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Konzeptausschreibungen von Grundstücken : „Hohe Preise finanzieren niedrige Preise“

17.11.2012 00:00 Uhrvon
Berliner Bauboom? Obwohl man das Gefühl hat, in der Stadt liege eine Baustelle neben der anderen, sind im vergangenen Jahr nur 3499 neue Wohnungen fertiggestellt worden. Foto: dpaBild vergrößern
Berliner Bauboom? Obwohl man das Gefühl hat, in der Stadt liege eine Baustelle neben der anderen, sind im vergangenen Jahr nur 3499 neue Wohnungen fertiggestellt worden. - Foto: dpa

Wie die Bauwirtschaft in Berlin preiswerten Wohnraum neu schaffen will.

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In Berlin steigen die Mieten immer weiter. Seit 2007 sind sie um 30 Prozent von rund 5,50 nettokalt pro Quadratmeter auf über 7,00 Euro gestiegen. Und der Trend wird sich laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung auch künftig fortsetzen. Demnach ist zu erwarten, dass Berlin auch 2013 neben Augsburg, Hamburg, München und Nürnberg in der Mietpreisentwicklung mit Anstiegen von bis zu zehn Prozent und mehr deutschlandweit an der Spitze liegen wird.

Zurückzuführen ist dieser rapide Anstieg auf den starken Zuzug und die zunehmende Wohnungsknappheit in den Innenstadtbereichen.

Allein 2011 sind 41 000 vor allem junge Menschen nach Berlin gezogen. Bezahlbarer Wohnraum für die rund vierzig Prozent der Berliner Haushalte, die nur 1300 Euro oder weniger im Monat zur Verfügung haben, ist rar. Und so will jetzt der Berliner Senat mehr Wohnungen, in erster Linie bezahlbare, schaffen.

Dabei setzt Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) weder auf generelle Mietobergrenzen noch auf soziale Wohnraumförderung, sondern auf die städtischen Wohnungsbaugesellschaften. Sie sollen im Rahmen des neuen Mietbündnisses, das im September unterzeichnet wurde, unter anderem individuelle, sozialverträgliche Miethöhen festlegen, die 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens nicht übersteigen. Wie berichtet, ist geplant, noch in dieser Legislaturperiode den städtischen Wohnungsbestand von derzeit 277 000 auf 300 000 Einheiten zu erhöhen.

Unterstützung bekommt Müller nun aus der Bauwirtschaft. In einem in dieser Woche vorgestellten Papier schlagen der Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg und die Fachgemeinschaft Bau vor, die anhaltende Nachfrage nach hochwertigen Wohnungen zu nutzen, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dabei ist es beiden Verbänden wichtig, in allen Bezirken eine soziale Durchmischung zu schaffen und so einer Ghettobildung vorzubeugen. Sie wollen eng mit dem Land Berlin und dem Liegenschaftsfonds zusammenarbeiten. Nach dem Motto „hohe Preise finanzieren niedrige Preise“ soll über Konzeptausschreibungen auf bestimmten Grundstücken bezahlbarer Wohnraum entstehen.

Im Einzelnen beinhaltet das Konzept, dass das Land beziehungsweise der Liegenschaftsfonds geeignete Grundstücke unter der Bedingung vergibt, dass in Teilbereichen eine Mietpreisbindung für bezahlbaren Wohnraum gilt. Die Planung und der Bau der Wohnungen erfolgt dann durch die Privatwirtschaft, die einen Teil der Wohnungen dann selbst als Wohneigentum vermarktet oder zu marktüblichen Nettokaltmieten vermietet, während der mietpreisgebundene Teil von einer öffentlichen Wohnungsbaugesellschaft gekauft und vermarktet wird. Dabei sollen der Kaufpreis vorher festgelegt und der Ankauf der mietgebundenen Wohnungen über zinsgünstige Kredite der IBB finanziert werden.

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