Immobilien : Majestätischer Frühlingsblüher

Kaiserkronen können bis zu einem Meter hoch werden. Wildarten sind selten im Handel zu finden

Tassilo Wengel

Geradezu majestätisch wirken Kaiserkronen inmitten der farbenfrohen Frühlingsblüher. Fast einen Meter hoch können die prächtigen Pflanzen mit ihren orangeroten Blütenständen werden.

Fritillaria imperialis, so lautet der botanische Name, ist vor allem in den lichten Bergwäldern zu finden, und zwar vom nordwestlichen Himalaja über Afghanistan, Iran bis zur Türkei. Dort besiedelt die Pflanze humusreiche, im Frühjahr feuchte Bergwiesen und Mulden, die im Sommer infolge geringer Niederschläge fast austrocknen und so der Zwiebel eine Ruhezeit ermöglichen.

Die ersten Kaiserkronen gelangten mit anderen Blumenzwiebeln im Jahr 1525 aus Konstantinopel nach Wien, wo sie mit ihren prachtvollen Blüten bei Botanikern, Gelehrten und auch bei Kaufleuten Aufsehen erregten. Jeder wollte solche Zwiebeln in seinen Garten pflanzen und zahlte mitunter märchenhafte Preise. Einem Bericht Bauhins, einem der „Väter der Botanik“ zufolge, zahlte ein „Hoher Herr für drei Zwiebeln einen halben Malter Gerste, einen ausgewachsenen Ochsen und dazu jede Menge Wildbret“. Bald versorgten die Wiener ihre Freunde und Mäzene in anderen Teilen Europas mit den kostbaren Zwiebeln. Die prachtvollen Gewächse schmückten die Klostergärten des Mittelalters und später auch die Bauerngärten. Dort wurden sie in Gemeinschaft mit Tulpen, Pfingstrosen, Lilien, Malven und zahlreichen Gewürzkräutern gepflanzt.

Der „Duft“ verjagt Wühlmäuse

Kaiserkronen gehören zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Sie besitzen faustgroße Zwiebeln, die besonders bei feuchtwarmer Witterung einen intensiven, typischen Raubtiergeruch verbreiten. Dieser strenge „Duft“ steht im Ruf, Wühlmäuse zu vertreiben.

Sobald die Sonne im April ausreichend Wärme spendet, schiebt sich aus der Zwiebel ein kräftiger, oft ein Meter hoher Blütenschaft, der etwa bis zur Hälfte mit lanzettlichen Blättern besetzt ist. Das Ende ist von einem Kranz hängender Glockenblüten geziert, über denen sich ein Büschel spitzer Blätter entwickelt. Die einzelnen Blüten können einen Durchmesser von sechs Zentimetern erreichen und sind je nach Sorte orange, rot oder gelb gefärbt. Die Anzahl der Blüten hängt vom Standort ab.

Die Wildart ist selten im Handel zu finden, angeboten werden meist verschiedene Sorten in den Blütenfarben gelb, orange, rotorange. Zu den empfehlenswerten Sorten gehören ,Aurora‘ (rotorange), ,Orange Brillant‘ (orangebraun, sehr große Blüten), ,Rubra Maxima‘ (orangerot) und ,Lutea Maxima‘ (gelb). Kaiserkronen pflanzt man in Tuffs von fünf bis sechs Pflanzen. Dadurch wird eine besonders schöne Wirkung erzielt. Wichtig ist in jedem Fall ein sonniger Standort sowie ein durchlässiger, nicht zu trockener und nährstoffreicher Boden. Die beste Pflanzzeit ist August bis September. Kommen die Zwiebeln zu spät in den Boden, bilden sich nicht genügend Wurzeln und ein Austrieb im Frühjahr findet nicht statt. Je nach Größe der Zwiebeln wählt man eine Pflanztiefe zwischen 20 bis 25 Zentimetern.

Nach etwa fünf Jahren sollten die Kaiserkronen verpflanzt werden, denn in dieser Zeit haben sich in den meisten Fällen große Horste gebildet, die ein Nachlassen der Blühwilligkeit zur Folge haben. Das Verpflanzen geschieht am besten dann, wenn das Laub der Pflanzen abzusterben beginnt. Man nimmt die Zwiebeln auf und pflanzt sie sofort wieder einzeln an einen anderen Platz.

Auf den Dünger kommt es an

Oftmals stehen jedoch, besonders in so genannten Bauerngärten, Kaiserkronen Jahrzehnte am gleichen Standort und blühen dennoch reichlich. Das liegt an der optimalen Düngung. Es ist frischer Mist, der im Sommer oder Herbst über die Pflanzstelle ausgebreitet wird und für eine ausreichende Ernährung sorgt. Da die wenigsten Gartenfreunde über einen solch wertvollen Dünger verfügen, sollten die Pflanzen im zeitigen Frühjahr kurz vor dem Austrieb und noch ein Mal zur Blütezeit je eine Gabe Volldünger (Blaukorn oder ähnliches) von 25 Gramm pro Quadratmeter erhalten. Zu empfehlen ist außerdem, die Pflanzstelle im Herbst mit einer Schicht Kompost oder Düngertorf zu überziehen.

Wer experimentieren möchte, zieht sich Kaiserkronen aus Samen heran. Das ist sehr langwierig. Denn bis zur ersten Blüte vergehen etwa fünf Jahre. Dafür lässt man ein bis zwei Samenkapseln an der Pflanze ausreifen und sät diese im Herbst an einem geschützten, lichtschattigen Platz im Garten oder in Töpfe, die im Freien aufgestellt werden. Denn Kaiserkronen gehören zu den Kaltkeimern und benötigen eine Periode niedriger Temperaturen. Im folgenden Frühjahr keimen die Samen und entwickeln sich nach mehrmaligem Verpflanzen, jeweils im August, allmählich zu blühfähigen Exemplaren.

Am besten kommen Kaiserkronen auf Staudenrabatten zur Geltung, wo sie in Gemeinschaft von Frühlingsblühern sowie höheren Stauden stehen, die nach dem Abblühen der Kaiserkronen die kahle Fläche mit ihren Blättern überdecken oder sich eine neue Blütenpracht zeigt.

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