Immobilien : Kurzmeldungen

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WIE DER STAAT HEIMARBEIT FÖRDERT

Wer seine Arbeitsstelle zu Hause hat, benötigt einen Raum und Arbeitsgeräte, zum Beispiel Computer. Das kostet ihn Geld, und diese Beträge sind unter gewissen Bedingungen steuerlich abzugsfähig. Zunächst, sagt Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin Ursula Rühle, müsse man unterscheiden, ob jemand selbstständig oder angestellt ist. Zudem gebe es Fälle, wo der Betreffende sowohl in einem Angestelltenverhältnis steht, als auch in geringem Umfang zu Hause arbeitet. „Sofern er aber über einen komplett eingerichteten Arbeitsplatz beim Arbeitgeber verfügt, kann er nichts absetzen“, sagt Rühle.

Wer ausschließlich selbstständig ist, kann das Arbeitszimmer sowie Strom, Heizung und Wasser als Betriebsausgaben absetzen. Dies erfolgt anteilig im Verhältnis zur Gesamtfläche der Wohnung. Das Arbeitszimmer darf allerdings kein Durchgangszimmer sein. Muss man, um auf den Balkon oder die Toilette zu gelangen, das Zimmer durchqueren, gilt der Raum nicht als Arbeitszimmer. Weil der Fiskus hier von einer privaten Nutzung ausgeht, kann der Betreffende keine Kosten steuermindernd geltend machen.

Wer kein abgetrenntes Arbeitszimmer besitzt, sondern im Wohnzimmer arbeitet, kann den dort stehenden Tisch sowie sein Laptop absetzen. Telefonkosten kann er ebenfalls anteilig verrechnen. Die Kosten für das Wohnzimmer kann er dagegen nicht steuerlich geltend machen, nicht einmal einen Teil der Strom und Heizungskosten.

Wer seine Wohnung und damit das Arbeitszimmer nicht mietet, sondern erwirbt, für den gelten andere Bestimmungen. „Bei Wohneigentum ist Vorsicht geboten“, warnt Rühle. Unter Umständen zählt die Wohnung plötzlich zum Betriebsvermögen. Damit dies nicht geschieht, darf das Büro nicht mehr als 20 Prozent des Gesamtwertes der Wohnung ausmachen. Außerdem darf das Büro anteilig nicht mehr als 20500 Euro gekostet haben. Man errechnet den Wert des Büros, indem man den Kaufpreis der Immobilie durch die Zahl der Quaratmeter teilt und dann mit der Fläche des Büros multipliziert.

Zählt die Wohnung dagegen zum Betriebsvermögen, dann kann das böse Überraschungen zur Folge haben: Gibt man die Tätigkeit oder den Firmensitz auf, dann verlangt das Finanzamt einen „anteiligen Entnahmegewinn“. Hat die Immobilie seit dem Erwerb an Wert gewonnen, dann muss man diesen Wertzuwachs versteuern. bhe

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