Immobilien : Klassiker im Staudenbeet

Der Rittersporn mit seinen leuchtenden Blüten gehört zu den schönsten Pflanzen im Sommergarten

Tassilo Wengel

Zweifellos gehören die Rittersporne (Delphinium) zu den attraktivsten Stauden im Sommergarten. Mit ihren weithin leuchtenden Blütenständen sind sie auf dem Staudenbeet ein wirkungsvoller Blickfang. Schon Karl Foerster, der Altmeister der Staudenzüchtung, widmete sich intensiv diesen schönen Pflanzen und schuf zahlreiche Sorten.

Der botanische Name der Rittersporne stammt aus dem Griechischen und bezieht sich auf die Form der Blütenknospe, die an einen Delphin erinnert.

Rittersporne gehören zur Familie der Ranunkelgewächse (Ranunculaceae) und sind mit etwa 400 Arten in der nördlichen gemäßigten Zone verbreitet. Wichtigste Art ist der blaue Berg-Rittersporn (Delphinium elatum) aus den lichten Bergwäldern und Hochstaudenfluren Osteuropas, wo er auf kühlen Matten, an Bachufern und vor allem in Hochstaudenfluren wächst. Die Böden dieser Lebensräume sind im Frühjahr nass und trocknen auch im Sommer nicht aus.

Bereits im 19. Jahrhundert wurde der blaue Berg-Rittersporn (Delphinium elatum) von dem englischen Staudenzüchter James Kelway mit anderen Wildarten gekreuzt. Den größten Verdienst um die Züchtung der Rittersporne erwarb sich allerdings Karl Foerster. Er begann bereits 1920 in Postdam-Bornim Sorten zu züchten. 50 Jahre lang beschäftigte er sich mit der Staude. Ohne ihn wäre der heutige Standard der Ritterspornzüchtung in Mitteleuropa nicht erreicht worden. So entstanden die so genannten Delphinium-Elatum-Hybriden, die sich durch mittelgroße Blüten und lange, dicht besetzte Blütenrispen auf kräftigen Stängeln auszeichnen.

Einige sehr schöne und bewährte Sorten (Höhe in Zentimetern) sind beispielsweise ,Berghimmel‘ (hellblau, weißes Auge, 180 hoch), ,Finsteraarhorn‘ (dunkelenzianblau mit violettem Rand und dunkelbraunem Auge, 170 hoch), ,Jubelruf‘ (reines Blau, 130 hoch), ,Perlmutterbaum‘ (hellblau mit zartrosa Ton, braunes Auge, 170 hoch), ,Tropennacht‘ (dunkelblau mit Violett und weißem Auge, 140 hoch) und ,Zauberflöte‘ (mittelblau, weißes Auge, 180 hoch). Auch von anderen Züchtern gibt es empfehlenswerte Sorten wie ,Lanzenträger‘ (enzianblau, weißes Auge, 200 hoch), ,Ouvertüre‘ (rosa getönt, schwarzes Auge, 160 hoch) oder ,Morgentau‘ (hellblau mit rosa, 180 hoch). Diese Hybriden werden vegetativ vermehrt und sind daher als Sorte stets zuverlässig in Farbe und Wuchskraft.

Zierlicher und auch niedriger sind die Delphinium-Belladonna-Hybriden. Sie erreichen eine Höhe zwischen 80 und 120 Zentimetern und bilden je nach Sorte von Juni bis September locker verzweigte Blütenrispen. Charakteristisch sind die langen Sporne an den Einzelblüten. Bewährte Hybriden sind beispielsweise ,Kleine Nachtmusik‘ (dunkellila, 80 Zentimeter hoch). Etwa einen Meter hoch werden ,Atlantis‘ (tiefviolett mit weißem Auge), ,Piccolo‘ (reinblau) und ,Völkerfrieden‘ (enzianblau).

Im Gegensatz zu diesen beiden genannten Gruppen sind die Pacific-Staudenrittersporne (DelphiniumPacific-Hybriden) relativ kurzlebig. Sie werden zwischen 160 und 180 Zentimeter hoch mit großen Blütenständen von Weiß über Rosa bis Blau und Violett. Da es sich um durch Samen vermehrte Pflanzen handelt, fallen die Farben der Sorten allerdings nie zuverlässig und gleichmäßig aus. Bei Regen halten die großen Blüten viel Wasser, so dass die langen Stängel leicht abbrechen, zudem verlieren die Sorten spätestens nach zwei bis drei Jahren ihre Pracht. Auch sehr strenge Winter überleben sie kaum. Einige schöne Farbsorten sind ,Galahad‘ (weiß), ,Astolat‘ (rosa), ,Summer Skies‘ (hellblau)‚ ,Blue Bird‘ (mittelblau) und ,Black Knight‘ (dunkelviolett).

Alle Staudenrittersporne gedeihen am besten auf einem sonnigen Standort und nährstoffreichem, humushaltigem Boden, der mehr kali- und weniger stickstoffhaltig sein soll. Wichtig ist auch eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ohne Staunässe. Bei Trockenheit sollte man zusätzlich wässern und im Frühjahr eine Gabe Volldünger verabreichen. Obwohl die Hauptblütezeit im Sommer liegt, lässt sich durch Rückschnitt der verblühten Triebe etwa 15 Zentimeter über dem Boden eine zweite, wenn auch schwächere Blüte erzielen. Sie setzt im September ein und hält bis Oktober an.

Pflanzzeit ist allgemein das Frühjahr oder der Herbst. Da aber Rittersporne meist in Töpfen angeboten werden, können sie in dieser Zeitspanne durchgängig gepflanzt werden. Bereits vorhandene Exemplare lassen sich von März bis April oder von September bis Oktober umpflanzen und teilen.

Rittersporne benötigen ausreichend Platz und sollten im Abstand von etwa 50 Zentimetern stehen. Pflanzt man zwei oder drei Sorten zusammen, lassen sich interessante Kombinationen schaffen.

Andere Begleitpflanzen können mit interessanten Farben die Wirkung noch steigern. Empfehlenswert sind die Hohen Phloxe (Phlox-Paniculata-Hybriden), die in verschiedenen Farben angeboten werden. Dazu passen wiederum weiße Sommermargariten (Chrysanthemum maximum) gut, die auf kräftigen Stängeln große gefüllte oder ungefüllte Blüten tragen. Auch gelb blühende Pflanzen wie das großblütige Mädchenauge (Coreopsis grandiflora) oder die Schafgarbe (Achillea filipendulina ,Coronation Gold‘) sind dekorative Nachbarpflanzen. Von der Sonnenbraut (Helenium-Hybriden) gibt es schöne Sorten mit Blütenständen in gelben oder goldbraunen Farbtönen. Wer leuchtendes Rot dazwischen mag, kann auf die attraktive Brennende Liebe (Lychnis chalcedonica), eine alte Bauerngartenpflanze mit feurig roten Blüten, zurückgreifen.

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