Immobilien : Kräftiges Laub und zarte Blüten

Lorbeerkirschen und Skimmien sind zwei attraktive immergrüne Gehölze auch für den kleineren Garten

Tassilo Wengel

Rhododendren, Cotoneaster oder Mahonien gehören zu den Laubgehölzen, die die Gärten erobert haben. Doch wie wäre es mit einem Kirschlorbeer oder einer Skimmie, zwei dekorativen Arten, deren Sorten nicht allzu groß werden und den winterlichen Garten mit ihrem grünen Laub schmücken.

Die Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus), auch Kirschlorbeer genannt ist auf dem Balkan, in Vorderasien und im Kaukasus beheimatet. Allerdings ist das Gehölz mit dem echten Lorbeer (Laurus) nicht verwandt. An ihrem heimatlichen Standort entwickelt sich die Lorbeerkirsche zu einem sechs bis acht Meter hohen Baum oder Strauch. In unseren Breiten dagegen wird sie selten höher als zwei Meter, denn sie friert in strengen Wintern häufig zurück, treibt aber immer wieder gut aus. Die Blätter sind derb lederartig, länglich bis verkehrt eiförmig, zugespitzt und fünf bis fünfzehn Zentimeter lang. Die Oberseite der Blätter ist glänzend dunkelgrün, die Unterseite hellgrün mit deutlich hervortretender Mittelader. Im Mai erscheinen kleine weiße Blüten, die in dichten endständigen aufrechten Trauben von sechs bis zwölf Zentimetern Länge vereint sind. Oft kann man im August und September mit einer schwachen Nachblüte rechnen. Die Früchte sind kegelförmig, dunkelviolett bis schwarz und giftig.

Die Lorbeerkirsche ist seit 1576 in Kultur. Allerdings wird schon lange nicht mehr die reine Art angeboten, sondern eine Vielzahl von Sorten, die sich in Habitus, Wuchshöhe und Blattgröße unterscheiden. Eine der wichtigsten Sorten ist ,Otto Luyken‘, die sich als Hecke, aber auch für die Pflanzung unter höheren Gehölzen eignet. Sie wird etwa einen Meter hoch und geht leicht in die Breite. Etwa 50 Zentimeter höher werden die Sorten ,Mont Vernon‘ und ,Zabeliana‘. Flach ausgebreitete Äste sind das Kennzeichen dieser Züchtungen. Vom Schipka-Pass in Bulgarien stammt die Sorte ,Schipkaensis‘, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts von der Baumschule Späth von dort eingeführt wurde. Sie wird etwa zwei Meter hoch, wächst allerdings sehr langsam und geht ziemlich in die Breite. Im Handel angeboten wird meist die großblättrigere ,Schipkaensis Macrophylla‘. Mehr aufrecht wachsen ,Rotundifolia‘ und ,Reynvanii‘. Erst seit einiger Zeit ist die Sorte ,Piri‘ im Handel. Sie wurde 2001 erstmals auf der Baumschulmesse in Oldenburg gezeigt und ist vor allem für kleinere Gärten zu empfehlen. Die Sorte zeichnet sich durch einen dichten, kompakten Wuchs aus und wird nicht höher als einen Meter. Blätter und Blütenstände sind klein und im Herbst zieren die Pflanze schwarze Früchte.

Die Lorbeerkirsche benötigt einen halbschattigen bis schattigen Standort, der windgeschützt ist. Da es sich um immergrüne Pflanzen handelt, kann es an windigen Standorten sowie bei zu starker Sonneneinstrahlung im Winter zu Schäden durch Erfrieren an den Blättern kommen. Oft sterben ganze Zweigpartien durch Frosteinwirkung ab. Doch nach einem Rückschnitt treibt die Pflanze schnell wieder aus, verliert dabei allerdings mitunter ihre typische Form.

An den Boden stellen Lorbeerkirschen keine großen Ansprüche. Sie gedeihen auf allen mäßig trockenen bis frischen Gartenböden mit neutralem bis alkalischem pH-Wert. Ausgeschlossen sind Sandböden und durch hohe Tonanteile verdichtete Böden. Gaben von kalireichem Dünger im Frühsommer und Mulchen im Herbst fördern die Entwicklung der Pflanzen, aber auch die Frosthärte. Einen ausgezeichneter Schutz für das flache Wurzelwerk in strengen, schneearmen Wintern bietet eine dicke Mulchschicht um die Pflanze herum.

Man kann die Lorbeerkirschen sehr gut mit anderen immergrünen Gehölzen kombinieren, aber auch als Hintergrund für kleinere Blütengehölze, panaschierte Sorten von Blattschmuckstauden oder hellen Blütenstauden verwenden.

Sehr wertvolle immergrüne Laubgehölze sind die Skimmien (Skimmia), die in den Bergwäldern von Japan und China ihre Heimat haben. Dort wachsen sie an lichtschattigen und kühlen Standorten mit hoher Boden- und Luftfeuchtigkeit. Der Name der Gattung wurde von dem japanischen nujama-skimmi abgeleitet, womit eine ungenießbare Frucht bezeichnet wird. Von den zwölf Arten der Gattung, die zur Familie der Rautengewächse (Rutaceae) gehört, haben vor allem zwei für den Garten Bedeutung.

Am bekanntesten ist die Japanische Skimmie (Skimmia japonica), ein lorbeerartig aussehender Strauch aus den japanischen Wäldern. Er wird selten höher als einen Meter und hat längliche, verkehrt eiförmige bis zwölf Zentimeter lange und drei bis fünf Zentimeter breite lederartige Blätter. Sie sind wechselständig, an den Enden der Triebe oft gedrängt angeordnet und sind auf der oberen Seite hell- bis lichtgrün, auf der unteren gelbgrün gefärbt. Von April bis Mai erscheinen die kleinen gelblichweißen Blüten in fünf bis acht Zentimeter langen Rispen an den Enden der Zweige. Sie haben einen starken Duft und werden bereits im Herbst ausgebildet. Bei der männlichen Sorte ,Rubella‘ sind die zahlreichen Blütenknospen den gesamten Winter über bronze bis braunrot gefärbt und sehr attraktiv. Schmückend sind auch die kugeligen, leuchtend roten beerenartigen Steinfrüchte, die lange an der Pflanze erhalten bleiben.

Als Bastard zwischen Skimmia japonica und Skimmia reevesiana gilt die Sorte ,Veitchii‘. Sie entstand 1881 in Schottland und ist in älterer Literatur als Skimmia x foremannii zu finden. Gelegentlich wird sie auch als Skimmia japonica ,Foremannii‘ angeboten. Dieser schwach wüchsige Strauch wird kaum kniehoch und hat schmal- bis breitlanzettliche hellgrüne Blätter mit roten Stängeln und Adern. Ende Mai entfalten sich die weißen Blüten in schönen Rispen, denen von Oktober bis zum Frühjahr die leuchtend roten Früchte folgen.

Aus den Bergwäldern von China und Taiwan stammt die ,Reeves Skimmie‘ (Skimmia reevesiana), ein sehr schwach wachsender Strauch, der selbst im Alter kaum höher als 50 Zentimeter wird. Die ledrigen Blätter sind drei bis zehn Zentimeter lang, keilförmig und zugespitzt. Während ihre Oberseite kräftig dunkelgrün ist, hat die Unterseite eine hellgrüne Farbe. Von Mai bis Juni erscheinen die weißlichen, stark duftenden Blüten an langen Rispen am Ende der Zweige. Fast birnenförmig sind die leuchtend roten Früchte, die bis zum zeitigen Frühjahr die Pflanze schmücken.

Skimmien verlangen einen humosen, lehmigen Boden mit ausreichender Feuchtigkeit. Der Standort sollte nicht in der Sonne liegen. Man verwendet sie daher gern in Gemeinschaft mit anderen immergrünen Gehölzen, die ihnen ausreichend Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung bieten. Besonders gut eignen sich als Partner Lorbeerkirschen und Alpenrosen, aber auch in schattigen Heidegärten lassen sich Skimmien gut verwenden. Ein Schnitt ist nicht erforderlich.

0 Kommentare

Neuester Kommentar