Immobilien : Je kürzer, desto besser Für Mieter haben knappe Verträge einige Vorteile

Ein paar Sätze bis zu mehreren Seiten: Jeder Mietvertrag sieht anders aus. Meist steckt er voller Details, etwa zu Schönheitsreparaturen und Tierhaltung. Dabei muss er laut Gesetz gar nicht lang sein. „Man braucht keinen schriftlichen Mietvertrag“, sagt Claus Deese vom Mieterschutzbund in Recklinghausen. „Es muss lediglich Einigkeit über die Vertragsparteien, das Objekt und die Höhe der Miete bestehen.“ Doch in der Regel wird vor dem Einzug ein Vertrag unterschrieben. Dann müssen Mieter und Vermieter namentlich genannt werden, ebenso die Adresse des Objektes einschließlich der genauen Lage der Wohnung sowie die Höhe der Miete.

Für Mieter gilt: Je kürzer der Mietvertrag, desto besser. Stehe in dem Papier beispielsweise nichts zu Schönheitsreparaturen, dann sei automatisch der Vermieter dafür verantwortlich. In den meisten Verträgen seien aber viele Details geregelt, etwa der Umfang der Betriebskosten. Nicht selten würden die Posten einzeln aufgezählt. „Es gibt 17 Nebenkostenpositionen“, sagt Deese.

Normalerweise werde jeder Mietvertrag unbefristet geschlossen. Beschränkungen seien nur zulässig, „wenn ich als Vermieter einen bestimmten Befristungsgrund habe“, sagt Gerold Happ, vom Eigentümerverband Haus & Grund in Berlin. Ein Grund könne sein, dass der Vermieter die Immobilie in absehbarer Zeit für sich selbst oder Verwandte benötigt oder das Objekt bald saniert wird.

Die Höhe der Miete sei frei vereinbar. Bei einem neuen Vertrag müsse sich der Vermieter nicht am Mietspiegel orientieren, sondern an der ortsüblichen Vergleichsmiete. „Bei einem Staffelvertrag muss der Vermieter von Anfang an hineinschreiben, wann die Miete in welcher Höhe steigt“, sagt Happ. Beim Indexvertrag, der ebenfalls eine regelmäßige Mietsteigerung beinhaltet, müsse deutlich werden, auf welcher Grundlage die Erhöhung geschehe. Maßstab sei meist der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland.

Abgesehen davon müsse nicht aufgeschlüsselt werden, wie die Miete berechnet werde, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Eine Abrechnung pro Quadratmeter oder Raum sei nicht verpflichtend. Normalerweise werde die Kaltmiete festgehalten, dazu eine Vorauszahlung der Betriebskosten. dpa

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