Immobilien : In voller Blüte

Die meisten Schneeglöckchen-Arten kommen in der Türkei vor

Thomas Raus

DER ROTE PUNKT

Nachstehend veröffentlichen wir die vom Botanischen Garten für diese Woche herausgegebene Zusammenstellung besonders sehenswerter Pflanzen, die im Freigelände oder in den Gewächshäusern mit einem roten Punkt gekennzeichnet sind. Der Garten ist täglich von 9 Uhr an geöffnet, die Gewächshäuser am Wochenende ab 10 Uhr.

Freiland . Die Teiche im Botanischen Garten haben noch Mühe, endlich ganz aufzutauen, und alles ist ein wenig „zu spät“ für die zweite Märzhälfte. Eine gute Gelegenheit, einmal über die Schneeglöckchen (Galanthus) zu plaudern, die auf Grund der langen Frostperiode gerade jetzt ihre Hochsaison haben. Schneeglöckchen – im Plural? Ja, insgesamt gibt es 18 verschiedene Arten in Europa und Vorderasien – von den französischen Pyrenäen bis zum Kaspischen Meer, südwärts bis Sizilien und Palästina. Sonderbar nur, dass Schneeglöckchen in Spanien und Portugal fehlen.

Der wissenschaftliche Name der Gattung kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus gala = Milch und anthos = Blüte. Tatsächlich ist allen Arten die milchweiße Blütenfarbe gemeinsam. Die Blüten besitzen drei kleine, innere und drei größere, abgespreizte, äußere Blütenblätter. Zur Unterscheidung der Arten dient die Farbe, Breite und Faltung der Blätter, die Verteilung der grünen Farbmale auf der inneren Blütenkrone sowie nicht zuletzt die Blütezeit, denn es gibt auch herbstblühende Schneeglöckchen-Arten!

Das Entfaltungszentrum der Gattung ist der Kaukasus und das angrenzende Kleinasien. Kein Wunder, dass die meisten Arten in der Türkei vorkommen. Zwei davon mit auffällig breiten Blättern, das Elwes-Schneeglöckchen (Galanthus elwesii) und das Ikaria-Schneeglöckchen (Galanthus ikariae), blühen derzeit sehr schön in den Abschnitten „Nordwestanatolien“ und „Kolchischer Wald“ in der Pflanzengeografischen Anlage des Botanischen Gartens.

In Mitteleuropa ist als einzige Art nur das Gewöhnliche Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) heimisch, dessen hauptsächlich submediterranes Verbreitungsgebiet in der südlichen Ukraine beginnt und westwärts kurz vor der französischen Atlantikküste endet. Während die in Südeuropa und Westasien wachsenden Arten meist Bergwälder und Felsstandorte besiedeln, gehört unsere Art zur natürlichen Flora der Gewässer begleitenden, feuchten Auwälder und ist an Rhein, Donau, Inn und Oder, auch in Bachtälern des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb zu finden.

Am besten gedeiht das Gewöhnliche Schneeglöckchen im Halbschatten auf sickerfeuchten, nährstoffreichen Ton- und Lehmböden. Daher lässt es sich auch leicht in gärtnerische Kultur nehmen. Es neigt zur „Verwilderung“ dort, wo der Boden gut gepflegt wird. Die Samen werden durch Ameisen am Boden verbreitet, so dass Schneeglöckchen oft in großer Anzahl auftreten. Echte Wildvorkommen allerdings sind dennoch sehr selten und stehen unter strengem Naturschutz.

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