Immobilien : In der goldenen Mitte liegt man richtig Wer eine Immobilie finanziert, sollte sich absichern – aber maßvoll

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Wer eine Immobilie erwirbt, verschuldet sich meistens bis über beide Ohren. Tritt das Unerwartete ein, Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit, dann kann der Schuldner die Zinsen oft nicht mehr bezahlen. Stirbt er gar, dann hinterlässt er unter Umständen seiner Familie einen hohen Schuldenberg.

Um dies zu verhindern, bietet sich der Abschluss einer Versicherung an. Wer einen Kredit in Höhe von 175000 Euro mit einer monatlichen Rate von 1000 Euro abzahlt, sollte eine Todesfallversicherung in Höhe von 60000 Euro abschließen. Von diesem Geld können die Hinterbliebenen fünf Jahre lang Zinsen und Tilgung bezahlen. Sie haben Zeit genug, die Immobilie zu verkaufen. Diese Risikoversicherung kostet eine 35-jährige Frau monatlich 4,60 Euro bei einer Vertragslaufzeit von 20 Jahren. Ein 35-jähriger Mann müsste 6,70 Euro bezahlen.

Wer die Berufsunfähigkeit mitversichern möchte, muss einen Beitrag von monatlich 32,47 Euro (Frau) oder 30,19 Euro (Mann) aufbringen. Die Versicherung würde im Todesfall wiederum 60000 Euro auszahlen. Im Falle einer Berufsunfähigkeit bekäme der Betroffene bis zu seinem 60.Lebensjahr eine Rente von monatlich 1000 Euro. Von diesem Geld könnte er die fälligen Zinsen bezahlen.

Seit einiger Zeit gibt es auch Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit. Wer Zinsen in Höhe von 500 Euro monatlich für die Dauer von zehn Jahren absichern möchte, muss 3570 Euro aufbringen. Die Arbeitslosigkeit darf jedoch erst sechs Monate nach Versicherungsbeginn eintreten. Verliert der Schuldner seine Stelle, überweist die Versicherung zwei Jahre lang die Zinsen direkt an die Bank. Findet der Schuldner eine neue Arbeit, muss er mindestens zwölf Monate Sozialbeiträge entrichten, bevor die Versicherung bei einer erneuten Erwerbslosigkeit eintritt. Max Herbst

Der Autor ist Finanzberater und leitet die fmh in Frankfurt am Main.

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