Immobilien : Leuchtende Gartenbilder

Der Hauptzierwert der Storchschnabel-Gewächse sind die Blüten. Einige Arten und Sorten eignen sich für sonnige Standorte

Tassilo Wengel

Storchschnabel-Gewächse (Geranium) sind mit rund 400 Arten in den gemäßigten Gebieten der Erde verbreitet. Die botanische Bezeichnung leitet sich von geranos (Kranich) ab, da die Fruchtform wie ein Kranichschnabel aussieht. Die Gattung gehört zu den wichtigsten Pflanzen im gesamten Staudensortiment. Dabei handelt es sich nicht um spektakuläre Solitärpflanzen, sondern eher um Gruppenstauden, deren Hauptwert in der Blüte liegt. Ihre Lebensräume reichen von schattigen Wäldern über Wiesen bis hinauf in Bergregionen, wo sie auf sonnigen Hängen oder im Bereich von Felsen wachsen. Und so gibt es auch für die unterschiedlichen Standorte im Ziergarten passende Arten und Sorten.

Die aparten Staudenschönheiten mit ihren leuchtenden Blütenfarben sind besonders für naturnahe Pflanzungen ideal. Je nach Höhe können sie als Bodendecker, als Einzelstücke für Tröge, Kübel oder in Gemeinschaft mit anderen Pflanzen eingesetzt werden. Im Sortiment sind auch Storchschnäbel, die selbst auf sonnigen Plätzen im Steingarten oder auf Rabatten gut gedeihen. Mit ihnen lassen sich reizvolle Gartenbilder schaffen. Einige von ihnen wollen wir vorstellen.

Als Paradebeispiel für sonnige Standorte gilt der Kaukasus-Storchschnabel (Geranium renardii). Wie der Name schon sagt, stammt die Pflanze aus dem Kaukasus, wo sie vor allem auf sonnigen Felspartien und Klippen ihre volle Schönheit entwickelt. Hauptzierde sind die wintergrünen, nierenförmigen, samtig dunkelgrünen Blätter auf etwa 30 Zentimeter hohen Stängeln. Noch gesteigert wird der visuelle Eindruck, wenn sich von Mai bis Juni über den Blättern eine Fülle weißer Blüten mit zarten, lilafarbenen Adern erhebt. Die Art ist ideal für den Steingarten, sie ist aber auch für die Bepflanzung von Mauerkanten, Wegrändern oder als Füllung von Fugen zwischen Natursteinen geeignet. In Gemeinschaft mit anderen Sonne liebenden Pflanzen lassen sich auf größeren Flächen farbenfrohe Bilder schaffen. So kann beispielsweise das Polsterseifenkraut (Saponaria ocymoides) eine prachtvolle Begleitpflanze sein. Es umgibt den Storchschnabel mit einem schönen Teppich, der sich von Juni bis Juli in ein Blütenmeer verwandelt. Besonders reich blühen die rosafarbenen Formen ,Rosa Königin‘ und ,Splendens‘, dunkelrote Blüten hat ,Rubra Compacta‘. Sehr wirkungsvoll ist auch das Zwerg-Silberhornkraut (Cerastium tomentosum) als Nachbar, eine zehn bis 15 Zentimeter hohe Art mit fein behaarten silberweißen Blättern. Es wuchert kaum und ist im Mai reich mit weißen Blüten geschmückt. Der Teppichphlox (Phlox subulata) ist mit seinen zahlreichen Sorten von Weiß, Rosa und Lilablau bis hin zum Rot in allen Schattierungen ebenfalls ein idealer Begleiter. Er wird 20 Zentimeter hoch und entfaltet seine Blüten von Mai bis Juni. Etwas später blüht der Rosenwaldmeister (Phuopsis stylosa), eine 20 Zentimeter hohe Pflanze mit rosafarbenen Blüten. Sie erscheinen von Juni bis Juli, stehen in endständigen Köpfen und duften stark.

Eine der wichtigsten Geraniumarten für sonnige Steingartenpartien ist der Dalmatiner-Storchschnabel (Geranium dalmaticum). Er verbreitet sich durch Ausläufer, und zwar besonders gern zwischen den Steinen. Seine dichten, zierlichen Blattpolster werden zwischen zehn und 15 Zentimeter hoch. Von Juni bis Juli sind sie dicht mit zahlreichen rosafarbenen Blüten bedeckt. Geeignete Partner sind viele niedrig wachsende Steingartenpflanzen, zu denen auch die Pfingstnelken (Dianthus gratianopolitanis) und die Zwerggrasnelken (Armeria juniperifolia) gehören. Sehr reizvoll sind Kombinationen mit verschiedenen Sempervivum-Arten, die mit dem Dalmatiner-Storchschnabel die Spalten der Steine erobern. Als Begleitpflanze kommt auch das Teppich-Schleierkraut (Gypsophila repens) infrage. Es bildet flache Rasen, über denen sich von Mai bis Juni locker die weißen Blütenstände erheben.

Aus den Pyrenäen stammt Geranium cinereum, eine 15 bis 20 Zentimeter hohe Pflanze mit graugrünen, tief eingeschnittenen Blättern. Während die Art nicht ganz einfach in Kultur ist, gibt es davon einige anspruchslosere Sorten. Besonders bekannt und beliebt ist ,Ballerina‘, eine Form mit hellviolett-rosa Blüten. Sie ist von einem Netz dunkler Adern überzogen, die sich in der Mitte der Blüte treffen und so ein dunkelrotes Auge bilden. Durch die lange Blütezeit von Juni bis September ist die Sorte gärtnerisch besonders wertvoll. Man verwendet sie vor allem auf durchlässigen Böden im Steingarten oder in Trögen in Kombination mit Steinen. Hübsche Nachbarn können beispielsweise niedrige Johanniskräuter sein, die von Juni bis Juli mit ihren gelben Blüten einen sehr schönen Farbkontrast bilden. Ideale Begleiter sind auch silberblättrige Kleinstauden, wie die niedrig bleibenden Artemisia-Exemplare: Silberraute (Artemisia schmidtiana ,Nana‘), Glänzende Edelraute (Artemisia nitida) oder der Gabelblatt-Silberwermut (Artemisia stelleriana).

Wohl eine der schönsten Geranium- Züchtungen ist der Prachtstorchschnabel (Geranium x magnificum). Er entfaltet von Mai bis Juni auf etwa 60 Zentimeter hohen Stängeln eine Fülle großer, blauvioletter Blüten, die dunkelviolett geädert sind. Empfehlenswert als Begleitpflanze ist der Frauenmantel (Alchemilla mollis), deren lockere, gelblichen Blütenstände einen besonderen Effekt darstellen. Auf der Rabatte sorgt der Prachtstorchschnabel auch vor hohen Stauden für ein ausdrucksstarkes Bild. Hier bieten sich Kombinationen mit Gelbfelberich (Lysimachia punctata) oder Bunten Margariten (Tanacetum coccineum) an, aber auch der Diptam (Dictamnus albus) ist eine ideale Pflanze für den Hintergrund.

Mit einem Blütendurchmesser von bis zu sechs Zentimetern und einer Höhe bis zu 30 Zentimetern dürfte der Himalaja-Storchschnabel (Geranium himalayense) den anderen Geranium-Arten und -Sorten die Schau stehlen. Die Pracht entfaltet sich hauptsächlich von Mai bis Juni, anschließend folgen schwache Nachblüten. Schöne Sorten sind ,Baby Blue‘ (rotviolett), ,Gravetye‘ (blau, rötliche Mitte), ,Irish Blue‘ (helles Blau mit viel Rot in der Mitte) und ,Plenum‘ (gefüllte rötlichviolette Blüten).

Ebenfalls auf sonnigen Rabatten gedeiht Geranium himalayense x pratense ,Johnson Blue‘. Diese 40 Zentimeter hohe Züchtung besticht durch große helllilablaue Blüten mit einem weißen Herz in der Mitte. Die Blüten entfalten sich von Juni bis zum Spätherbst in verschwenderischer Fülle.

Gut als Bodendecker verwenden lässt sich der Blutstorchschnabel (Geranium sanguineum). Diese 30 bis 40 Zentimeter hohe Art zeigt tief eingeschnittene Blätter, die im Herbst mit einer schönen Färbung für einen zusätzlichen Effekt sorgen. Die roten Blüten erscheinen von Juni bis Juli, vereinzelt auch später. Auch anders farbige Sorten sind im Angebot, wie beispielsweise ,Album‘ (reinweiß), Compactum‘ (dunkles Purpurrosa), ,Elsbeth‘ (rotviolett), ,Inverness‘ (dunkles Purpurrosa, kleines weißes Auge), ,Jubilee Pink‘ (magentarosa) und die Variante Geranium sanguineum var. Striatum besticht durch Blüten in Zartrosa mit einer interessanten purpurrosafarbenen Aderung.

Bezugsquellen. Friesland Staudengarten, Uwe Knöpnadel, Husumer Weg 16, 26441 Jever, Telefon: 04461/3763, Fax 04461/ 2307. Im Internet: www.friesland-staudengarten.de; Staudengärtnerei Jürgen Peters, Auf dem Flidd 20, 25436 Uetersen, Telefon: 04122/3312, Fax 04122/ 48639, E-Mail: alpine.peters@t-online.de, Internet: www.alpine-peters.de.

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