Immobilien : Liebe, teure Nachbarschaft

Ferienimmobilien in Österreich und in der Schweiz haben ihren Preis – was auch daran liegt, dass man dort deutsch spricht

Veronika Csizi

Ob der Blick auf den Dachsteingletscher, Kraxeln am Salzburgischen Sonnblick oder lieber das Sonnenbad am Kärntner Klopeinersee: Ein Zweitdomizil in Österreich hat für Deutsche zwei wichtige Vorteile: Die Ferienimmobilie ist schnell erreichbar, und mit der Sprache gibt’s auch keine Probleme. Auch die Schweiz hätte einiges an Alpenromantik zu bieten. Doch bisher beschränkt man Immobilienkäufe von Ausländern erheblich. Während sich jedoch in Österreich Widerstände gegen die preistreibenden Aufkäufe von Ausländern mehren, will die Schweiz künftig für mehr Freiheit sorgen. Die Verknappung des Angebots trieb bisher die Preise enorm: Selbst für Berghütten ohne Strom und ohne fließendes Wasser wurden leicht 100 000 Euro fällig. Fallen die Beschränkungen für Ausländer nun tatsächlich, so würde dies wohl das Angebot rasch erhöhen, die Preise umgekehrt drücken.

In Österreich dagegen macht die Bevölkerung in manch gefragter Region, allen voran in den Bundesländern Salzburg und Tirol, gerade Front gegen den Run ausländischer Käufer. Aktuell muss man für Grundstücke in touristischen Bergregionen, an den Kärntner Seen oder in Skigebieten mit Quadratmeterpreisen von 300 Euro und mehr rechnen, bereits kleinere Tiroler Landhäuser sind selten unter 300 000 Euro zu haben. Abseits ausgetretener Pfade finden sich jedoch auch in Österreich noch Schnäppchen, etwa im Niederösterreichischen Waldviertel oder im Burgenland, das im Schatten der mächtigen Hauptstadt liegt, dessen Charme jedoch in guten Weinen, dem Neusiedler See und der nahen ungarischen Puszta besteht. Renovierungsbedürftige Häuschen mit 100 Quadratmetern Wohnfläche und 1000 Quadratmeter Grund gibt es dort, sagen heimische Makler, schon ab 50 000 Euro.

Aber auch in Österreich wird nicht jeder Kaufwunsch Wirklichkeit: Je nach Region und Bundesland benötigt man die Zustimmung der Ausländer-Grundverkehrsbehörde. Wie in Deutschland muss auch in Österreich ein Kauf zur Grundbucheintragung notariell beglaubigt werden. Für Notar, Grunderwerbssteuer und Grundbuchkosten muss der Käufer mit etwa 6 bis 7 Prozent vom Kaufpreis rechnen. Beauftragt man einen Makler, so wird die Courtage in Österreich häufig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt.

Vorsicht beim Kauf einer Immobilie im speziellen österreichischen Zweitwohnungsmarkt! Hier erheben die Banken meist einen Risikoaufschlag bei der Finanzierung, reduzieren also den Kreditrahmen, da nicht absehbar ist, ob ein Objekt später wieder verkauft werden kann.

Für die Schweiz gilt: In gefragten Lagen, etwa in St. Moritz oder am Lago Maggiore, sind Häuser selten unter einer Million Euro zu haben. Erst wenn die Kontingentierungen fallen, ist, zumindest kurzfristig, mit Preisrückgängen zu rechnen. Gestatten Kommune und Kanton einen Kauf, dann muss dieser notariell beurkundet und ins Grundbuch eingetragen werden. Es fallen, je nach Region, ein bis drei Prozent Grundsteuer an. Ferner gibt es in der Schweiz eine Einkommensteuer auf einen fiktiven Mietertrag, die ebenfalls regional unterschiedlich hoch ist. Die Deutsche Schutzvereinigung Auslandsimmobilien rät, sich vor dem Kauf von Fachleuten beraten zu lassen.

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