Immobilien : Märchenhafte Leichtgewichte

Die ersten Elfenblumen wurden vor rund 150 Jahren in China entdeckt. Auch bei uns gedeihen die filigranen Stauden

Tassilo Wengel

Obwohl der Name Elfenblume sehr zart klingt, ist diese Staude doch ausgesprochen zäh. Denn der märchenhaften Leichtigkeit der filigran wirkenden Blütenrispen, die wie kleine Elfen über dem Laub zu schweben scheinen, folgen bei den wintergrünen Arten und Sorten mehr oder weniger farbige, robuste Blätter. Die Pflanzen werden zwischen 20 und 30 Zentimeter hoch und gedeihen an luftfeuchten Orten auf normalen, aber durchlässigen Gartenböden im Halbschatten und Schatten.

Mit etwa 50 Arten gehören die Elfenblumen (Epimedium) zur Familie der Berberitzengewächse (Berberidaceae). Sie stammen ursprünglich aus Ostasien. Besonders in den Gebirgswäldern im gemäßigten bis subtropischen Klima Szechuans finden sie optimale Bedingungen. Dort sind auch die meisten Arten zu Hause. In China wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts auch die ersten Elfenblumen entdeckt. Es handelte sich um Epimedium acuminatum und Epimedium davidii, die allerdings nur als Herbarmaterial den Weg nach Europa fanden.

Obwohl in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts verstärkt zahlreiche Arten aus China eingeführt und kultiviert wurden, beschränkt sich das Sortiment an kultivierten Epimedium-Arten vor allem auf wenige Arten aus Europa und Japan sowie einige ihrer Hybriden. Wer sich für die Neueinführungen des letzten Jahrhunderts aus China interessiert, wird in speziellen Staudengärtnereien fündig.

Elfenblumen bestechen durch ihre zarte Gestalt mit edel geformten, schmal herzförmigen, zugespitzten Blättern in Grün oder Braun bis Rot, auch gefleckt, die sich zu einer dichten Blattdecke schließen. Die wintergrünen Exemplare verlieren ihre alten Blätter mit dem Neuaustrieb im Frühjahr. Je nach Art und Sorte entwickeln sich vor oder während der Blattentfaltung ab April bizarre gespornte weiße, gelbe, orange oder rote Blüten in lockeren Rispen.

Mit 20 Zentimetern Wuchshöhe gehört Epimedium grandiflorum zu den niedrigen Arten. Die Pflanze zieren große orchideenartige weiße Blüten, die sich über dem zierlichen Laub erheben. E. grandiflorum ist sommergrün und wächst in Form von Horsten. Von dieser Art gibt es einige schöne Sorten wie ,Flavescens‘ (gelblichweiß), ,Rose Queen‘ (rosa), ,Lilafee‘ (purpurviolett) oder ,Violaceum‘ (violett). Durch Kreuzung von E. grandiflorum mit E. diphyllum entstand die sommergrüne Züchtung Epimedium x youngianum, die ebenfalls Horste bildet und niedrig bleibt. Sie hat filigranes, im Austrieb bronzefarbenes Laub, das später grün wird. Von April bis Juni entfalten sich die weißen Blüten. Etwas höher wird Epimedium x rubrum. Die Kreuzung wird rund 30 Zentimeter hoch und zeigt von April bis Mai große, außen rote und innen weiße Blüten über anfangs rot geädertem Laub.

Mit ihrem attraktiven Blattwerk bieten die wintergrünen Elfenblumen Abwechslung fürs Auge im winterlichen Garten. Für einen lückenlosen Laubteppich eignen sich besonders die Ausläufer bildenden Arten. Hier hat sich vor allem Epimedium x warleyense bewährt. Diese starkwüchsige Pflanze wird 30 Zentimeter hoch und besticht in der kalten Jahreszeit mit ihren ausdrucksstarken kupferfarbenen Blättern. Von Mai bis Juni schmückt sich die Pflanze mit orangefarbenen großen Blüten.

Aus Algerien stammt Epimedium perralderianum. Die wintergrüne Pflanze, deren Blätter am Rand kleine Dornen haben, blüht gelb. Die aus Österreich stammende Sorte ,Fronleiten‘ hat ebenfalls gelbe, sehr grazile Blüten. Diese Elfenblume schmückt sich im Winter mit frischgrünen Blättern, die eine schöne rötliche Zeichnung haben.

Große Blüten und kleine Blätter hat Epimedium x versicolor. Das Laub ist beim Austrieb rötlich und verfärbt sich im Winter bronzefarbig. Die Züchtung bildet schwache Ausläufer, wird 35 Zentimeter hoch und blüht von April bis Mai schwefelgelb. Eine reich blühende Sorte mit kupferfarbenen Blüten ist auch die Sorte ,Cupreum‘.

Alle Elfenblumen sind anspruchslos. Je mehr Licht sie erhalten, umso reicher fällt die Blüte aus. Der Boden sollte humos, locker und leicht sauer sein. Empfehlenswert ist, den Boden regelmäßig mit Kompost oder anderem organischen Material zu bedecken. Er wird so vor austrocknenden Winden geschützt, wodurch sich die Blütezeit der Elfenblumen verlängern lässt. Gleichzeitig sorgt man damit für Nährstoffnachschub.

Ob das alte Laub im Frühjahr vor dem Austrieb entfernt wird, muss jeder für sich entscheiden. Sicher ist, dass die alten abgestorbenen Blätter die Wirkung der neuen Blätter und der Blüten beeinträchtigen. Deshalb bietet sich aus ästhetischen Gründen das Entfernen vor dem Neuaustrieb an. Lässt man das Laub stehen, schützt es die Blüten allerdings vor Spätfrösten.

Als Begleitpflanzen zu den Elfenblumen bieten sich verschiedene Farne an. Auch Blütenstauden wie Prachtspieren, hohe Glockenblumen oder Japananemonen kommen zwischen den Elfenblumen besonders gut zur Geltung. Schließlich lassen sie sich gut mit anderen Bodendeckern kombinieren. Hier eignen sich zum Beispiel Blutstorchschnabel, Ysander, Schaumblüte oder Golderdbeere.

Epimedium davidii

Eine der schönsten

Arten mit gelbroten

Blüten von April bis

Juni, Höhe 30 bis 40 Zentimeter.

Epimedium latisepalum

Große weiße Blüten, am Blütengrund rosa, April bis Mai, Höhe 30 bis 40 Zentimeter.

Epimedium

membranaceum

Blüten blassgelb mit Sporn an Petalen,

besonders lange

Blütezeit von Mai bis

August, Höhe 30 bis

60 Zentimeter.

Epimedium ogisui

Blütenstand mit zehn bis zwölf weißen

Einzelblüten von April bis Mai, Höhe 15 bis

25 Zentimeter.

Epimedium pubescens

Fülle von weißen

Einzelblüten im April und Mai an 30 bis

60 Zentimeter hohen Blütenständen.

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