Immobilien : Kein Pardon für Bleirohre

W&W AG]Neue Grenzwerte zwingen Eigentümer zum Tausch.

W&W AG]W&W AG]Die Zeiten von Bleiverunreinigungen im Trinkwasser sind seit dem 1. Dezember endgültig vorbei. An diesem Stichtag ist ein verschärfter Grenzwert in Kraft getreten, der faktisch auf ein Total-Verbot von Bleirohren in Wohngebäuden hinausläuft. Die Eigentümer müssen dafür sorgen, dass diese notfalls ausgetauscht werden, um Bewohner zu schützen.

Worum geht es bei der Bleifrage genau? Blei ist ein Blut- und Nervengift, das insbesondere für Kinder gefährlich sein kann. Der Gesetzgeber hat deshalb 2001 die Trinkwasserverordnung verschärft und strikte Grenzwerte erlassen, die allerdings nur stufenweise in Kraft traten. Am 1. Dezember wurde die finale Phase erreicht: Ein Liter Wasser darf nur noch 0,01 Milligramm Blei enthalten. Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge ist der Wert so niedrig, dass er mit Bleileitungen nicht mehr einzuhalten ist. Er kommt also einem Verbot gleich.

Was sind die Konsequenzen für Vermieter und Mieter? Haus- und Wohnungsbesitzer müssen zwingend dafür Sorge tragen, dass der Blei-Grenzwert eingehalten wird und alte Rohre notfalls austauschen. Seit dem 1. Dezember gilt für sie zudem eine Informationspflicht: Sollten in einem Wohnhaus noch Bleirohre vorhanden sein, müssen Mieter darüber per Brief oder Aushang unterrichtet werden.

Bleibt ein Vermieter untätig, wird die Angelegenheit ein Fall für das Gesundheitsamt. Verstöße gegen die Trinkwasserverordnung sind kein Kavaliersdelikt. Das Amt kann die Sanierung anordnen sowie Bußgelder verhängen. In letzter Konsequenz kann sich ein Vermieter strafbar machen. Aufschluss über Bleibelastungen im Trinkwasser bieten notfalls Expertenanalysen, die von den Wasserversorgungsbetrieben oft für etwa 20 Euro angeboten werden. Bei weiteren Fragen wie Mietminderungen helfen Anwälte oder der Mieterschutzbund.

Wie verbreitet ist das Problem mit den Bleirohren? Bleirohre wurden teils noch bis in die 70er Jahren hinein verbaut. Zudem können auch andere Materialien wie Kupferlegierungen kleinere Bleimengen abgeben und müssen eventuell auch ersetzt werden. AFP

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