Immobilien : Kurzmeldungen

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DIE BANKEN ZIEHEN SICH ZURÜCK – FOLGEN FÜR ANLEGER

Für Immobilienkäufer bedeutet die Verknappung des Fremdkapitals langfristig steigende Immobilienpreise. Matthias Klussmann, Bauträger und Vorstand beim Berliner Landesverband Freier Immobilien und Wohnungsunternehmen, zieht den Kreis noch weiter: „Die Banken finanzieren Grundstückskäufe nicht einmal dann, wenn unterschriebene Mietverträge vorliegen. Das zwingt uns, die Projektentwicklung auf Eis zu legen. Dadurch werden die Preise und Mieten steigen und der Mittelstand finanziell abgewürgt." Bleibt der Ausweg Regionalinstitute und Sparkassen? „Nein, denn die machen kein größeres gewerbliches Geschäft.“ Alles laufe auf diese „entsetzlichen“ Zyklen hinaus, so Klusmann. Nach der Überproduktion in den boomenden 90er Jahren stehe man in der Region jetzt bei einer Nullproduktion, deren Folge Angebotsverknappung und steigende Preise seien.

Finanzierungsberater Max Herbst zufolge ist auch die Verhandlungsposition für Häuslebauer schwächer geworden seitdem die Banken ihre Kreditpolitik verschärft hätten. Nur noch Beamte oder Angestellte im Öffentlichen Dienst hätten – aufgrund ihrer nahezu unkündbaren Stellung – gute Chancen auf eine Finanzierung, wenn sie mindestens zehn Prozent eigenes Geld beim Erwerb einer Immobilie einsetzen.

Weniger Einfluss hat der Rückzug der Banken auf Geschlossene Immobilienfonds. Deren Initiatoren konnten ihren Umsatz im Jahr 2002 erhöhen. Nach einer Studie des Fondsexperten Stefan Loipfinger stieg dabei der durch Banken finanzierte Anteil der Bausumme sogar um rund sechs Prozent. Allerdings greifen Fondsinitiatoren bei der Finanzierung vermehrt auf schweizer Banken zurück, weil die Eidgenossen günstigere Zinsen als hiesige Geldhäuser bieten. Tsp/dem

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