Immobilien : Jeder seriöse Schlüsseldienst hat Pauschalpreise

ANDREAS LOHSE

Zugeschlagene Türen lassen sich fast immer ohne Beschädigung des Schlosses öffnenVON ANDREAS LOHSE Peng! Die Tür ist zu.Da hilft auch kein Rütteln und kein Ruckeln.Der Mieter steht draußen im Treppenhaus.Panik? Keine Spur.Er klingelt beim Nachbarn, bittet ihn um den Ersatzschlüssel, schließt auf, fertig.So einfach könnte es sein.Doch täglich fallen tausende von Türen ins Schloß, die sich nicht so unkompliziert wieder öffnen lassen. Das oberste Gebot bei einem solchen Mißgeschick Lautet: Ruhe bewahren.Denn wer gleich den erstbesten Schlüsseldienst bestellt, läuft Gefahr, eine böse Überraschung zu erleben.Selbst das Öffnen einer lediglich ins Schloß gefallenen Tür kann schlimmstenfalls mit mehr als 1000 Mark zu Buche schlagen, weiß man bei der Berliner Verbraucherzentrale. Müssen an das Schloß tatsächlich Profis ran, sollte man zunächst die Preise vergleichen.Erkundigen Sie sich bei mindestens drei Betrieben - wenn möglich unter Zeugen - nach dem Festpreis nur für die Türöffnung.Bevorzugen Sie Mitglieder einer Innung oder der Handwerkskammer.Meiden Sie solche Firmen, die zwar mit großformatigen Anzeigen im Branchenbuch werben, auf denen aber der Sitz der Firma nicht erkennbar ist.Gibt ein Betrieb auf die Frage nach den Kosten keine Auskunft oder windet sich mit Floskeln, wie "das werden wir dann sehen", ist das ein schlechtes Zeichen.Jeder seriöse Schlüsseldienst hat Pauschalpreise."Wer nicht weiß, was er für eine einfache Türöffnung nehmen wird, ist entweder ein Anfänger oder gehört möglicherweise zu den Abzockern der Branche", urteilt die Stiftung Warentest.Seriöse Betriebe kann Ihnen übrigens auch die Polizei nennen. Eine einfache Not-Türöffnung kann bei einem seriösen Schlüsseldienst pauschal zwischen 80 und 300 Mark kosten.Rückt der Schlosser am Wochenende, feiertags oder spät abends an, ist die Rechnung mindestens doppelt so hoch.Sofern möglich, sollte man also überlegen, die Nacht bei Freunden zu verbringen und die Türöffnung auf den nächsten Werktag verschieben.Die Stiftung Warentest rät gar, das nächste Hotel aufzusuchen: So mancher Ausgesperrte hätte dann gegenüber dem fälligen Aufpreis trotzdem noch Geld gespart. Ist es unvermeidlich, die Wohnungspforte aufzubrechen, schafft dies ein Fachmann innerhalb von Sekunden.Kann der Monteur am Ort trotz Nachfrage zu den Kosten keine eindeutige Auskunft geben, müsse damit gerechnet werden, so die Erfahrungen in der Verbraucherzentrale, "daß die Tür unsachgemäß durch Zerstörung der Schließanlage geöffnet wird, um überteuerte Schließzylinder, Einsteckschlösser und Schließbleche in Rechnung stellen zu können".Lediglich zugeschlagene Türen ließen sich fast immer ohne Beschädigung des Schlosses öffnen.Darauf sollten Sie den Monteur dann hinweisen, wenn er gleich mit Zylinderknacker und Bohrmaschine ans Werk gehen will.Insbesondere dann sollten Sie darauf achten, daß der Schließzylinder nicht zerstört wird, wenn das Haus eine zentrale Schließanlage hat, deren Schlüssel verschiedene Türen öffnen können - zum Beispiel Haustür, Dachboden, Keller und Wohnungstür. Teuer wird es dann, wenn der Schlüssel innen steckt, abgebrochen oder gar verschwunden ist.Muß das Schloß außerhalb der üblichen Geschäftszeiten geöffnet werden, verzichten Sie wenn möglich darauf, gleich ein neues einbauen zu lassen, wenn das alte beschädigt ist.Warten Sie mit dem Auftrag bis zum nächsten Werktag.Mitunter tut es vorübergehend auch ein billiger Notzylinder.Denn Montagekosten werden neben dem neuen Schloß in jedem Fall extra berechnet - feiertags zum teuren Notfalltarif. Schlüsseldienste bestehen in der Regel auf Barzahlung.Unterschreiben Sie keinesfalls nachträglich Preisvereinbarungen.Bestehen Sie auf einer detaillierten Rechnung und lassen Sie sich die einzelnen Positionen genau erklären.Ist eine Rechnung offensichtlich überhöht oder sind die einzelnen Posten nur schwer nachvollziehbar, sollten Sie vorerst nur eine Anzahlung leisten und einen Streit mit dem Betrieb riskieren, raten Verbraucherschützer.Und: "Weisen Sie den Monteur darauf hin, daß Sie die Rechnung von anderen Schlüsseldiensten, der Handwerkskammer oder der Verbraucherzentrale überprüfen lassen." Zuvor sollte man den Schlüssel abziehen oder zumindest einen Fuß in den Türspalt stellen.Der Stiftung Warentest sind Fälle bekannt, in denen "windige Monteure die Pforte schnell wieder zuzogen.Und das Theater beginnt vor vorn". "Treppenterrier"Selbsternannte Handwerker klappern systematisch ganze Stadtviertel ab, um verdutzten Mietern zu erklären, sie handelten im Auftrag der Hausverwaltung: Die Schlösser seien auszutauschen, alte Zylinder gefährdeten den Versicherungsschutz, ein Sonderpreis gelte nur bei sofortigem Einbau.Vor solchen "Treppenterriern", wie sie im Jargon der Sicherungsbranche genannt werden, warnt die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift "test".Billigschlösser, die im Baumarkt 30 Mark kosteten, würden naiven Mietern für mehrere hundert Mark angedreht.

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