Intelligentes Wohnen : Einziehen in die Zukunft

ntelligentes Wohnen ist keine Zukunftsvision mehr, sondern schon Realität. Mit vernetzten Steuerungssystemen im gesamten Haus wird Wohnen und Arbeiten unter einem Dach komfortabler, sicherer und auch energetisch nachhaltiger. Nur wer baut schon so?

Tong-Jin Smith
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Die Idee des Projekts e-wohnen: technische sowie architektonische Flexibilität für jedes Lebensalter sichern. Foto: promo

I Ein Vorreiter in Sachen intelligentes Wohnen ist Medienunternehmer Dirk Fabarius mit seiner Firma für Bau-Medien-Projekte di-Vision und dem Projekt „e-wohnen der zukunft“. Das „e“ steht dabei für die Evolution des Wohnens und zeigt, was heute schon möglich ist.

Seit 2004 hat das Unternehmen mit Partnern aus der Industrie und namhaften Architekten drei beispielgebende Projekte in Berliner Altbauten realisiert. Am bekanntesten ist die in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Graft konzipierte Dachgeschosswohnung in Prenzlauer Berg. Das Penthouse dient in erster Linie als Showroom für den e-Wohnstandard, der hier erlebbar und emotional greifbar wird. Nicht nur die organische, höhlenartige Architektur des Raums mit integrierten Wohnskulpturen zum Liegen und Sitzen, sondern vor allem die intelligente technische Vernetzung und Steuerung der Wohnung sind Ausdruck des neuen Wohnens. „Dabei geht es nicht um Designspielerei, sondern um den Nutzen und die Funktionalität“, sagt Beate Appel, zuständig für Marketing und Vertrieb der e-wohnen-Projekte.

In Wohnungen, die nach dem e-Wohnstandard gebaut sind, öffnet oder schließt man Eingangstüren per Chip, der von einem Lesegerät gescannt wird. Beleuchtung, Temperatur und Unterhaltung sind über ein zentrales Steuerungssystem programmierbar. So erhält etwa jedes Zimmer beim Betreten wie von Geisterhand die gewünschte Helligkeit und Temperatur. Auch lassen sich die Jalousien und sogar einzelne Haushaltsgeräte oder die Stereoanlage über dieses Netzwerksystem steuern – auch von außerhalb. Per Mobiltelefon oder Internet können die einzelnen Elemente passwortgeschützt angewählt und programmiert werden.

Das neueste Projekt von e-wohnen ist die „Living Factory 2.0“, in einer 1910 erbauten ehemaligen Textilfabrik in der Mendelssohnstraße 27 nahe dem Alexanderplatz. Das Gebäude soll bis Ende 2010 nach dem e-Wohnstandard umgebaut und als Energieeffizienzhaus saniert werden. Im Erdgeschoss entstehen Büroflächen, darüber ein Wohnlabor, wo ein Jahr lang ausprobiert werden soll, was im Rahmen des Prinzips „vernetztes Leben“ technisch möglich und wünschenswert ist. „In den darüberliegenden Stockwerken entstehen verschiedene Wohnungen für unterschiedliche Menschen und Wohnformen“, erläutert Appel. Zusätzlich gibt es eine Penthouse-Etage als Neubau mit zwei großzügigen Wohnungen, die sozusagen die Crème de la Crème der Möglichkeiten des e-wohnens darstellen.

„Living Factory 2.0“ nimmt sich der immer komplexeren Bedürfnisse urbaner Menschen an, die Arbeiten und Wohnen verbinden, deren Lebenswelt über Altersgrenzen und Tätigkeitsfelder flexibler werden und die auch wieder in mehreren Generationen unter einem Dach leben wollen. „Die Idee ist, dass jemand als Student einzieht und über die technische sowie architektonische Flexibilität bis ins hohe Alter hier leben kann“, sagt Appel. „Das Haus verbindet multifunktionale Architektur und Wohntechnik und ermöglicht ein vernetztes Leben, wobei jeder für sich entscheiden kann, wie viel oder wie weit die Vernetzung einzelner Elemente gehen soll: Möchte ich jede einzelne Steckdose steuern können oder nur die Heizung und die Jalousien? Jeder kann individuell schalten und walten.“

Die integrierte Wohntechnik stellt nicht nur eine Erleichterung des Alltags dar, sondern soll auch einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen ermöglichen und für jeden sichtbar machen. „Durch die Haustechnik können für jeden Mieter genaue Betriebskostenabrechnungen erstellt werden“, erklärt Projektentwickler Hans-Dieter Schlippers. „Das betrifft alle Bereiche vom Stromverbrauch über die Fahrstuhlnutzung bis zur individuell produzierten Müllmenge, die per Chipkarte erfasst wird.“ Das habe sich schon in anderen e-Wohnstandard-Häusern bewährt, wo der Verbrauch und die Kosten drastisch gesunken seien.

Mehr dazu im Internet unter:

www.e-wohnen-der-zukunft.de

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