Immobilien : LBS warnt vor Wohnungs- engpässen Steigende Mieten in Berlin erwartet

Jutta Burmeister

Die Nachfrage nach Wohneigentum wächst. Und zwar nicht nur nach freistehenden Einfamilienhäusern, der Nummer eins auf der Beliebtheitsskala, sondern auch nach Reihenhäusern und Wohnungen. Da jedoch kaum Eigenheime und Eigentumswohnungen neu gebaut werden, könnte es an manchen Orten schon bald zu Engpässen und einem Preisanstieg kommen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Landesbausparkassen in mehr als 630 deutschen Städten.

„Die Schwächeperiode auf den Wohnungsmärkten scheint vorbei zu sein“, sagte LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm. Allerdings: Die Trendwende betrifft nicht alle Bundesländer. „Die regionalen Unterschiede werden immer größer“, so Hamm. Besonders Reihenhäuser haben es schwer in den neuen Bundesländern: Während vielerorts die Nachfrage wächst, zeigen Ostdeutsche bisher kein gesteigertes Interesse. Bei Eigentumswohnungen dagegen nehme auch in Ostdeutschland die Nachfrage erstmals wieder zu, so Hamm. Für Berlin sieht Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), bei privaten Nutzern „verhaltene Nachfrage bei stagnierenden Preisen.“

Mit Abstand die größten Preisunterschiede zeigen sich beim Bauland. Mit durchschnittlich 280 Euro kostet der Quadratmeter in süddeutschen Groß- und Mittelstädten mehr als doppelt so viel wie im Norden (120 Euro) und viermal so viel wie im Osten (70 Euro). Bundesweit die höchsten Preise müssen Häuslebauer in Stuttgart und Heidelberg (je 650 Euro), München (600 Euro) oder Karlsruhe, Frankfurt am Main und Wiesbaden (450 bis 520 Euro) zahlen. Auch ein frei stehendes Einfamilienhaus ist mit im Schnitt rund 800 000 Euro in Wiesbaden am teuersten. Auf Platz zwei folgt München mit 650 000 Euro. In ostdeutschen Städten wie Gera oder Halle sind für ein vergleichbares Haus dagegen nur 130 000 Euro zu zahlen. Die Preise für Eigentumswohnungen liegen laut LBS-Immobilienpreisspiegel in den Groß- und Mittelstädten Nord- und Ostdeutschlands häufig unter 1000 Euro je Quadratmeter, im Süden bei knapp 1500 Euro. Für eine neue Eigentumswohnung müssen in touristisch interessanten Standorten Süddeutschlands wie Garmisch-Partenkirchen, Starnberg oder Überlingen mehr als 3000 Euro je Quadratmeter ausgegeben werden.

„Viele Käufer handeln, weil sie fürchten, in den kommenden Jahren noch höhere Zinsen zahlen zu müssen“, so Hamm. Andererseits mache sich insbesondere in Ost- und Norddeutschland die Abschaffung der Eigenheimzulage bemerkbar. Insgesamt wird die Zahl der Baugenehmigungen in diesem Jahr rund 200 000 betragen – ein absoluter Tiefstand. Damit nicht schon bald Wohnungen fehlen, müsste die Zahl um ein Drittel höher liegen, so Hamm. Für die nächsten Jahre werden daher nicht nur steigende Kaufpreise, sondern auch höhere Mieten prognostiziert. Auf dem Berliner Wohnungsmarkt, so Schick, sei mit einem Anstieg zwischen 3,5 und 5 Prozent zu rechnen. Jutta Burmeister

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