Immobilien : Kleine Sträucher fürs Fensterbrett

Seit vielen Jahrzehnten werden Jakobinien und der Zimmerhopfen als anspruchslose Topfpflanzen geschätzt

Tassilo Wengel

Die Jakobinien gehören zu den schönsten blühenden Akanthusgewächsen (Acanthaceae), deren deutsche Bezeichnung auf den früheren Gattungsnamen Jacobinia zurückgeht. Heute zählen sie zur Gattung Justicia und sind als Topfpflanzen beliebt. Ihre Heimat sind die tropischen Gebiete Amerikas von Mexiko bis Brasilien, wo sie als kleine Sträucher wachsen.

Schon seit über hundert Jahren wird Justicia rizzini, syn. Jacobinia pauciflora als anspruchslose Topfpflanze geschätzt. Sie wächst buschig aufrecht und wird 30 bis 60 Zentimeter hoch. Ihre Blätter sind lederartig, elliptisch bis länglich und etwa sieben Zentimeter lang. Vom Spätwinter bis zum Frühling bilden sich in den Blattachseln kleine Trauben mit Röhrenblüten, die scharlachrot und zur Spitze hin gelb gefärbt sind. Sie werden im Winter gebildet, weshalb die Pflanze in dieser Zeit bei Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad Celsius kultiviert wird. Steht sie im Winter zu warm, wirkt sich das auf die Blütenbildung ungünstig aus.

Mit steigender Sonne können die Werte auf 20 Grad Celsius ansteigen. Der Standort muss ganzjährig hell sein, im Sommer kann die Pflanze im Freien stehen. Zur Gewöhnung erhält sie anfangs einen hellen, aber schattigen Platz bevor sie der vollen Sonne ausgesetzt wird. Ist der Standort zu schattig, verliert sie den buschigen Wuchs.

Während der Sommermonate ist der Wasserbedarf hoch. In dieser Zeit erhält die Pflanze auch alle zwei Wochen eine Gabe Volldünger. Ab September schränkt man die Wassergaben ein. In den Wintermonaten wird mit geringer Konzentration weiter gedüngt. Als Richtwert gilt, die Hälfte der sonst üblichen Düngermenge zu verabreichen.

Wegen ihrer attraktiven Blütenstände gehört die Fleischfarbene Jakobinie (Justicia carnea, syn. Jacobinia magnifica) zu den schönsten Arten der Gattung. Sie wächst als gabelig verzweigter, immergrüner Strauch von ein bis zwei Metern Höhe. Die Blätter sind etwa 20 Zentimeter lang, eiförmig oder länglich und fein behaart. Von Juli bis September erscheinen die prachtvollen rosafarbenen Blüten, die in einer endständigen Ähre zusammenstehen und federbuschartig wirken.

Die Kultur erfolgt im Winter bei Temperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius. Während der anderen Monate ist die übliche Zimmertemperatur günstig, die bis auf 25 Grad Celsius ansteigen kann. Man wählt ganzjährig einen hellen Platz und schützt die Pflanze vom Frühjahr bis zum Herbst vor intensiver Mittagssonne. Gleichmäßige Ballenfeuchtigkeit ohne stauende Nässe ist das ganze Jahr über wichtig. Während der Hauptwachstumszeit vom Frühjahr bis zum Herbst wird ein Mal in der Woche gedüngt, im Winter genügt ein Abstand von vier Wochen. Um eine schöne Form zu erhalten empfiehlt sich ein Rückschnitt der Triebe im März.

Auch der Zimmerhopfen (Justicia brandegeana, syn. Beloperone guttata) gehört zur gleichen Gattung und wird gelegentlich auch Spornbüschchen genannt. Er stammt aus Mexiko und ist seit etwa 50 Jahren als Zimmerpflanze bekannt. Es handelt sich um einen reich verzweigten, etwa einen Meter hohen Halbstrauch mit überhängenden Trieben und eiförmigen, weich behaarten Blättern von etwa sechs Zentimetern Länge. An den Enden der Triebe entfalten sich nahezu das ganze Jahr über etwa zehn Zentimeter lange Blütenähren. Sie bestehen aus braunroten Deckblättern und kleinen weiße Blüten, die sich aber nicht lange halten. Die Farbwirkung rufen vor allem die braunroten Deckblätter hervor, die bei manchen Exemplaren sehr intensiv gefärbt sind. Um diese Ausfärbung der Deckblätter zu erreichen, ist ein heller, möglichst sonniger Platz ohne direkte Mittagssonne wichtig.

Im Winter sollte die Raumtemperatur zwischen zwölf und 18 Grad Celsius liegen. An einem geschützten Platz kann die Pflanze vom Mai bis Oktober auch ins Freie. Kultiviert man sie ganzjährig im Zimmer, sollte sie an einem sonnigen Fensterplatz mit viel Frischluft stehen. Der Wasserbedarf ist bei einem sonnigem Standort hoch.

Von September an schränkt man die Wassergaben ein und hält den Wurzelballen nur noch mäßig feucht. Im Februar oder März empfiehlt sich ein Rückschnitt der Pflanze um etwa ein Drittel, um einen buschigen Wuchs zu erzielen.

Alle zwei bis drei Jahre sollten die Pflanzen ein neues, lockeres, humoses Substrat bekommen. Während Justicia carnea und Justicia brandegeana im Frühjahr umgetopft werden, erfolgt diese Arbeit bei Justicia rizzini nach der Blüte im Frühsommer. Gut geeignet ist Einheitserde, auch als „frux“ im Handel. Auch andere Substrate aus Weiß- und Schwarztorf sind zu empfehlen, wenn sie einen pH-Wert um sechs aufweisen.

Die Vermehrung kann im Frühjahr leicht durch Kopfstecklinge erfolgen. Man schneidet die Ableger je nach Größe der Pflanze auf eine Länge von zehn bis 15 Zentimetern. Sie sollten nicht zu stark verholzt sein. Nach dem Entfernen der untersten Blätter steckt man sie in ein Gemisch aus Torfmull und Sand zu gleichen Teilen. Bei einer Raumtemperatur von circa 22 Grad Celsius hält man die Pflanze gleichmäßig feucht. Sobald sich neue Blätter zeigen, kann umgetopf werden.

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