Immobilien : Jetzt gegen Schädlinge vorbeugen

ANDREAS LOHSE

Ein Rundgang durchs Haus offenbart Schlupflöcher für Mäuse und anderes GetierVON ANDREAS LOHSE Der Herbst rückt näher.Jetzt ist es für Wohnungsmieter und Hausbesitzer an der Zeit, einige Vorkehrungen zu treffen.Denn mit zunehmender Kühle beginnt sich so mancher unliebsame Gast ein warmes Plätzchen zu suchen.In der Stadt nutzen vor allem Ratten, Mäuse und Asseln gern jeden Durchschlupf, um sich in den Häusern gemütlich ihr Winterlager einzurichten. Die grauen vierbeinigen Nager lieben Dachböden, Keller, Hohlräume unterm Fußboden und im Mauerwerk; besonders dann, wenn es in der Nähe etwas zu fressen gibt.Sie ernähren sich von allem, was auch den Menschen schmeckt - darüber hinaus von Abfällen sowie Fetten.Unangenehm sind Fraßschäden an Lebensmitteln.Papier und Textilien dienen ihnen als Nistmaterial.Krankheiten übertragen sie vor allem durch Kot und Urin. Mieter sollten sich deshalb dieser Tage ein Stündchen Zeit nehmen und - am besten zusammen mit dem Hausmeister - einen kleinen Spaziergang durchs Gebäude machen: Offene Kellerfenster sollte man jetzt schließen, mit einem Zettel im Hausflur die anderen Mieter daran erinnern, auch Haus- und Hoftüren geschlossen zu halten.Kellerverschläge mit kleinen Schlupflöchern lassen sich in der Regel bereits mit zwei Nägeln und einem kleinen Brett vor dem Zuflucht suchenden Getier dauerhaft abschotten.Entdeckt man Mauerwerksschäden, defekte Fenster, die sich nicht verschließen lassen oder gar einladende Türspalten, sollte man den Vermieter unverzüglich auf Instandsetzung der Schäden drängen - oft genügen schon ein paar kleine handwerkliche Griffe, um die Gewölbe mäusefrei zu halten.Auch der Abstellplatz für Mülltonnen bedarf einer Inspektion: Achten Sie vor allem darauf, daß die Deckel der Tonnen dicht sind und Abfall in dem Gefäß und nicht daneben landet. Zu Unrecht werden demgegenüber Kellerasseln gejagt.Sie sind keine Schädlinge, völlig harmlos und gehören im Garten zu den nützlichen Bodenorganismen, die vor allem faulige Substanzen fressen, in Lager oder Keller allerdings auch Obst und Gemüse.Treten sie in Massen auf, können sie lästig werden.Vorbeugend kann man Ritzen abdichten, Lüftungsschlitze mit feinmaschigem Fliegendraht und Türschwellen mit doppelseitigem Klebeband versehen.Mit fauligen Kartoffeln lockt man die Tiere an, sammelt sie dann ein und schafft sie ins Freie.In eine mit Alkohol ausgespülte Flasche, deren Öffnung den Boden berührt, kriechen sie - und fallen betrunken um. Sein Haus ungerzieferfrei zu halten, sollte auch das Interesse des Vermieters sein.Haben sich Ratten und Mäuse erst bis in die Wohnungen vorgearbeitet, müssen Mieter diesen Mangel unverzüglich und schriftlich dem Eigentümer mitteilen, der seinerseits Abhilfe schaffen muß.Kommt der wiederum dieser Aufforderung nicht nach, kann der Mieter - zu empfehlen ist eine vorherige rechtliche Beratung - die Miete mindern.In Ausnahmefällen kann er das Mietverhältnis sogar fristlos kündigen, beispielsweise dann, wenn er wegen des Ungezieferbefalls eine Gefährdung seiner Gesundheit befürchtet, entschied in einem Fall das Landgericht Freiburg.Schlimmstenfalls muß der Vermieter dann sogar die Kosten für Umzug und Beschaffung von Ersatzwohnraum zahlen, ging der Bundesgerichtshof sogar noch weiter. Hat sich Ungeziefer erstmals eingenistet, muß der Vermieter grundsätzlich für dessen Entfernung oder Bekämpfung sorgen.Eine Klausel im Mietvertrag, der Mieter habe die Räume auf eigene Kosten von Ungeziefer freizuhalten, ist unwirksam.Hat dieser die Schädlinge jedoch selber eingeschleppt, muß er auch Maßnahmen zu ihrer Beseitigung in die Wege leiten.

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