Maklercourtage : Handeln ist erlaubt

Die Maklercourtage ist nicht in Stein gemeißelt – auch Teilen ist möglich.

Wer ein Haus kauft, sollte bei der Preisverhandlung mit dem Makler ruhig mutig sein und auch um die Provision feilschen.
Wer ein Haus kauft, sollte bei der Preisverhandlung mit dem Makler ruhig mutig sein und auch um die Provision feilschen.Foto: imago

Makler sollen künftig von dem bezahlt werden, der sie bestellt. Auf diese Änderung des Maklerrechts haben sich Union und SPD in ihren Koalitionsgesprächen wie berichtet verständigt. In Berlin sorgte Finanzsenator Ulrich Nußbaum im Oktober mit einem Vorstoß für Aufsehen, die Maklergebühr bei Immobilienverkäufen zugunsten eines besseren Verbraucherschutzes von 7,14 auf fünf Prozent zu senken.

Unbestritten ist – rechtliche Neuregelungen hin oder her –, dass sich Makler immer in einem Interessenkonflikt befinden: Sie arbeiten mit Blick auf ihre Provision auf einen möglichst hohen Kaufpreis hin, während der Käufer daran interessiert ist, einen möglichst niedrigen Preis zu bezahlen.

Bei Neuvermietungen dürfen Makler derzeit von Mietern höchstens zwei Nettokaltmieten plus 19 Prozent Mehrwertsteuer als Provision verlangen. Darauf weist der Mieterschutzbund in Recklinghausen hin. Somit ergibt sich ein Höchstsatz von 2,38 Nettokaltmieten. Die Höhe der Nettokaltmiete, also der Miete ohne jegliche Nebenkosten, muss im Mietvertrag angegeben werden. Die Kosten für den Makler darf ein Vermieter nicht nachträglich vom Mieter einfordern. „Es ist per Gesetz verboten, Maklerkosten in den Betriebskosten zu verstecken“, erklärt Claus O. Deese vom Mieterschutzbund.

Beim Hauskauf gibt es häufig Spielraum

Beim Hauskauf gebe es dagegen keine Obergrenze für Maklergebühren, sondern regional unterschiedliche Gewohnheitswerte, erklärt Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus und Grund Deutschland in Berlin. Die Provision könne sieben Prozent und mehr vom Verkaufswert eines Hauses betragen. Teilweise werden die Kosten auch zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. Käufer sollten ruhig versuchen, die Maklerprovision herunterzuhandeln. Denn hierfür gebe es beim Hauskauf häufig noch Spielraum. Allerdings sollten Käufer immer auf eine Rechnung vom Makler bestehen. Gehen sie darauf ein, einen niedrigeren Betrag ohne Quittung zu zahlen, beteiligen sie sich an einer Steuerhinterziehung und machen sich damit unter Umständen ebenso strafbar wie der Makler.

Beim Kauf einer Immobilie ist ein Blick auf die Maklerklauseln wichtig. Denn bei bestimmten Formulierungen im Vertrag können auf die Käufer höhere Kosten zukommen, erklärt die Notarkammer Berlin. Darüber berichtet die Zeitschrift „Das Grundeigentum“ des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin (Heft 18/2013). Wird etwa im Kaufvertrag festgelegt, dass der Käufer vom Verkäufer die Verpflichtung zur Zahlung der Maklercourtage übernimmt, und wird auch deren genaue Höhe genannt, steigt der Vertragswert um diese Summe.

Als Folge steigen Nebenkosten wie zum Beispiel die Grunderwerbssteuer, da diese prozentual auf die Verkaufssumme berechnet wird. Unproblematisch sind den Angaben zufolge kurze Klauseln. Ein Beispiel: „Dieser Vertrag ist durch die Vermittlung der Maklerfirma XY zustande gekommen.“ (dpa/Tsp)

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