauland.
Immer mehr Berliner ziehen nach Potsdam. Vor allem bei jungen Familien steigt dort die Nachfrage nach Bauland.Foto: imago/Martin Müller

Weil Wohneigentum in den Metropolen nicht mehr zu bezahlen ist, weichen Stadtbewohner zunehmend ins Umland aus. Das gilt bundesweit, vor allem aber für den Speckgürtel um Berlin. Die Nachfrage nach Immobilien ist hier laut einer Analyse des Internetportals Immowelt deutlich gestiegen. Nach Informationen dieser Zeitung hat der Berliner Senat inzwischen sogar die Potenziale im Berliner Umland prüfen lassen, weil die Immobilienmärkte der Hauptstadt den Saldo aus Zu- und Abwanderung nicht mehr verkraften.

Jörg Wintzer, Berliner Filialleiter des Immobilienfinanzierers Hüttig & Rompf, beobachtet den Trend bereits seit Jahren: „Für den Traum vom eigenen Haus mit Garten werden in Berlin schnell 600 000 bis 700 000 Euro fällig. Junge Familien können eine Baufinanzierung für Immobilien in diesem Preissegment aber oft nicht stemmen. Deshalb weicht diese Käufergruppe vermehrt auf den Berliner Speckgürtel aus. Dort liegen die Preise für ein Eigenheim im Vergleich niedriger.“

Im engeren Gürtel um Berlin – im Umkreis von 25 Kilometern – registrierte Immowelt eine Steigerung der Nachfrage um 318 Prozent binnen fünf Jahren. Während in Berlin Wohnungen im Median für 3000 Euro/qm angeboten würden, sind sie im Umland aktuell für 2100 Euro pro Quadratmeter zu haben.

Junge Familien orientieren sich zunehmend Richtung Umland

Für die Studie hatte Immowelt in 14 Städten und den jeweiligen Umlandregionen die Entwicklung der Anfragen auf immowelt.de zwischen 2011 und 2016 untersucht. Insgesamt seien mehr als 1,25 Millionen Anfragen eingeflossen, teilte das Unternehmen mit.

Insbesondere junge Familien orientieren sich laut der Immowelt-Studie zunehmend Richtung Umland, um dort Eigentum erwerben zu können. Die Nachfrage nach Bauland für ein Eigenheim steigt laut Immobilienverband Berlin-Brandenburg stark – vor allem bei jungen Familien. Das schlägt sich auch in den Grundstückspreisen nieder, die teils weit über den Bodenrichtwerten liegen. Der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Brandenburg nennt etwa Königs Wusterhausen südöstlich von Berlin.

In einigen Ortsteilen gab es 2016 Preissteigerungen für Bauland zwischen 15 und 20 Prozent. Die Kaufpreise für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser und Doppelhaushälften erhöhte sich den Gutachtern zufolge in den letzten fünf Jahren um zirka 35 Prozent. Die Vertragszahlen für Eigentumswohnungen (Erstverkäufe) sind 2015 in Brandenburg landesweit gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent angestiegen; der mittlere Kaufpreis hat sich um 17 Prozent erhöht.

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